Forscher machen Abwasser aus Olivenmühlen für praktische Zwecke nutzbar

Forschungsergebnisse haben gezeigt, wie sich die schädlichen Auswirkungen von Abwässern aus Olivenölmühlen auf die Umwelt verringern lassen.

Olivenöl wird weltweit wegen seiner kulinarischen Verwendungsmöglichkeiten und gesundheitlichen Vorteile geschätzt. Doch bei der Herstellung des Öls fallen große Mengen an Abwasser an, das die Bodenfruchtbarkeit mindert, Gewässer verschmutzt und die umliegenden Ökosysteme schädigt.
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Nun haben Wissenschaftler einen Weg gefunden, einige dieser negativen Auswirkungen in positive umzuwandeln. Sie haben ein Verfahren entwickelt, das die Schadstoffe in nützliche Produkte umwandelt, nämlich in Biodünger, grüne Kraftstoffe und sauberes Wasser für die Bewässerung von Nutzpflanzen.

Das Ziel ist es, lokale Ressourcen auf einfache Weise zu nutzen, um eine Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. – Jeguirim, Institut für Materialwissenschaften in Mulhouse

Bei der Olivenölherstellung werden Oliven zerkleinert und mit Wasser vermischt. Anschließend wird das Öl extrahiert und das verschmutzte Abwasser entsorgt. Der Großteil des Olivenöls wird in Mittelmeerländern produziert, wo bei der Ölgewinnung jährlich etwa 8 Milliarden Gallonen Abwasser anfallen. Die Entsorgung solch riesiger Mengen stellt eine Herausforderung dar.

Die Entsorgung des Abwassers kann problematisch sein. Die Einleitung in Flüsse kann das Trinkwasser verschmutzen und eine Gefahr für Wasserlebewesen darstellen. Die Verwendung in der Landwirtschaft kann dem Boden schaden und die Ernteerträge beeinträchtigen. Wissenschaftler haben versucht, das Abwasser zusammen mit anderen Abfällen zu verbrennen, doch dieser Prozess war entweder zu teuer oder verursachte eine inakzeptable Luftverschmutzung.

In einer neuen Studie fragten sich Mejdi Jeguirim und seine Kollegen, ob sie Abwasser aus Olivenmühlen (OMW) in praktische, nachhaltige Produkte umwandeln könnten. Sie mischten OMW mit Zypressensägemehl, einem weiteren Abfallprodukt, das im Mittelmeerraum häufig vorkommt. Nach dem schnellen Trocknen der Mischung sammelten sie das verdunstete Wasser, das sicher zur Bewässerung von Nutzpflanzen verwendet werden konnte.

Anschließend unterzog das Team den festen Teil der Mischung einer Pyrolyse, also der Anwendung hoher Hitze ohne Sauerstoff auf organisches Material. In Abwesenheit von Sauerstoff findet keine Verbrennung im Material statt; es zersetzt sich jedoch in Holzkohle und brennbare Gase. Die Wissenschaftler sammelten das Gas und kondensierten es zu Bioöl, einem Brennstoff, der als Wärmequelle für die Trocknung der OMW-Sägemehl-Mischung und die Durchführung der Pyrolyse dienen konnte.

Schließlich sammelten sie die Holzkohle, die eine reichhaltige Quelle für Kalium, Stickstoff, Phosphor und andere Nährstoffe darstellte. Nachdem sie diese fünf Wochen lang als Biodünger für Pflanzen in Blumentöpfen verwendet hatten, stellten sie fest, dass sie das Pflanzenwachstum deutlich förderte, was zu größeren Blättern und höheren Erträgen führte.

„Dieses Projekt bietet die Möglichkeit, Abwasser aus Olivenölmühlen als Nährstoffquelle für Pflanzen zu nutzen“, sagte Jeguirim vom französischen Institut für Materialwissenschaften in Mulhouse. „Das Ziel ist es, lokale Ressourcen auf einfache Weise zu nutzen, um eine Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Die Hauptvorteile liegen in der geringeren Umweltbelastung sowie in der Herstellung eines Biodüngers.“

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift ACS Sustainable Chemistry & Engineering veröffentlicht.