Italienische Landwirte wehren sich gegen neue EU-Quote für Olivenölimporte aus Tunesien

Einem Bauernverband zufolge würde sich eine geplante Erhöhung der tunesischen Einfuhrquote nachteilig auf den italienischen Sektor auswirken.

Teile der italienischen Olivenölbranche reagieren mit Wut und Bestürzung darauf, dass ihren tunesischen Kollegen zusätzliche Quoten für Lieferungen in die Europäische Union zugeteilt wurden.

Der Präsident der italienischen Organisation Confagricoltura Taranto, Donato Rossi, äußerte sich nach der Ankündigung der Europäischen Kommission von letzter Woche, die zusätzliche Unterstützung zur Erholung der tunesischen Wirtschaft nach dem Terroranschlag am Strand im Juni versprochen hatte.

Gemäß dem Vorschlag, der noch vom Europäischen Parlament ratifiziert werden muss, dürfte Tunesien zusätzlich zu den im Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Tunesien bereits festgelegten 57.600 Tonnen weitere 35.000 Tonnen Olivenöl zollfrei in EU-Mitgliedstaaten exportieren.



Im Falle einer Genehmigung wären die zusätzlichen Mengen für das gesamte Jahr 2016 zulässig.

Diese zusätzliche Quote werde dem italienischen Sektor schaden, so Rossi, der verspricht, gegen den Vorschlag zu kämpfen und tunesische Konkurrenten daran zu hindern, zusätzliche Mengen zu exportieren.

In einer Erklärung auf der Website von Confagricoltura Taranto erklärt er, der EU-Vorschlag sei politisch motiviert und die Zulassung zusätzlicher Importe von tunesischem Olivenöl sei das jüngste in einer langen Reihe von Problemen, die die italienische Agrarindustrie in letzter Zeit insgesamt schwer getroffen hätten.

Er bezeichnet das seit letztem Sommer geltende russische Importverbot als „Strafembargo“ aufgrund der europäischen Unterstützung für die Ukraine. Hinzu kommt, dass Italien die Einfuhren wichtiger Rohstoffe wie Zitrusfrüchte aus Ländern außerhalb der EU, beispielsweise aus nordafrikanischen Staaten, erhöht.

Hinzu kommt der Ausbruch von Xylella fastidiosa im italienischen Olivenanbaugebiet, der die Plantagen seit einiger Zeit bedroht.

Rossi fordert die italienische Regierung auf, mehr zu tun, wenn landwirtschaftliche Sektoren – in diesem Fall der Olivenölsektor – durch EU-Vorschriften negativ beeinträchtigt werden.

Er drängt zudem darauf, dass italienischen Olivenölproduzenten und -exporteuren im Interesse der Fairness ähnliche Zollvergünstigungen gewährt werden.