Ein in Oliven enthaltener Wirkstoff könnte helfen, einer tödlichen Form von Brustkrebs vorzubeugen
Eine an der Universität Jaén durchgeführte Studie hat die möglichen positiven Auswirkungen einer sowohl in Oliven als auch in Olivenöl enthaltenen Verbindung auf eine aggressive Form von Brustkrebs aufgezeigt.
Ein sowohl in Oliven als auch in nativem Olivenöl extra vorkommender Wirkstoff könnte laut einer Studie der spanischen Universität Jaén als alternative Therapie zur Vorbeugung von dreifach negativem Brustkrebs dienen.
Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der chemopräventiven Verbindung Hydroxytyrosol als neuartigen Kandidaten, der als alternative zielgerichtete Therapie für dreifach negativen Brustkrebs untersucht werden sollte.
Die Forscher haben die chemopräventiven Eigenschaften bestätigt, die Hydroxytyrosol bei der Behandlung dieser Krankheit haben könnte.
Hydroxytyrosol ist eine Art phenolischer sekundärer Pflanzenstoff mit antioxidativen Eigenschaften und gilt als eines der stärksten natürlichen Antioxidantien. Sein Wert für die Fähigkeit zur Absorption von Sauerstoffradikalen ist einer der höchsten, die in Pflanzen gefunden wurden.
Siehe auch: Gesundheitsnachrichten zu OlivenölHydroxytyrosol kommt natürlicherweise in Olivenbäumen vor und ist vor allem in deren Blättern, in nativem Olivenöl extra und in Tafeloliven in Form des Elenolsäureesters Oleuperin enthalten.
Triple-negativer Brustkrebs ist eine sehr aggressive Form von Brustkrebs, die durch eine niedrige Überlebensrate, eine hohe Proliferation und Heterogenität der Krebszellen sowie eine hohe Metastasierungswahrscheinlichkeit gekennzeichnet ist. Er macht etwa 10 bis 20 Prozent aller Brustkrebsfälle aus.
Die Studie, deren Ergebnisse kürzlich im European Journal of Nutrition veröffentlicht wurden, wurde durchgeführt, um die Wirkung von Hydroxytyrosol auf die Brustkrebsstammzellen zu untersuchen, die für das Wiederauftreten von Tumormetastasen verantwortlich sind.
Für die Forschung wurden verschiedene in-vitro-Zelllinien von dreifach negativem Brustkrebs verwendet. Die Studie berichtete erstmals über die hemmende Wirkung von Hydroxytyrosol auf Brustkrebsstammzellen und die Tumorzellmigration durch die Veränderung der epithelial-mesenchymalen Transition und embryonaler Signalwege.
Die Ergebnisse zeigten, dass Hydroxytyrosol direkt auf Brustkrebsstammzellen wirkt, deren Anzahl und Aggressivität verringert sowie deren Vermehrungsfähigkeit hemmt.
„Wir berichten erstmals über die hemmende Wirkung von Hydroxytyrosol auf Brustkrebsstammzellen und die Tumorzellmigration durch die Beeinflussung des epithelial-mesenchymalen Übergangs sowie der Wnt/β-Catenin- und des transformierenden Wachstumsfaktor-beta-Signalwegs“, schrieben Marina Cruz-Lozano und Adrián González-González, die Mitautoren der Studie, in dem Bericht.
„Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der chemopräventiven Verbindung Hydroxytyrosol als neuartigen Kandidaten, der als alternative zielgerichtete Therapie für dreifach negativen Brustkrebs untersucht werden sollte.“
Die Studie wurde von Forschern der Abteilung für klinische Onkologie des Universitätsklinikums Jaén mit Unterstützung des Zentrums für Genomik und Onkologieforschung in Granada durchgeführt.
Seit 2015 arbeitet diese Forschungsgruppe unter der Leitung von Dr. Sergio Granados an der Suche nach Biomarkern, die mit dem Auftreten von Metastasen, dem Wiederauftreten von Tumoren und der Resistenz gegen therapeutische Behandlungen in Verbindung stehen, wobei Stammzellen als Forschungsschwerpunkt dienen.
Die Gruppe ist der Ansicht, dass diese Bemühungen dazu beitragen könnten, neue spezifische und personalisierte Behandlungen zu entwickeln, vor allem für Patientinnen mit dreifach negativem Brustkrebs. Im Jahr 2015 gelang es der Gruppe, das Gen ATF4 zu hemmen, das zur Metastasierung beiträgt.
Die Forschungsergebnisse zu Hydroxytyrosol bilden die Grundlage für eine klinische Studie, die derzeit am Houston Methodist Hospital durchgeführt wird und die Auswirkungen dieser Verbindung auf die Prävention von Brustkrebs bei Hochrisikopatientinnen untersucht. Darüber hinaus dienen sie als Grundlage für die Erprobung von Hydroxytyrosol in xenogenen Tiermodellen, die von Patientinnen mit dreifach negativem Brustkrebs stammen.