Umfrage zeigt: Griechen wenden sich von der Mittelmeerdiät ab

Die Ernährungsgewohnheiten in Griechenland wurden stark von der Finanzkrise und globalen Ernährungstrends beeinflusst.

Acht Jahre Finanzkrise, die die Welt erschütterte und Griechenland fast in den Bankrott trieb, haben auch die Ernährungsgewohnheiten der Griechen geprägt. Eine Umfrage ergab, dass die Verbraucher auf preisgünstigere Lebensmittel umgestiegen sind und dass vor allem die jüngeren unter ihnen begonnen haben, sich von den Grundnahrungsmitteln der mediterranen Ernährung abzuwenden.

Die Krise ist jedoch nicht allein für diese Veränderung verantwortlich, da moderne Ernährungstrends die Essgewohnheiten der Verbraucher im Land nach und nach verändert haben.

Das Forschungsinstitut für Konsumgüter im Einzelhandel führte eine Umfrage unter 2.000 Menschen in Griechenland durch. Dabei stellte sich heraus, dass ihre Ernährungsgewohnheiten stark von der Finanzkrise beeinflusst wurden, sowohl was den Wert als auch die Menge betrifft. Die Ausgaben für Lebensmittel sanken von 2010 bis 2017 um 21 Prozent, während die Menge der gekauften Lebensmittel im gleichen Zeitraum um 15 Prozent zurückging.

Ein wichtiges Ergebnis der Untersuchung war, dass die Verbraucher begonnen haben, Fleischsorten wie Rind und Lamm als Hauptproteinquelle zu meiden und stattdessen auf günstigere Alternativen wie Geflügel und Hülsenfrüchte zurückzugreifen. Sie bevorzugen zudem mehr Nudeln und Reis als zuvor, während sie andererseits ihren Zuckerkonsum insgesamt um 44 Prozent reduziert haben.

Die Verbraucher reduzierten ihren Olivenölkonsum in den acht Jahren um 18 Prozent, und auch der Verzehr von Obst und Gemüse ging um 23 bzw. 20 Prozent zurück.

Die Forscher machten die Finanzkrise für viele dieser Veränderungen verantwortlich, da sie die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigte und ihre Kaufpräferenzen auf günstigere Produkte verlagerte.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Verbraucher auch von anderen Faktoren beeinflusst werden, wie beispielsweise Fernsehsendungen zum Thema Essen, soziale Medien, Ratschläge von Supermarktmitarbeitern und die Presse. Am stärksten beeinflussen sie jedoch ihre Familien, da jeder zweite Verbraucher angab, dass seine Eltern und andere Verwandte ihre Hauptinformationsquellen in Bezug auf Ernährung seien.

Die Umfrage zeigte auch, dass die mediterrane Ernährung eher ältere Verbraucher anspricht, während die Hälfte der unter 35-Jährigen eher eine Vielfalt an Küchen bevorzugte.

Dies spiegelt einen globalen Trend wider, so die Forscher, bei dem das Internet und die sozialen Medien Informationen aus aller Welt liefern können, die in früheren Jahrzehnten kaum zugänglich waren, und damit die Gewohnheiten (vor allem) der jüngeren Generation beeinflussen.

Die Situation ist nicht eindeutig, und aus den Umfrageergebnissen lässt sich kein eindeutiges Muster ableiten.

Die Mehrheit der Befragten gab an, dass sie Lebensmittel bevorzugen, die gut für ihre Gesundheit sind, doch sie entfernen sich zunehmend von den Prinzipien der mediterranen Ernährung, indem sie weniger Olivenöl sowie weniger Obst und Gemüse kaufen, selbst wenn die Preise für diese beiden Produkte in den letzten Jahren gesunken sind.

Sie kaufen mehr Hülsenfrüchte, ein weiteres Grundnahrungsmittel der mediterranen Ernährung, doch dies ist eher eine Folge der Krise als eine bewusste Entscheidung.

Die Umfrage kam zu dem Schluss, dass die Verbraucher versuchen, ihren Wunsch nach gesünderer Ernährung mit ihrem knappen Budget in Einklang zu bringen. Andererseits können andere Faktoren wie Fernsehen, Internet und Presse die Verbraucher erheblich beeinflussen und viele von ihnen auf andere Wege als die Standards der mediterranen Ernährung lenken.