Studie zeigt: Oliven gehören zu den Lebensmitteln mit den geringsten Pestizidrückständen in Europa
Ein Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zeigt, dass die Schadstoffwerte bei Oliven zu den niedrigsten aller für Verbraucher erhältlichen Lebensmittel zählen.
Laut einem Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) lagen die Pestizidrückstände auf Oliven, die 2019 innerhalb der Europäischen Union angebaut, verarbeitet und vermarktet wurden, größtenteils deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten.
Der jüngste EFSA-Bericht zeigt, dass die Schadstoffwerte bei Oliven zu den niedrigsten aller für Verbraucher erhältlichen Lebensmittel gehören.
Der im April 2021 veröffentlichte EFSA-Bericht für 2019 analysierte die Ergebnisse von Probenahmen an einer Vielzahl von Lebensmitteln, die von den nationalen Behörden der Mitgliedstaaten sowie den zuständigen Behörden Norwegens und Islands untersucht wurden.
Siehe auch: Studie zeigt: Olivenfliegen in Spanien sind immun gegen gängige Pestizide„Im Jahr 2019 lagen 96 Prozent der insgesamt 96.302 analysierten Proben unter dem Rückstandshöchstgehalt (MRL)“, heißt es in dem Bericht.
Schlüsselt man diese Zahlen auf, so wiesen 57 Prozent aller Proben keine quantifizierbaren Rückstände auf, während knapp 40 Prozent Rückstände enthielten, die die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschritten. Fast vier Prozent aller Proben wiesen einen illegalen Pestizidgehalt auf, was in vielen Fällen zu Sanktionen oder anderen Durchsetzungsmaßnahmen führte.
In der Kategorie der unverarbeiteten Lebensmittel wurden 84 Oliven aus der Ölproduktion beprobt. Davon wiesen 69 Prozent (58 Proben) vernachlässigbar geringe Pestizidrückstände auf. Weitere 26 Prozent (22 Proben) wiesen Pestizidwerte unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts auf. Die letzten vier Proben überschritten jedoch den gesetzlichen Grenzwert.
Bei Tafeloliven war die Situation sehr ähnlich. Die EFSA untersuchte 88 Proben und stellte fest, dass 84 Prozent (74 Proben) keine quantifizierbaren Rückstände enthielten, während 11 Prozent (10 Proben) Pestizidwerte unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts aufwiesen. Nur vier Proben überschritten diesen Grenzwert.
In ihrem Bericht berücksichtigte die EFSA den Einsatz mehrerer Pestizide in unverarbeiteten Lebensmitteln. Der Bericht kam zu dem Ergebnis, dass bei Oliven der Einsatz von mehr als einem Pestizid selten vorkommt.
Sechshunderteinundvierzig Proben von Oliven für die Ölgewinnung, die von nationalen Behörden untersucht und der EFSA gemeldet wurden, wiesen keine quantifizierbaren Pestizidrückstände auf. Dagegen wiesen 64 Proben das Vorhandensein eines einzigen Pestizids auf, während 17 Proben Rückstände mehrerer Produkte enthielten.
Siehe auch: Europa plant, die für den ökologischen Landbau genutzte Fläche bis 2030 zu verdreifachenDiese Zahlen machen Oliven zu einem der sichersten Lebensmittel, das besser abschneidet als Milch, Weizen, Äpfel, Tomaten oder Trauben.
Der jüngste Bericht bezog Oliven nicht in den Sonderteil des Kontrollprogramms der Europäischen Union ein, der sich auf einige der beliebtesten Lebensmittel auf dem Markt konzentrierte.
Im Bericht von 2018, der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, wurden jedoch mehr als 3.000 Olivenölproben berücksichtigt. Die EFSA stellte fest, dass die Pestizidwerte in Olivenöl deutlich gesunken sind. Im Jahr 2015 überschritten 0,9 Prozent der Proben den Rückstandshöchstwert, während dieser Anteil im Jahr 2018 auf 0,6 Prozent sank.
Unter Berücksichtigung aller für ihren jüngsten Bericht untersuchten Proben stellte die Lebensmittelbehörde fest, dass in der Europäischen Union 799 verschiedene Pestizide eingesetzt werden.
Die EFSA stellte zudem fest, dass unverarbeitete Lebensmittel den Rückstandshöchstwert häufiger überschritten als verarbeitete Lebensmittel: 4 Prozent bzw. 2,8 Prozent der Proben lagen über den gesetzlichen Grenzwerten.
Zu den Schlussfolgerungen der Studie gehört, dass die EFSA im Jahr 2019 einen leichten Rückgang der eingesetzten Pestizide im Vergleich zum Vorjahr feststellte. Der Anteil der nicht konformen Proben sank von 4,7 Prozent auf vier Prozent aller untersuchten Proben.
Der Bericht stellte zudem fest, dass der Anteil der Proben ohne quantifizierbare Rückstände von 50 Prozent im Jahr 2018 auf 55 Prozent im Jahr 2019 gestiegen ist.