Forscher führen den Ursprung der Mittelmeerdiät auf die antike griechische Medizin zurück

Die mediterrane Ernährung könnte von den Ärzten der Antike als eine Form der medizinischen Behandlung konzipiert worden sein.

Eine neue Studie zu antiken griechischen Texten legt nahe, dass die mediterrane Ernährung von den Ärzten der Antike möglicherweise als eine Form der medizinischen Behandlung angesehen wurde.

Die Studie, die am 6. Januar im „Journal of Ethnopharmacology“ veröffentlicht wurde, stammt von Professor John Wilkins von der Universität Exeter, einem Experten für die Geschichte der Ernährung und Medizin in der griechisch-römischen Kultur.

Professor Wilkins beschreibt Praktiken von Galen von Pergamon, die denen moderner Verfechter der Mittelmeerdiät sehr ähnlich sind.

Galen, geboren 129 n. Chr., stützte sich bei der Behandlung stark auf die Präventivmedizin. Als Leibarzt mehrerer Kaiser sah er die Ernährung als gleichwertig mit der Pharmakologie an, wenn es darum ging, die Gesundheit eines Menschen über sein gesamtes Leben hinweg zu erhalten.

Anstatt Krankheiten einer übernatürlichen Kraft oder Gottheit zuzuschreiben, betonten hippokratische griechische Ärzte wie Galen gegenüber ihren Patienten die Notwendigkeit einfacher, schmackhafter Speisen. Dies leitete sich aus der Vorstellung ab, dass die äußeren Eigenschaften eines Lebensmittels dessen Wirkung auf den menschlichen Körper unterstrichen.
Siehe auch: Artikel über die mediterrane Ernährung
Ist beispielsweise eine Frucht oder ein Gemüse besonders kräftig im Geschmack, so konnte dieser als Ausdruck des Nährwerts angesehen werden. Schlechter Geschmack war daher nicht nur ein kulinarisches, sondern auch ein medizinisches Problem. Infolgedessen wurden Gewürze zu einem wesentlichen Bestandteil der frühen griechischen Ernährung, wobei der Schwerpunkt auf der Verwendung von Olivenöl und Fischsauce lag, um die Wirksamkeit der Speisen zu verbessern.

Laut Wilkins wies Galen seine Patienten bekanntermaßen an, ihre Mahlzeiten mit Gewürzen wie Ingwer oder Pfeffer zu würzen, sofern sie sich diese leisten konnten.

Die Humoralmedizin spielte eine große Rolle bei der Auswahl nährstoffreicher Lebensmittel. Man ging davon aus, dass ein Gleichgewicht der als „Humore“ bezeichneten Körperflüssigkeiten notwendig war, damit ein Patient Gesundheit erlangen konnte. Die Anpassung der Ernährung war eine der wichtigsten Maßnahmen, um ein Ungleichgewicht der Humore wieder ins Gleichgewicht zu bringen; so konnten beispielsweise Zwiebeln oder Knoblauch jemandem, dessen Humore zu dickflüssig waren, als verdünnendes Mittel verschrieben werden.

Obwohl einige bekannte Elemente der heutigen mediterranen Küche in Griechenland noch nicht eingeführt waren (wie die südamerikanische Tomate), legten Galen und andere hippokratische Ärzte einen Großteil der strukturellen Grundlagen dafür, wie die Ernährung auch fast zweitausend Jahre später noch praktiziert wird. Von süßen und fettreichen Speisen in großen Mengen wurde damals ebenso abgeraten wie heute. Fleisch war nicht immer leicht erhältlich, was zu einer Tendenz hin zu mehr pflanzlichen Mahlzeiten führte.