Spanien testet künstliche Intelligenz zur Bekämpfung von Fliegen
Es wurde ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Vorhersagemodell entwickelt, um Landwirte bei der Schädlingsbekämpfung zu unterstützen und letztendlich die Erträge zu steigern sowie den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren.
Zum zweiten Mal in Folge hat das spanische Landwirtschaftsministerium ein Pilotprojekt gestartet, bei dem künstliche Intelligenz eingesetzt wird, um die Entwicklung der Olivenfliege vorherzusagen.
Das Projekt nutzt Daten zur Olivenfliege, die vom andalusischen Netzwerk für Pflanzenschutz und Information (RAIF) – einem Projekt des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und ländliche Entwicklung – erhoben wurden. Die Daten werden analysiert und in ein KI-Modell eingespeist, das mithilfe von Techniken des maschinellen Lernens das Verhalten der Fliege bis zu vier Wochen im Voraus vorhersagen kann.
Diese Methode bietet Olivenbauern ein wertvolles Instrument zur besseren Bekämpfung des Schädlings, indem sie die Gebiete und Zeitpunkte mit dem höchsten Befallsrisiko aufzeigt. Dies ermöglicht zudem eine effizientere Planung und Gestaltung von Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung. Das Ziel dieses Vorhersagemodells unter Einsatz künstlicher Intelligenz ist es, letztlich die Produktion zu verbessern und den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren.
Nutznießer des Pilotprojekts sind Vereinigungen für integrierte Produktion (APIs), die sich aus Olivenbauern zusammensetzen, die in 10 Gemeinden in der Provinz Jaén und neun in der Provinz Córdoba in Südspanien tätig sind. Dazu gehören 12 APIs mit insgesamt 1.568 Landwirten und einer Gesamtfläche von 9.000 Hektar Olivenhainen.
Das RAIF-Netzwerk sammelt Daten und liefert Informationen zum phytosanitären Zustand der wichtigsten Kulturen in der Region Andalusien dank fast 700 Außendiensttechnikern und 4.621 Kontrollstationen, die in jeder Provinz verteilt sind. Zudem gibt es 150 Wetterstationen, die Informationen zur klimatischen Situation in jedem Anbaugebiet erfassen. Unterdessen notieren die an jeder Kontrollstation stationierten Techniker potenzielle Schädlinge oder Krankheiten.
Jede Woche erhalten die Erzeugerverbände Informationen, die den prozentualen Anteil ihrer für die Olivenfliege anfälligen Ernte vorhersagen, damit sie die Schädlingsbekämpfung für diese Woche besser planen können. Im Gegenzug wird von den APIs erwartet, dass sie ihre Beobachtungen zurückmelden, damit das Vorhersagemodell weiter verbessert werden kann.
Die Olivenfliege ist eine Fruchtfliegenart und für Olivenbauern im gesamten Mittelmeerraum ein gefürchteter Schädling, da sie ihren Ernten schweren Schaden zufügen kann. Der Schädling war mitverantwortlich für die schlechten Erträge während der Erntesaison 2014–2015, in der die Produktion in Spanien und Italien, den weltweit größten Olivenproduzenten, um mehr als 50 Prozent zurückging.