Rückgang des Olivenölverbrauchs in Europa wird auf Ernteprobleme und höhere Preise zurückgeführt
Laut dem jüngsten Bericht des Internationalen Olivenölrats haben die schlechten Ernten der letzten Zeit in Italien und Spanien zu einem Rückgang des Olivenölverbrauchs geführt.
Laut dem jüngsten Bericht des Internationalen Olivenrats (IOC) hat sich der weltweite Olivenölverbrauch seit 1990/1991 um das 1,8-Fache erhöht, und vorläufige Zahlen zeigen einen Anstieg von 4,6 Prozent im Laufe des letzten Jahres.
Dieser Anstieg des Verbrauchs ist größtenteils auf Nicht-IOC-Mitgliedsländer zurückzuführen, deren Anteil am Olivenölverbrauch im gleichen Zeitraum von 25 Jahren von 11 Prozent auf 24 Prozent gestiegen ist.
Den größten Anstieg innerhalb dieser Gruppe verzeichnen die Vereinigten Staaten, wo der Verbrauch von 88.000 Tonnen im Jahr 1990/1991 auf über 300.000 Tonnen im Jahr 2015/2016 stieg. Der Pro-Kopf-Verbrauch in den USA bleibt jedoch mit 0,9 kg im Jahr 2014 relativ niedrig – eine Menge, die laut IOC mit Ländern wie Kanada und Norwegen vergleichbar ist.
Im gleichen Zeitraum stieg der Gesamtverbrauch der EU – der von den Erzeugerländern Spanien, Italien und Griechenland dominiert wird – leicht an und erreichte 2004/2005 Höchststände, bevor er wieder stetig zurückging.
Griechenland liegt beim jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch mit 12,8 kg im Jahr 2014 weiterhin an der Spitze (gefolgt von Spanien mit 11,4 kg und Italien mit 10,5 kg), verbraucht aber heute mengenmäßig etwa 50 Prozent weniger als noch 2004/2005.
Während einige der Trends in der EU teilweise auf andere Faktoren zurückzuführen sind (im Falle Griechenlands die Wirtschaftskrise), ist ein wahrscheinlicher Faktor für den jüngsten Rückgang des Verbrauchs in den Erzeugerländern die geringere Produktion in den letzten Erntejahren und die daraus resultierenden höheren Preise.
So zeigen die Daten beispielsweise für die Erntejahre 2005/2006 und 2014/2015, dass die EU-Produktion zurückging und die Preise in die Höhe schossen. Das letztere dieser beiden Erntejahre fällt mit einem Dürrejahr in Spanien und den Auswirkungen von Xylella fastidiosa in Italien zusammen, was sich eindeutig negativ auf die Gesamtproduktion auswirkte.
Auch die Nicht-Erzeugerländer innerhalb der EU verbrauchen insgesamt etwas mehr, obwohl die Mehrheit dieser Länder nicht mehr als 1 kg pro Kopf und Jahr verbraucht.
Unterdessen war bei anderen IOC-Mitgliedern wie der Türkei, Marokko und Algerien ein bemerkenswertes Wachstum zu verzeichnen (in Algerien um mehr als das Neunfache), wobei der Pro-Kopf-Verbrauch in jedem dieser Länder bei unter 4 kg pro Jahr liegt.