Olivenöl- und Agrar- und Lebensmittelexporte steigen, obwohl Italien wieder ein Handelsdefizit verzeichnet
Die Olivenölexporte stiegen um 17 Prozent, und die Agrar- und Lebensmittelexporte insgesamt legten im ersten Halbjahr 2022 um 18 Prozent zu. Die Importe stiegen jedoch noch stärker an.
Italienische Lebensmittelexporteure verzeichnen in allen wichtigen Bereichen ein deutliches Wertwachstum und erreichen einen Wert von 34,5 Milliarden Euro.
Laut dem jüngsten Bericht des Instituts für Dienstleistungen für den Agrar- und Lebensmittelmarkt (Ismea) stiegen die Agrar- und Lebensmittelexporte in den ersten sieben Monaten des Jahres 2022 im Vergleich zum Vorjahr um fast 18 Prozent.
Trotz erheblicher Rückschläge für die Landwirte in ganz Italien, insbesondere aber in der fruchtbaren Poebene, verzeichneten die Exporte von Sonnenblumenöl, raffiniertem Palmöl und nativem Olivenöl extra ebenso wie die von Getreide, Milch und Wein ein deutliches Wertwachstum.
Siehe auch: Steigende Preise offenbaren ungenutztes Potenzial für tunesische ExporteDer Anstieg der Oliven- und Pflanzenölexporte ist größtenteils auf die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöste Verknappung von Sonnenblumenöl zurückzuführen.
Laut Ismea werden die Handelszahlen zudem durch die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar beeinflusst, wodurch der Import italienischer und europäischer Waren für internationale Käufer günstiger wird.
Ein schwächerer Euro bedeutet jedoch auch, dass Agrar- und Lebensmittelimporte für italienische Verbraucher teurer werden. Infolgedessen schätzt Ismea, dass Italien wieder ein leichtes Handelsdefizit im Agrarbereich verzeichnen wird, da die Importe um 29 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro gestiegen sind.
„Die Handelsbilanz im Agrar- und Lebensmittelbereich wies im Jahrzehnt von 2010 bis 2019 strukturell ein Defizit auf …, während sie 2021 einen Überschuss von 3,4 Milliarden Euro verzeichnete“, so Ismea. „Dieses Ergebnis ist auf die Agrar- und Lebensmittelindustrie zurückzuführen, auf die 85 Prozent der Exporte und 65 Prozent der Importe entfallen.
Ähnlich wie in Spanien haben die Olivenölexporte dazu beigetragen, den Anstieg der Exportwerte anzukurbeln, auch wenn die Mengen zurückgingen. Zudem trugen die steigenden Olivenölpreise in ganz Europa zum Anstieg der Exportwerte bei.
Die Lieferungen in die Vereinigten Staaten stiegen in den ersten sieben Monaten des Jahres wertmäßig um 15 Prozent auf 232 Millionen Euro. Die in die USA exportierten Mengen an nativem Olivenöl extra gingen im gleichen Zeitraum jedoch um 1 Prozent zurück.
In der ersten Jahreshälfte 2023 stiegen die gesamten italienischen Agrar- und Lebensmittelexporte in die USA um fast 21 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, womit die USA nach Deutschland zum zweitgrößten Markt für Agrar- und Lebensmittelexporteure wurden.
Etwas mehr als 57 Prozent aller italienischen Agrar- und Lebensmittelexporte gehen in andere EU-Mitgliedstaaten, und 69 Prozent der Importe stammen aus diesen.
Insgesamt stiegen die italienischen Exporte von nativem Olivenöl extra um fast 17 Prozent auf 763 Millionen Euro, bei einem Anstieg der Exportmengen um 0,3 Prozent. Ismea wies jedoch darauf hin, dass der Wert der Olivenölimporte aufgrund der rückläufigen nationalen Produktion weiterhin hoch bleibt.
So stiegen beispielsweise die Lieferungen aus Spanien in den ersten sieben Monaten des Jahres 2022 wertmäßig um 30 Prozent und überstiegen 556 Millionen Euro. Dennoch gingen die Importmengen im gleichen Zeitraum um 7 Prozent zurück.