EU legt vor der COP30 ihr Klimaziel für 2040 vor und strebt eine Emissionsreduktion um 90 % an

Die Europäische Union hat den Vereinten Nationen ihren aktualisierten Klimaplan vorgelegt und sich darin verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken.

Die Europäische Union hat sich offiziell ein neues Ziel zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen gesetzt und sich verpflichtet, die Nettoemissionen bis 2040 um 90 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken.

In einer neuen Vorlage an die Vereinten Nationen hat der 27-Mitglieder-Block sein neues Ziel als Teil seines national festgelegten Beitrags (NDC) im Vorfeld des COP30-Klimagipfels dargelegt.

Die Konferenz der Vereinten Nationen findet vom 10. bis 21. November in Belém, Brasilien, statt. Von allen teilnehmenden Ländern wird erwartet, dass sie aktualisierte NDCs vorlegen, die gemäß dem Pariser Abkommen alle fünf Jahre überarbeitet werden müssen.

Der Rat der Europäischen Union erklärte, die überarbeiteten NDCs enthielten ein indikatives Etappenziel für 2035 von 66,25 bis 72,5 Prozent Emissionsreduktion, womit der Kurs in Richtung vollständiger CO₂-Neutralität bis 2050 festgelegt werde. Die Union bekräftigte zudem ihr bestehendes Ziel für 2030, die Emissionen im Vergleich zu den Werten von 1990 um 55 Prozent zu senken.

Der NDC hebt die bereits erzielten Fortschritte hervor: Im Jahr 2023 wurden 44 Prozent des EU-Stroms aus erneuerbaren Quellen erzeugt, für 2024 werden 47 Prozent prognostiziert. Diese Fortschritte, so der Rat, unterstützen den Schwerpunkt der COP30 auf der Dekarbonisierung der Volkswirtschaften und dem Ausbau der Kapazitäten und Effizienz erneuerbarer Energien weltweit.

Zu den Zwischenzielen gehören eine Senkung des Energieverbrauchs um 11,7 Prozent bis 2030, emissionsfreie Neuwagen bis 2035 und ein überwiegend fossilfreier Energiesektor bis zur Mitte des Jahrhunderts.

Die EU plant zudem, bis 2030 eine Netto-Kohlenstoffsenke von 310 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalent zu erreichen, was bedeutet, dass die europäischen Böden und Wälder mehr Kohlenstoff aufnehmen als sie ausstoßen. Dies würde im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2016–2018 eine zusätzliche jährliche Bindung von 42 Millionen Tonnen bedeuten.

Kohlenstoffentnahmen – durch Wälder, Bodenbewirtschaftung und die Renaturierung von Feuchtgebieten – werden als wesentliche Ergänzung zu Emissionsminderungen beschrieben. Solche Maßnahmen werden durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) unterstützt, die Mittel für nachhaltige Landwirtschaft und Kohlenstoffspeicherung im Boden bereitstellt.

Der aktualisierte NDC führt den neuen Rahmen der EU für die Zertifizierung von Kohlenstoffentfernungen ein, der 2024 verabschiedet wurde und die ersten EU-weiten Standards für die Zertifizierung und Überprüfung von Kohlenstoffentfernungen festlegt. Projekte müssen messbare, überprüfbare und dauerhafte Kohlenstoffvorteile aufweisen, mit Schutzmaßnahmen gegen Doppelzählungen und Behauptungen über kurzfristige Speicherung.

Jedes zertifizierte Projekt muss zudem positive Nebeneffekte für die Biodiversität nachweisen. Maßnahmen wie die Wiedervernässung von Mooren oder die Bodenrenaturierung müssen sowohl die Ökosysteme stärken als auch Emissionen senken.

Der NDC räumt der inländischen Kohlenstoffentfernung Vorrang ein, erlaubt jedoch die begrenzte Nutzung verifizierter internationaler Gutschriften, beispielsweise für Waldsanierungs- oder Projekte im Bereich erneuerbarer Energien im Ausland, als Ergänzung — nicht als Ersatz — für interne Reduktionen.

Diese Bestimmung stieß bei Germanwatch auf Kritik, die sie als Schlupfloch bezeichnete, das die Integrität des Plans schwächen könnte. Dennoch gewinnt der Einsatz von Emissionszertifikaten in der Landwirtschaft an Bedeutung, wie das Pilotprogramm des Internationalen Olivenrats zeigt, das Olivenbauern dabei helfen soll, Zertifikate für nachhaltige Landbewirtschaftung zu erwerben.

Einige Beobachter stellten fest, dass die endgültige Einigung auf intensive Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten folgte, wobei Le Monde und andere sie eher als Ergebnis von Zugeständnissen denn als Konsens bezeichneten. Kritiker wiesen auf die Italien eingeräumte Flexibilität hin, wonach bis zu fünf Prozent seiner Reduktionen aus internationalen Gutschriften stammen dürfen, sowie auf eine Klausel zur Überprüfung der Ziele alle zwei Jahre.

Trotz dieser Kompromisse begrüßten mehrere Organisationen und Regierungen das Ziel für 2040. In Spanien be­schrieb­en Gruppen aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit es als „einen entscheidenden Schritt für die öffentliche Gesundheit“, während in Deutschland der Energie­ver­band BDEW erklärte, die Einigung biete Investitions­sicher­heit. Auch französische Regierungsvertreter lobten die Vereinbarung, wobei Umweltministerin Monique Barbut ihre Zufriedenheit darüber zum Ausdruck brachte, dass das 90-Prozent-Ziel beibehalten wurde.

Auf der COP30 in dieser Woche werden wir unser starkes Bekenntnis zum Pariser Abkommen bekräftigen, sagte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. „Der weltweite Übergang zu sauberer Energie ist im Gange und unumkehrbar. Unsere Priorität ist es, sicherzustellen, dass dieser Übergang fair, inklusiv und gerecht verläuft.“

Offizielle Informationen zur COP30 sind auf der UNFCCC-Website verfügbar, weitere aktuelle Meldungen der Vereinten Nationen finden Sie hier.