Wie Olivenöl dazu beitragen kann, Indiens tödlichen Trend zu bekämpfen
Forschungsergebnisse zeigen, dass das Potenzial von Hydroxytyrosol bei der Vorbeugung von durch Quecksilber verursachter Zytotoxizität Olivenöl zu einer hervorragenden Nahrungsquelle machen könnte, um zur Bewältigung einer wachsenden Gesundheitskrise in Indien beizutragen.
Die steigende Quecksilberbelastung (Hg) in Indien, die auf Umwelt-, Industrie-, medizinische und ernährungsbedingte Quellen zurückzuführen ist, führt rasch zu einer Situation, die sich zu einer schweren Krise der öffentlichen Gesundheit im Land entwickeln könnte. Die negativen Auswirkungen zeigen sich bereits in der gemeldeten Zunahme von Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen, neurologischen Störungen, psychiatrischen Störungen und Sehstörungen.
Forscher vermuten, dass die Aufnahme von sekundären Pflanzenstoffen, wie sie beispielsweise in Olivenöl enthalten sind, dazu beitragen könnte, diese Gesundheitsrisiken in erheblichem Maße zu mindern. Natives Olivenöl enthält eine Reihe von phenolischen Antioxidantien, denen gesundheitliche Vorteile zugeschrieben werden, und eines dieser Antioxidantien, Hydroxytyrosol
(HT), hat sich als wirksam gegen Hg-induzierte Toxizität erwiesen.
Siehe auch: Gesundheitliche Vorteile von
Olivenöl
Im Allgemeinen gilt: Sobald Quecksilber (Hg) aufgenommen, eingeatmet oder vom Körper absorbiert wird, kann es entweder nach einer gewissen Zeit auf natürliche Weise ausgeschieden werden – insbesondere wenn die Vergiftungsquellen eingedämmt werden – oder es kann sich in den Zellen anreichern. Im letzteren Fall beginnt die Quecksilberanreicherung, die zellulären Prozesse zu stören und führt zu schädlichen morphologischen Veränderungen, die die Zellstrukturen zerstören und langfristige Organschäden verursachen können. Die Nieren und das Gehirn, insbesondere bei kleinen Kindern, sind besonders anfällig für Quecksilbervergiftungen.
Der Einsatz von HT wird in solchen Fällen empfohlen, da der phenolische sekundäre Pflanzenstoff nicht nur ungiftig und entzündungshemmend ist, sondern auch in der Lage ist, Zellmembranen zu durchdringen, und metallchelatbildende Eigenschaften besitzt, die der durch Quecksilber verursachten Zytotoxizität entgegenwirken können.
Experimente von Manna et al. zeigen, dass HT die durch Quecksilberbelastung verursachte Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) signifikant reduziert. Die Forschungsergebnisse wurden im Journal of Nutrition & Food Sciences veröffentlicht.
ROS sind reaktive Sauerstoffmoleküle, die in hohen Konzentrationen Apoptose auslösen können, d. h. sie können die Selbstzerstörung der Zelle bewirken. Für das Überleben der Zelle ist es daher notwendig, ROS zu entgiften, und zu diesem Zweck setzt das natürliche Abwehrsystem Antioxidantien wie Glutathion frei. Eine anhaltende Quecksilberbelastung kann jedoch den Glutathion-Spiegel erschöpfen und die antioxidative Abwehr untergraben. HT kann genau diesen Abbau verhindern und es Glutathion so ermöglichen, seine schützende Aufgabe zu erfüllen.
Manna et al. beobachteten zudem das Potenzial von HT bei der Verhinderung der Bildung von Echinocyten. Dabei handelt es sich um rote Blutkörperchen (RBCs), die bei Quecksilberbelastung abnormale, gleichmäßig angeordnete stachelige Auswüchse an den Zellmembranen bilden. Echinocyten wirken gerinnungsfördernd und können zu einer durch Quecksilber verursachten Ruptur, der sogenannten Hämolyse, sowie zu thrombotischen Erkrankungen führen. Eine erhöhte Echinocytenbildung steigert zudem das Risiko für Herz-Kreislauf-Schäden.
Angesichts der Wirksamkeit der antioxidativen Eigenschaften von HT ist es eindeutig eine hervorragende Nahrungsquelle zur Behandlung von Hg-bedingten Gesundheitsproblemen. Die Verwendung von Olivenöl in der täglichen Ernährung könnte sich daher in Indien als äußerst vorteilhaft erweisen.

Allerdings könnte die Einbeziehung von Olivenöl in die tägliche Küche ein breiteres gesundheitsbewusstes Bewusstsein erfordern, als es derzeit vorhanden ist, da die Menschen im Allgemeinen dazu neigen, das zu verwenden, was sie schon immer verwendet haben und was den Geschmack oder das Aroma, an das sie gewöhnt sind, nicht verändert.
Der hohe Preis von Olivenöl, das größtenteils importiert wird, macht es zudem für den Teil der Bevölkerung, der am meisten davon profitieren könnte, oft unerschwinglich. Der Anbau von Oliven in Rajasthan und Himachal Pradesh sowie die Produktion von Olivenöl in Indien könnten hoffentlich dazu führen, dass es bald für die breite Öffentlichkeit zugänglicher wird.