Eine überarbeitete Agrarpolitik zur Unterstützung kleiner europäischer Landwirte

Zu den vorgeschlagenen Änderungen gehören höhere Zahlungen für Kleinbauern und eine Vereinfachung der Vorschriften.

Die Europäische Kommission hat Änderungen an der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union vorgeschlagen, darunter höhere Zahlungen für Kleinbauern, eine Aufstockung der Mittel für die Katastrophenhilfe und eine Vereinfachung der Vorschriften.

Das Korrekturpaket zur GAP folgt auf weitverbreitete Demonstrationen von Landwirten in ganz Europa im vergangenen Jahr. Sie protestierten gegen hohe Produktionskosten, gekürzte Subventionen und das Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur. 

Die vorgeschlagenen Änderungen werden dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat zur Genehmigung vorgelegt, wo sie voraussichtlich rechtzeitig vor Inkrafttreten der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik im Jahr 2027 verabschiedet werden.

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Viele der Änderungen zielen darauf ab, die finanzielle Lage der kleinen landwirtschaftlichen Betriebe in Europa zu verbessern, wie etwa die Verdopplung der jährlichen Pauschalzahlung auf 2.500 Euro, die Einführung einer einmaligen Pauschalzahlung von 50.000 Euro zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sowie neue Krisenzahlungen für extreme Wetterereignisse und Krankheiten.

Katia Merten-Letz, Partnerin bei Food Law Science and Partners, erklärte gegenüber Food Navigator, dass die Maßnahmen notwendig seien, um die wachsende Kluft zwischen Kleinbauern und großen Agrarunternehmen zu schließen, aber nicht „die Welt der Landwirte verändern würden.

Der Vorschlag gibt den Mitgliedstaaten zudem mehr Flexibilität bei der Anpassung der Umsetzung der GAP in ihren nationalen Strategieplänen, befreit Kleinbauern von einigen Umweltvorschriften und ermöglicht es zertifizierten Biobetrieben, Umweltanforderungen automatisch zu erfüllen.

Die Europäische Kommission forderte die nationalen Regierungen zudem auf, interoperable digitale Systeme zu entwickeln, damit Landwirte Daten nur einmal übermitteln müssen. 

Wir bringen Pragmatismus in die Gemeinsame Agrarpolitik zurück, sagte Christophe Hansen, Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung. Unsere heutigen Vorschläge schaffen einen Ausgleich zwischen der Notwendigkeit einer Politik, die den Gegebenheiten vor Ort gerecht wird, und der Wahrung einer gewissen Stabilität für alle Akteure im Agrarsektor.

Die Kommission steht auf der Seite der Landwirte, und wir tun unser Bestes, um Bürokratie abzubauen, damit sie sich auf das konzentrieren können, was sie am besten können: Lebensmittel für uns alle zu produzieren und gleichzeitig unsere natürlichen Ressourcen zu schützen, fügte er hinzu. „Ich bin zuversichtlich, dass diese Maßnahmen vor Ort konkrete Ergebnisse bringen werden. Ich fordere die Mitgesetzgeber auf, diesen Vorschlag bis Ende des Jahres anzunehmen, damit die Änderungen bereits 2026 bei den Landwirten ankommen.“

Die Reaktionen auf die Ankündigung fielen gemischt aus. Copa und Coegca, die einflussreichen Verbände der europäischen Landwirte und Agrargenossenschaften, begrüßten den Vorschlag als eine vernünftige Vereinfachungsmaßnahme und als Weg zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.

Das Europäische Umweltbüro warnte jedoch, dass einige der von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen unnötigerweise Umweltschutzmaßnahmen aufheben könnten.

Ohne ausreichende Folgenabschätzung oder echte öffentliche Konsultation hat die Europäische Kommission erneut beiläufig den Natur- und Klimaschutz in Europas größtem Haushalt, der Gemeinsamen Agrarpolitik, abgeschafft, sagte Théo Paquet, leitender politischer Referent des Büros.

Solche kurzsichtigen Entscheidungen werden nicht nur die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft aufgrund der vielen Vorteile, die gesunde Ökosysteme bieten, beeinträchtigen, sondern auch die Legitimität der GAP in Frage stellen, da sie sich immer weiter von ihren Umwelt- und Klimazielen entfernt“,“, schloss er.