Die Kennzeichnung von Olivenöl als gentechnikfrei ist kein Thema
Käufer verlangen zunehmend die Zusicherung, dass Lebensmittel gentechnikfrei sind, doch die Kontroverse hat mit Olivenöl kaum etwas zu tun.
Bei Agbiolab haben wir mehrere Anfragen zur GVO-freien Zertifizierung von Olivenöl erhalten, vor allem von Erzeugern, die mit Einzelhändlern zusammenarbeiten, die diese Zertifizierung verlangen. Wir bieten im Rahmen unserer DNA-Analysen GVO-Tests für Saatgut und Lebensmittel an und sind uns der Kontroverse um die GVO-Kennzeichnung bewusst. Hier möchten wir versuchen, Olivenölerzeugern und -käufern einige Antworten zu geben:
1. Die GVO-Kontroverse hat nichts mit Olivenöl zu tun. Derzeit gibt es weltweit in keinem kommerziellen Olivenhain oder in keiner Baumschule GVO-Olivenkultivare.
2. Enzyme, die optional als Hilfsstoffe bei der Olivenverarbeitung eingesetzt werden könnten (z. B. Pektinasen), können jedoch gentechnisch verändert sein oder auch nicht. Wenn Oliven also ohne Zugabe von Enzymen verarbeitet wurden, können Verbraucher sicher sein, dass das gewonnene Öl gentechnikfrei ist.
3. Da Raps, Mais und andere Saatgutpflanzen gentechnisch verändert sein können, kann auch verfälschtes Olivenöl gentechnisch verändert sein.
4. Gemäß der USDA-Definition von Bio-Lebensmitteln sollte jedes Bio-Olivenöl gentechnikfrei sein, da die Definition von „Bio“ die Verwendung von gentechnisch veränderten Hilfsstoffen bei der Ölgewinnung ausschließt.
Die Prüfung von Olivenöl für eine Nicht-GVO-Zertifizierung ist möglich, aber aufwendig. Dennoch können Nicht-GVO-Lebensmittelzertifizierungen nicht garantieren, dass das Lebensmittel vollständig GVO-frei ist. So dürfen beispielsweise Lebensmittel, die als „Nicht-GVO“ gekennzeichnet sind, rechtmäßig sehr geringe, unbedeutende oder nicht nachweisbare Mengen an GVO-Material enthalten.
Ebenso bedeutet ein GVO-frei-Label nicht, dass das Lebensmittel ausschließlich aus GVO-freien Ausgangsstoffen hergestellt wurde. So kann beispielsweise ein Schwein, das in seiner frühen Lebensphase mit GVO-Soja gefüttert wurde, jedoch nicht in den Monaten unmittelbar vor der Schlachtung, zertifiziertes, als GVO-frei gekennzeichnetes Schweinefleisch liefern.
Bei Olivenölen gibt es keinen Unterschied zwischen „GVO-frei“ und „Non-GMO“. Ihre Bedeutung ist genau dieselbe. Die Sache ist klar und eindeutig. Wenn kein anderes Öl beigemischt und bei der Ölgewinnung kein Enzymzusatz verwendet wurde, ist das produzierte Olivenöl wirklich GVO-frei. Daher beruhen die Zusicherungen gegenüber dem potenziellen Käufer, falls noch Zweifel bestehen, auf der Echtheit des Öls, die durch chemische Tests festgestellt werden kann.