Natives Olivenöl extra für kosmetische Zwecke wird in Italien steuerlich begünstigt
Die italienische Steuerbehörde hat klargestellt, dass für natives Olivenöl extra ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz gilt, auch wenn es nicht für den Verzehr bestimmt ist.
Die italienische Steuerbehörde hat entschieden, dass für in Kosmetika verwendetes natives Olivenöl extra derselbe Mehrwertsteuersatz gilt wie für natives Olivenöl extra, das für den menschlichen Verzehr bestimmt ist.
In Italien unterliegen Pflanzenöle sowie natives und natives Olivenöl extra, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, einer Mehrwertsteuer von vier Prozent. Dagegen wird auf raffinierte Olivenöle und alle Pflanzen- oder Samenöle, die für andere Zwecke wie Biokraftstoffe, Kosmetika oder andere Industrieprodukte bestimmt sind, eine Mehrwertsteuer von 10 Prozent erhoben.
Die Bekanntgabe der Agenzia delle Entrate erfolgte, nachdem ein Marketingunternehmen die Behörde gebeten hatte, zu bestätigen, zu welchem Mehrwertsteuersatz sein natives Olivenöl extra und sein natives Olivenöl für die Verwendung in Kosmetika verkauft werden müsse.
Siehe auch: Italienische Olivenbauern leiden unter langem Sommer mit Dürre und WaldbrändenDie Behörde veröffentlichte daraufhin eine offizielle Auslegung der geltenden Vorschriften. Darin heißt es, dass der Steuersatz von vier Prozent nur für jene Olivenöle gilt, die durch einfaches Pressen der Oliven gewonnen werden, ohne dass dabei jegliche Zusatzstoffe zum Einsatz kommen.
Die Behörde präzisierte, dass die Verarbeitung dieser Oliven „keinerlei Veränderung“ des daraus gewonnenen Öls bewirkt haben darf und „die Oliven keinem anderen Verfahren als Waschen, Dekantieren, Zentrifugieren und Filtern unterzogen worden sein dürfen“.
Das daraus gewonnene Olivenöl muss zudem den chemischen und organoleptischen Parametern entsprechen, die gemäß den Vorschriften der Europäischen Union für natives Olivenöl extra und natives Olivenöl gelten.
Insbesondere sind Olivenöle „ausgeschlossen, die unter Verwendung von Lösungsmitteln, chemischen oder biochemischen Zusatzstoffen oder durch chemische Kondensationsreaktionen gewonnen wurden, sowie Mischöle unterschiedlicher Art“. Für diese raffinierten Olivenöle bleibt der Mehrwertsteuersatz bei 10 Prozent.
Die Behörde betonte zudem, dass die Vier-Prozent-Regel auch für andere Pflanzenöle gilt, die für den menschlichen oder tierischen Verzehr bestimmt sind, einschließlich der rohen Pflanzenöle, die zur Raffination für die Lebensmittelproduktion bestimmt sind.
Lediglich im Falle von Olivenöl, so die Behörde, verlangt die Regelung nicht, dass das Produkt ausdrücklich für den Verzehr bestimmt ist.
Die Verwendung von hochwertigem Olivenöl in der Kosmetikindustrie sollte nicht überraschen, da Olivenöl seit Jahrtausenden zur Hautpflege verwendet wird.
Salben und Kosmetika auf Olivenölbasis wurden in 5.000 Jahre alten Gräbern in Ägypten gefunden, wo sie zur Konservierung von Mumien verwendet wurden. Sowohl die Badenden im antiken Griechenland als auch im alten Rom nutzten Olivenöl zur Körperpflege.
Darüber hinaus wird in der Levante seit mehr als 1.000 Jahren Olivenölseife hergestellt. Im 14. Jahrhundert spielte Olivenöl auch in den mittelalterlichen Seifenfabriken von Venedig und Marseille eine entscheidende Rolle.
Weltweit wird Olivenöl zur Reinigung, Regeneration und Heilung geschädigter Haut verwendet und als Feuchtigkeitscreme sowie Make-up-Entferner eingesetzt.