Behörden untersuchen neuen Erreger bei Olivenbäumen im Nordosten Italiens
Die Regionalregierung von Venetien hat sich mit Landwirten und Forschern zusammengetan, um die Ursache eines anhaltenden Ausbruchs zu ermitteln
Die Behörden in der nordostitalienischen Region Venetien suchen nach dem wirksamsten Mittel zur Bekämpfung eines unbekannten Erregers, der viele Olivenbäume in der Region befällt.
Die Regionalregierung von Venetien hat bereits 20.000 Euro (23.700 US-Dollar) bereitgestellt, um den neuartigen Erreger, der vor drei Jahren erstmals in der Region festgestellt wurde, zu identifizieren und einzudämmen.
Siehe auch: Asiatischer Käfer könnte Ursache für „Green Drop“ bei Olivenbäumen sein, wie Forscher feststellen„Es handelt sich nicht um Xylella fastidiosa“, teilten die Behörden in einer Pressemitteilung mit. „Es ist eine neu auftretende Krankheit, die die venezianischen Olivenhaine bedroht. Seit 2017 beobachten wir Phänomene wie das Welken von Ästen, Nekrosen und Fruchtfall.“
Agroforstwissenschaftler der Universität Padua konnten bereits einige der an den Ausbrüchen beteiligten Erreger identifizieren.
Bestimmte Pilze aus der Familie der Botryosphaeriaceae gelten nun als verantwortlich für die Beeinträchtigung der Pflanzengesundheit und der Ertragsfähigkeit.
Die für das Projekt verantwortlichen Forscher erklärten gegenüber der „Olive Oil Times“, es sei jedoch möglicherweise noch zu früh, um auf eine konkrete Ursache hinzuweisen. Sie fügten hinzu, dass es in den nächsten Monaten möglich sein dürfte, sich ein klareres Bild von der Situation zu verschaffen.
Mit Hilfe lokaler Olivenbauern, Erzeugerverbände und der Konsortien für Olivenöl mit der geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.) „Veneto“ hoffen die Behörden, die Entwicklung an den Bäumen zu beobachten und die Vektoren – also die Schädlinge –, die die Krankheit verbreiten, besser zu verstehen. Dies herauszufinden, wird ein wesentlicher Schritt sein, um künftige Eindämmungs- und Präventionsstrategien zu entwickeln.
In Zukunft planen die Forscher die Durchführung von Feldversuchen, in denen sie bestimmte Fungizide testen werden, die speziell für den Einsatz gegen Botryosphaeria dothidea, Neofusicoccum parvum und Phytophthora entwickelt wurden.
Zudem werden sie die anderen in den Olivenhainen vorkommenden Pflanzen- und Insektenarten genau beobachten, um deren Rolle als Reservoirs für die Krankheitserreger zu verstehen.
Von besonderem Interesse ist die invasive asiatische Wanzenart, die Agrarwissenschaftler bereits als potenziellen Verursacher des „Green Drop“-Phänomens bei den Olivenbäumen der Region identifiziert haben.
Nach Angaben der lokalen Behörden sollen mehr als 12.400 Acres (5.000 Hektar) Olivenhaine beobachtet werden, darunter die Gebiete rund um den Gardasee, die Colli Euganei, die Berici und den Monte Grappa.