Keine Einigung über EU-Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs im Salento
Experten aus den 28 EU-Mitgliedstaaten konnten sich nicht auf Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Bakteriums einigen.
Nach einem Vorschlag der
Europäischen Kommission
, 11 Millionen mit Xylella fastidiosa (Xf) infizierte Olivenbäume in Süditalien zu fällen, gelang es bei einem Treffen von Experten aus den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) in Brüssel nicht, einen Konsens über die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Bakteriums zu erzielen.
Xylella fastidiosa, ein durch Insekten verbreitetes Bakterium, wird für die Zerstörung von über 74.000 Acres Olivenhainen in der Region Salento in Apulien (Puglia), Süditalien, verantwortlich gemacht.
Bei der Sitzung des EU-Pflanzenschutzausschusses am 26. und 27. März 2015 in Brüssel waren sich die Experten aus den 28 EU-Mitgliedstaaten uneinig über die beste Vorgehensweise zur Eindämmung von Xf.
Italien lehnt die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen drastischen Maßnahmen ab und verweist dabei auf den Widerstand der lokalen Olivenproduzenten gegen die Vernichtung jahrhundertealter Olivenbäume und die Zerstörung der lokalen Landschaft.
Frankreich und Spanien hingegen befürworten einen harten Kurs, da sie eine mögliche Ansteckung ihrer eigenen Olivenhaine, Weinberge und sogar Zitrusbäume durch das von Insekten übertragene Bakterium befürchten.
Siehe auch: Mehr zum Ausbruch von Xylella fastidiosa in Apulien
Italien wäre nicht in der Lage, Entscheidungen zum Ausrottungsplan zu blockieren, da die Abstimmung mit Mehrheit erfolgt. Andere EU-Mitgliedstaaten forderten ein umfassenderes Verbot von Pflanzenexporten aus der Region Salento und eine größere Pufferzone, die mit Pestiziden behandelt werden soll, um die Ausbreitung von Xylella fastidiosa einzudämmen.
Die lokalen Behörden haben in der Provinz Lecce eine eine Million Hektar (2,4 Millionen Acres) große Ausrottungszone ausgewiesen, wobei betroffene Olivenbäume mit roten Kreuzen für die bevorstehende Fällung markiert wurden.
Die Region Apulien ist einer der größten Olivenölproduzenten Italiens und lieferte im vergangenen Jahr 40 Prozent der italienischen Produktion.
Die Gespräche sollen bei einem weiteren EU-Treffen in Brüssel in diesem Monat fortgesetzt werden.