Umfrage: 55 Prozent der Verbraucher bevorzugen nachhaltige Lebensmittel
In den Entwicklungsländern war der Anstieg bei nachhaltig hergestellten Lebensmitteln am stärksten. In den Industrieländern waren die Zuwächse moderater.
Die jüngste Verbraucherumfrage von Cargill, einem der weltweit größten Unternehmen im Bereich Agrardienstleistungen und Lebensmittelproduktion, zeigt, dass Verbraucher beim Kauf von Lebensmitteln zunehmend auf Nachhaltigkeit achten.
Die aktuelle FATitudes-Umfrage wurde unter 6.000 Verbrauchern in 11 Ländern durchgeführt. 55 Prozent der befragten Verbraucher gaben an, dass sie ein bestimmtes Produkt eher kaufen, wenn es mit einem Nachhaltigkeitsversprechen versehen ist – ein Anstieg gegenüber 51 Prozent im Jahr 2019.
Unsere neuesten Ergebnisse zeigen deutlich, dass Botschaften rund um Nachhaltigkeit einen Einfluss auf die Verbraucher haben.
Selbst in Ländern, in denen das Interesse der Verbraucher an Nachhaltigkeit geringer ist, steigen die Zahlen.
In den Vereinigten Staaten ergab die Umfrage, dass 37 Prozent der Amerikaner Nachhaltigkeit bei der Auswahl ihrer Lebensmittel berücksichtigen – ein Anstieg um sechs Prozent im Vergleich zu 2019.
Siehe auch: Europas neue nachhaltige Agrarpolitik wird Lebensmittel noch teurer machen, warnen LandwirteAndere Länder wie Brasilien und Mexiko verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Anstieg um 13 Prozent, wobei 74 Prozent der brasilianischen Verbraucher und 66 Prozent der mexikanischen Verbraucher Interesse am Nachhaltigkeitsprofil der von ihnen ausgewählten Lebensmittel zeigen.
Auch in Indien ist dieser Wert auf 67 Prozent gestiegen (ein Anstieg um 11 Prozent). Im Vereinigten Königreich stieg das Interesse an der Nachhaltigkeit von Lebensmitteln auf 51 Prozent, was einem Anstieg um acht Prozent entspricht.
Cargill, ein bedeutender Palmölproduzent, hob hervor, dass die Verbraucher in der Umfrage zum ersten Mal gefragt wurden, welche Art von Nachhaltigkeitsaussage sie erwarten würden.
An der Spitze standen Angaben wie „aus nachhaltiger Herkunft“ und „Erhaltung natürlicher Ressourcen“. Laut Cargill lagen diese deutlich vor bekannten Labels wie „Fair Trade“ oder „reduzierte Verpackung“.
„Unsere neuesten Erkenntnisse zeigen deutlich, dass Botschaften rund um Nachhaltigkeit einen Einfluss auf die Verbraucher haben“, sagte Nese Tagma, Geschäftsführerin für Strategie und Innovation im globalen Speiseölgeschäft von Cargill. „Erkenntnisse wie diese helfen uns dabei, unseren verbraucherorientierten Innovationsansatz zu steuern, und ermöglichen es uns, gemeinsam mit Kunden neue Produkte und Lösungen zu entwickeln, die aktuelle Verbrauchertrends und Präferenzen bei den Inhaltsstoffen widerspiegeln.“
In einer Pressemitteilung betonte Cargill die Bedeutung von „Programmen zur regenerativen Landwirtschaft für Ölsaaten aus Reihenkulturen sowie für Palmöl, das vom Roundtable on Sustainable Palm Oil als aus verantwortungsvoller Herkunft zertifiziert ist“.
Der Palmölmarkt ist im Laufe der Zeit stetig gewachsen. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums wurden im Jahr 2021 75.503 Tonnen Palmöl produziert. Indonesien (59 Prozent) und Malaysia (25 Prozent) sind mit Abstand die größten Produzenten.
Die Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Zukunft des Palmölmarktes ist enorm. Vor kurzem hat die Europäische Union neue Vorschriften für Speiseöl angekündigt, wonach für Produkte, die in den 27 Mitgliedstaaten importiert werden sollen, Nachhaltigkeitszertifizierungen erforderlich sein werden.
In anderen Ländern, wie beispielsweise Sri Lanka, hat die Regierung Importe verboten und die Landwirte aufgefordert, ihre Palmplantagen zu roden, da diese als Ursache für die Entwaldung angesehen werden.
Unter Bezugnahme auf die Umfrageergebnisse erklärte Florian Schattenmann, Chief Technology Officer und Vizepräsident für Innovation sowie Forschung und Entwicklung bei Cargill: „Diese Erkenntnisse bestärken uns in unserem Engagement, nachhaltige Praktiken in jeden Aspekt unserer Geschäftstätigkeit zu integrieren.“
„Dies umfasst alles von unseren Beschaffungspraktiken bis hin zu unseren Verarbeitungsanlagen und erstreckt sich sogar auf die Entwicklung neuer Produkte, bei der Entscheidungen zur Kommerzialisierung von Innovationen nun neben Leistung und Kosten auch die Nachhaltigkeit berücksichtigen“, schloss er.