Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln hat sich in Italien in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt
Der Wert der Exporte aus dem ökologischen Landbau stieg im gleichen Zeitraum ebenfalls um 181 Prozent. Wein lag dabei an der Spitze, doch natives Olivenöl extra lag nicht weit dahinter.
Die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln beflügelt die italienische Bio-Landwirtschaft.
In den letzten 10 Jahren ist der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Italien um 133 Prozent gestiegen. Ebenso sind die Exporte italienischer Bio-Produkte im gleichen Zeitraum wertmäßig um 181 Prozent gestiegen.
81 Prozent dieser Exporte entfallen auf Lebensmittel, der verbleibende Anteil umfasst Kosmetika und andere landwirtschaftsbezogene Gesundheitsprodukte.
Siehe auch: Europäische Auszeichnungen für den ökologischen LandbauNach den neuesten Daten des Beratungsunternehmens Nomisma stieg der Exportwert biologischer Agrarprodukte von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf voraussichtlich 3,4 Milliarden Euro im Jahr 2022. Der Wert der Bio-Lebensmittelexporte wird 2022 2,7 Milliarden Euro übersteigen, was einem Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Heute machen Bio-Exporte 6 Prozent des Gesamtwerts der italienischen Agrar- und Lebensmittelexporte aus. Laut Nomisma ist Italien der zweitgrößte Exporteur von Bio-Lebensmitteln hinter den Vereinigten Staaten, deren Exporte im Jahr 2021 2,98 Milliarden Euro überstiegen.
Wein ist mit Abstand das beliebteste Bio-Lebensmittelprodukt, das von italienischen Unternehmen auf dem internationalen Markt verkauft wird, und macht 19 Prozent aller Bio-Exportumsätze aus. Im Vergleich dazu machen die gesamten Weinumsätze wertmäßig 13 Prozent der italienischen Agrarexporte aus.
Nomisma schätzt, dass die italienischen Bio-Lebensmittelexporte in den nächsten drei Jahren wachsen werden, vor allem nach Deutschland (+53 Prozent), in nordeuropäische Länder (+32 Prozent) und in die Vereinigten Staaten (+25 Prozent).
Auf internationalen und nationalen Märkten wächst auch das Interesse an Bio-Olivenöl extra vergine. In einem aktuellen Bericht gab das Institut für Dienstleistungen für den Agrar- und Lebensmittelmarkt (Ismea) an, dass die Produktion von Bio-Olivenöl extra vergine im Jahr 2019 46.000 Tonnen erreichte, was einem Wert von etwa 200 Millionen Euro entspricht.
Laut Ismea wurde der Absatz von Bio-Olivenöl extra vergine durch die steigende Nachfrage der Verbraucher und die höheren Preise angekurbelt, die Produzenten für Bio-Öle verlangen können – traditionell liegen diese zwischen 0,20 und 0,40 Euro über dem Preis für konventionelle Öle.
Auch außerhalb Italiens ist das Interesse an biologischem nativem Olivenöl extra in letzter Zeit gewachsen. Biologische Olivenöle gewannen etwa jede dritte Auszeichnung beim NYIOOC World Olive Oil Competition 2022, dem weltweit größten Qualitätswettbewerb für Olivenöl.
In seinem Bericht erklärte Nomisma, dass der Konsum von Bio-Lebensmitteln hauptsächlich vom privaten Verbrauch – im Gegensatz zum Konsum in Restaurants oder im Gastgewerbe – angetrieben wird und zwischen 2020 und 2021 um 4 Prozent auf fast 3,9 Milliarden Euro gestiegen ist.
Im Jahr 2021 kauften 89 Prozent der italienischen Familien mindestens ein Bio-Produkt. Im Jahr 2012 taten dies etwa 50 Prozent der Familien. Heute konsumieren 54 Prozent der italienischen Familien mindestens einmal pro Woche Bio-Lebensmittel.
Qualität und gesundheitliche Vorteile sind die wichtigsten Faktoren für den Kauf von Bio-Lebensmitteln. 39 Prozent der von Nomisma befragten Verbraucher nannten zudem Nachhaltigkeit und den Respekt vor der Artenvielfalt als Einflussfaktoren für ihre Entscheidungen. 28 Prozent der Verbraucher wünschen sich, dass Bio-Lebensmittelverpackungen zu 100 Prozent recycelbar sind.
Laut Nomisma machen große Einzelhändler 56 Prozent des gesamten Bio-Lebensmittelumsatzes an Haushalte und Restaurants aus, mit einem Gesamtwert von 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2021.
Dennoch hebt der Bericht ein Wachstum von 8 Prozent zwischen 2020 und 2021 bei den Umsätzen spezialisierter Bio-Lebensmittelhändler hervor, die nun 26 Prozent des Marktes ausmachen. Ein Wachstum von fünf Prozent wird auch für andere Vertriebskanäle für Bio-Lebensmittel erwartet, wie Apotheken, Messen und lokale Märkte.