Wie natives Olivenöl extra eine neuroprotektive Wirkung gegen Alzheimer und Parkinson entfaltet

Die im nativen Olivenöl extra enthaltenen Phenole entfalten im Gehirn eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung, indem sie durch Pestizide verursachte freie Radikale abfangen, die zu neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson beitragen.

Einer der Hauptfaktoren, die zu neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson beitragen, ist oxidativer Stress.

Eine aktuelle Studie an Ratten, die im Journal of Food Science and Technology (5. Januar 2016) veröffentlicht wurde, legt nahe, dass hohe Mengen an mehrfach ungesättigten Fetten (PUFA) im Körper Substrate bilden, die leicht oxidieren und so die Rate reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) erhöhen. In Kombination mit einem niedrigen Gehalt an antioxidativen Enzymen und einem hohen Sauerstoffverbrauch im Zentralnervensystem führt dies zu verstärkten oxidativen Schäden, von denen angenommen wird, dass sie bei solchen Erkrankungen eine Schlüsselrolle spielen.

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Seit den 1940er Jahren wird ein Herbizid namens 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D) in der Land- und Forstwirtschaft weit verbreitet eingesetzt, dem Menschen und Tiere häufig durch „kontaminierte Luft, Trinkwasser, Boden und Lebensmittel oder während der Herstellung des Herbizids“ ausgesetzt sind. Es wurde nachgewiesen, dass 2,4-D aufgrund der Bildung freier Radikale neurotoxische Wirkungen hat.

Die Studie legt nahe, dass die biologischen Wirkungen der Phenole in nativem Olivenöl extra antioxidative und entzündungshemmende Effekte auf das Gehirn ausüben und die Fähigkeit besitzen, ROS abzufangen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass diese Phenole neuroprotektive Wirkungen nicht nur gegen Alzheimer und Parkinson, sondern auch gegen zerebrale Ischämie, Rückenmarksverletzungen, die Huntington-Krankheit und periphere Neuropathie haben.

Das Ziel dieser Rattenstudie war es insbesondere, festzustellen, ob natives Olivenöl extra Auswirkungen auf den durch 2,4-D induzierten oxidativen Stress hat. Anhand von Rattenhirnschnitten bildeten die Forscher drei verschiedene Gruppen: extra natives Olivenöl, Olivenöl mit extrahierten hydrophilen Fraktionen (OOHF) und Olivenöl mit extrahierten lipophilen Fraktionen (OOLF). Sie untersuchten die Lipidperoxidation und die antioxidativen Abwehrsysteme mit besonderem Fokus auf das Lipidprofil des Gehirns und die Fettsäurezusammensetzung.

Nach vierwöchiger Exposition gegenüber 2,4-D nahm das Gehirngewicht der Ratten ab, ebenso wie die AChE-Aktivitäten – ein Indikator für Zellmembranschäden. Die Gehirne wiesen zudem einen Rückgang des Gehalts an PUFA in den Membranen auf. Sowohl die Gruppe mit nativem Olivenöl extra als auch die OOLF-Gruppe wiesen die gleiche Fettsäurezusammensetzung auf: 17 Prozent gesättigte Fettsäuren, 65 Prozent einfach ungesättigte Fettsäuren und 15 Prozent PUFA. Die durch die Pestizidexposition im Gehirn hervorgerufenen Veränderungen wurden durch die Zugabe von nativem Olivenöl extra oder dessen Fraktionen vollständig ausgeglichen, wodurch das Gehirngewicht wiederhergestellt und die AChE-Aktivität angeregt wurde.

Darüber hinaus stellte die Supplementierung mit nativem Olivenöl extra auch die Aktivitäten der antioxidativen Enzyme und die Lipidperoxidation wieder auf ein normales Niveau her. Die PUFA-Spiegel wurden ebenfalls wieder normalisiert, insbesondere die DHA-Spiegel, was auf eine beobachtbare neuroprotektive Wirkung von nativem Olivenöl extra hindeutet. Auch die ROS-Werte im Gehirn waren reduziert.

Die Studie legt nahe, dass die positiven Wirkungen von nativem Olivenöl extra auf seinen hohen Gehalt an Antioxidantien und einfach ungesättigten Fettsäuren zurückzuführen sind.

Obwohl es sich hierbei nur um eine Studie an Ratten handelt, deuten erste Daten darauf hin, dass natives Olivenöl extra ein natürlicher Schutz gegen akute Exposition gegenüber 2,4-D-Neurotoxizität sein könnte. Und obwohl weitere Forschung erforderlich ist, schlagen die Autoren vor, dass natives Olivenöl extra eine therapeutische Strategie zum Schutz nicht nur vor 2,4-D-Exposition, sondern auch vor anderen Arten der Pestizidexposition sein könnte, die zu neurologischen Störungen wie Alzheimer und Parkinson sowie zu erhöhtem oxidativem Stress beitragen.