Europa schlägt vor, Millionen von Olivenbäumen in Italien zu fällen, um den Ausbruch einzudämmen
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen würden die Ausrottung, Pufferzonen und eine strenge Beschränkung der Verbringung von Jungbäumen gehören.
Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, bis zu 11 Millionen Olivenbäume in Süditalien zu fällen, um die Ausbreitung von Xylella fastidiosa
einzudämmen. Das durch Insekten übertragene Bakterium wird für die Verwüstung von über 74.000 Hektar Olivenhainen in der Region Salento in Apulien (Puglia) in Süditalien verantwortlich gemacht.
Eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte
davor gewarnt,
dass sich Xylella fastidiosa von Süditalien auf Olivenhaine in anderen Ländern der Europäischen Union (EU) ausbreiten und erhebliche Ernteschäden und -verluste verursachen könnte.
Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen drastischen Maßnahmen werden in den kommenden Wochen in Brüssel diskutiert und verabschiedet. Enrico Brivio, der leitende Sprecher der Europäischen Kommission für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, kündigte an, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen „Ausrottung, Pufferzonen und eine strenge Beschränkung des Transports junger Bäume“ umfassen würden. Es wird erwartet, dass die Europäische Kommission in Kürze neue Pläne zur Entschädigung der von der Krise betroffenen Olivenbauern bekannt gibt.
Siehe auch: Umfassende Berichterstattung zum Ausbruch
von Xylella fastidiosa
Das für die Ausrottungsmaßnahmen ausgewiesene Gebiet umfasst 20.000 Acres und erstreckt sich zwischen Lecce und Brindisi, wo 12 Prozent der Olivenbäume mit dem Bakterium infiziert sind. Einige der Olivenbäume sollen über 500 Jahre alt sein. Lokale Erzeuger befürchten, dass die Region ausgedörrt und wüstenartig wird und dass das Wachstum neuer Bäume nicht nachhaltig sein wird.
Vytenis Andriukaitis, der EU-Kommissar für Lebensmittelsicherheit, wurde von der Daily Mail mit den Worten zitiert, er sei „zutiefst besorgt über die Schwere der Lage“, und erklärte: „Wir müssen unverzüglich entschiedene Maßnahmen ergreifen. Natürlich ist das für die Erzeuger sehr schmerzhaft, aber es ist notwendig, alle befallenen Bäume zu entfernen – das ist die wirksamste Maßnahme.“
Unterdessen erklärte der für die staatliche Forstwirtschaft Apuliens zuständige italienische Kommissar Giuseppe Silletti, dass alle ergriffenen Maßnahmen umweltfreundlich sein sollten – indem das Entwurzeln gesunder Bäume vermieden und stattdessen Pestizide eingesetzt werden, um die für die Ausbreitung der Bakterien verantwortlichen Schädlinge zu bekämpfen.