Frankreich verhängt Einfuhrverbot für Gemüse aus Apulien
Frankreich hat ein Einfuhrverbot für Gemüse und Pflanzen aus der italienischen Region Apulien verhängt, da befürchtet wird, dass sich das Bakterium Xylella fastidiosa ausbreiten könnte.
Frankreich hat ein Einfuhrverbot für Gemüse und Pflanzen aus der süditalienischen Region Apulien (Puglia) verhängt, da befürchtet wird, dass sich das Bakterium Xylella fastidiosa nach Frankreich ausbreiten könnte.
Das Bakterium hat Zehntausende Hektar Olivenhaine in der Region Salento in Apulien befallen, was die Europäische Kommission dazu veranlasste, die Fällung von bis zu 11 Millionen Olivenbäumen zu empfehlen, um den Ausbruch einzudämmen und eine Ausbreitung auf andere Teile Europas zu verhindern.
In einer am 3. April 2015 veröffentlichten Pressemitteilung des französischen Landwirtschaftsministeriums wurde die Einführung eines Einfuhrverbots für 102 verschiedene Gemüse- und Pflanzenarten, die für Xylella fastidiosa anfällig sind, aus Regionen angekündigt, die von dem Bakterium befallen sind, darunter Apulien. Die Entscheidung wurde laut Ministerium getroffen, um die potenziell schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen einer möglichen Ausbreitung des Bakteriums nach Frankreich zu vermeiden.
Xylella fastidiosa wird durch Insekten übertragen und kann eine Vielzahl verschiedener Pflanzenarten befallen, darunter Kaffee, Weintrauben sowie Zitrus- und andere Obstbäume. Es gibt keine bekannte wirksame Methode zur Ausrottung des Bakteriums, außer der Vernichtung infizierter Bäume und Pflanzen, um dessen Ausbreitung zu verhindern.
Der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll fordert seit dem 16. Januar 2015 EU-Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs. Diese Maßnahmen werden derzeit noch von Experten aus den 28 EU-Mitgliedstaaten diskutiert, doch ein Konsens ist noch nicht erzielt worden. In der Zwischenzeit hat das französische Landwirtschaftsministerium beschlossen, auf nationaler Ebene Maßnahmen zu ergreifen, indem es das Einfuhrverbot verhängte.
Coldiretti (Confederazione Nazionale Coltivatori Diretti), Italiens nationaler Bauernverband, hat auf das französische Verbot reagiert, indem er es als „unverhältnismäßig und respektlos“ bezeichnete und Frankreich vorwarf, einen Handelskrieg zu beginnen.