Großbritannien sucht „Spionage-Zikaden“, um Beweismaterial für das Xylella-Projekt zu sammeln

Die „Spione“ liefern Wissenschaftlern Daten, um die mögliche Ausbreitung von Xylella fastidiosa zu verfolgen.

Das John Innes Centre hat die Bevölkerung im gesamten Vereinigten Königreich dazu aufgerufen, alle Sichtungen von schaumigen Klumpen von Kuckucksspeichel an Pflanzen zu melden. Das Forschungsteam bittet um Angaben dazu, wo die Flecken entdeckt wurden und auf welchen Pflanzen sie sich befinden.

Die Spittlebug-Umfrage ist Teil der umfassenden Bemühungen des Vereinigten Königreichs, Xylella fastidiosa aus dem Land fernzuhalten. Anfang dieser Woche kündigte die Regierung eine Verschärfung der Vorschriften für Olivenbaumimporte an.

Obwohl das Vereinigte Königreich bislang frei von Xylella geblieben ist, hat die tödliche Krankheit Olivenhaine in Süditalien vernichtet und sich über ganz Europa ausgebreitet.

Die schaumigen Klumpen, die normalerweise von Ende April bis Ende Juni an Pflanzen auftreten, helfen Wissenschaftlern dabei, zu erfahren, wann und wo Spuckwanzen schlüpfen. Die Daten könnten dazu beitragen, die Ausbreitung der tödlichen Pflanzenkrankheit zu bekämpfen.

Zwar sind die aus dem Schaum schlüpfenden Spuckwanzen an sich harmlos, doch ist bekannt, dass sie Xylella von Pflanze zu Pflanze übertragen können.

Xylella kann über 550 Arten in 70 Pflanzenfamilien befallen, wobei die Symptome unter anderem Blattverbrennungen, Welke und Absterben der Triebe umfassen. Die Krankheit verläuft für infizierte Bäume oft tödlich, und es gibt derzeit kein bekanntes Heilmittel.

Im Jahr 2019 lieferte die britische Initiative „Spittlebug Spies“ Wissenschaftlern eine Fülle neuer Daten, als über 11.000 Sichtungen der Schaumwanze gemeldet wurden.