Oleocanthal, ein Polyphenol im Olivenöl, wirkt sich positiv auf menschliche Melanomzellen aus
Neuen Forschungsergebnissen zufolge könnte Oleocanthal ein wirksames Mittel gegen aggressive Melanome sein.
Eine der aggressivsten und chemotherapieresistentesten Krebsarten ist das maligne Hautmelanom. Es stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter die Injektion von Entzündungsmolekülen sowie orale und topische Wirkstoffe – und genau hier könnten die Polyphenole des nativen Olivenöls extra eine entscheidende Rolle spielen.
Oleocanthal, einer der bekanntesten Polyphenolverbindungen in nativem Olivenöl extra, wurde von Gary Beauchamp
während eines Experiments zur Verbesserung des Geschmacks von Ibuprofen entdeckt
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Siehe auch: Olivenöl und Krebsbehandlung sowie -prävention
Während er mit einem Team aus Wissenschaftlern, Lebensmittelspezialisten und Köchen an der molekularen Gastronomie forschte, führte Beauchamp eine Olivenölverkostung durch, als ihm einige Ähnlichkeiten zwischen dem Geschmack eines bestimmten Olivenöls und dem von Ibuprofen auffielen.
Forscher haben seine Fähigkeit nachgewiesen, starke entzündungshemmende Eigenschaften zu entfalten, die Cyclooxygenase-Enzyme auf die gleiche Weise hemmen wie das NSAID Ibuprofen. Andere Studien haben gezeigt, dass natives Olivenöl extra bei der Chemoprävention von Hirntumoren, bei der Verringerung von invasivem Brustkrebs, bei der Verringerung von Brustkrebsrezidiven sowie bei der Behandlung von Blasenkrebs eine Rolle spielt.
Eine neue Studie, die in „Nutrition and Cancer“ veröffentlicht wurde, hatte zum Ziel zu untersuchen, ob Oleocanthal eine antiproliferative Wirkung gegen Melanomzellen entfalten könnte.
Für die Studie wurde eine reine, direkte Extraktion und Reinigung von Oleocanthal durchgeführt. Menschliche Melanomzellen mit hoher tumorigenischer und metastatischer Aktivität wurden mit dermalen Fibroblasten (normalen menschlichen Hautzellen) verglichen, wobei beide Oleocanthal ausgesetzt und auf ihre Zellaktivität getestet wurden.
Die Studie zeigte erstmals, dass Oleocanthal das Zellwachstum in Melanomzellen in einer konzentrationsabhängigen Weise hemmt, was bedeutet: Je mehr die Zellen Oleocanthal ausgesetzt sind, desto weniger vermehren sie sich und werden krebserregend. Bei dermalen Fibroblasten trat dieses Ergebnis nicht auf, was darauf hindeutet, dass die selektive Wirkung nur in Krebszellen auftritt.
Die Mechanismen der Wirkung von Oleocanthal auf die Apoptose (Zelltod) wurden untersucht, und die Ergebnisse zeigten, dass das Polyphenol spezifisch die Genexpression von „antiapoptotischen Bcl-2-Proteinen“ herunterreguliert. Dies allein könnte klinische Bedeutung haben, da die Fähigkeit, diese Gene herunterzuregulieren, „Zellen sowohl für konventionelle als auch für zielgerichtete Therapien sensibilisieren“ kann.
Was die Mechanismen von Oleocanthal bei der Tumorentwicklung betrifft, so stellten die Forscher fest, dass Oleocanthal „eine bemerkenswerte Verringerung der ERK-Phosphorylierung zeigt und dieser Effekt mit einer Hemmung der AKT-Phosphorylierung einherging“. Diese Proteine stellen Signalwege bereit, die eine direkte Kommunikationskette bilden, die als Ein-/Aus-Schalter fungieren kann, was in diesem Fall offenbar dazu beiträgt, Krebssignale auszuschalten.
Es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ergebnisse zu untermauern, doch die Autoren vermuten, dass angesichts der nachgeschalteten Signalwege „die Hemmung der ERK- und AKT-Signalwege zur Unterdrückung des Zellwachstums führen könnte“.
Die Autoren wiesen zudem darauf hin, dass die Wirkung von Oleocanthal in diesem Fall unabhängig von seiner Wirkung gegen Cyclooxygenase-Enzyme ist. Nun sollten weitere Studien durchgeführt werden, um zu bestätigen, ob Polyphenole aus nativem Olivenöl extra tatsächlich als pharmakologischer Wirkstoff zur Behandlung von Melanomen eingesetzt werden könnten.