Erzeugerpreise in Spanien um 20 Prozent gestiegen

Die Preise tendieren nach oben, da für das kommende Wirtschaftsjahr in Andalusien ein deutlicher Produktionsrückgang prognostiziert wird.

Spanische Olivenöle verzeichneten laut „El País“ Preisanstiege von über 20 Prozent aufgrund von Prognosen einer schwachen kommenden Ernte. Derzeit liegt der Preis für natives Olivenöl extra bei 2,20 Euro/kg, während Lampante-Öl oder Öl minderer Qualität bei 1,65 Euro/kg gehandelt wird.

Anfang Juni waren die Vorräte mit rund 1.015.000 Tonnen noch gut gefüllt, doch aufgrund des Mangels an Frühlingsregen rechnen lokale Landwirtschaftsverbände mit einem Rückgang der nächsten Ernte um 800.000 bis 900.000 Tonnen. Dies würde einen Rückgang von mehr als 50 Prozent gegenüber der vorangegangenen Ernte bedeuten, die zu den ertragreichsten seit Beginn der Aufzeichnungen gehörte.

Agustín Rodríguez, UPA
Agustín Rodríguez, UPA

In Jaén, wo bei der letzten Ernte 42 Prozent (740.000 MT) der nationalen Produktion und die Hälfte der andalusischen Ernte erzielt wurden, hat der Kleinbauernverband (UPA – Unión de Pequeños Agricultores) eine kommende Ernte von weniger als 300.000 MT prognostiziert, was einem Rückgang von 60 Prozent entspricht. Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten, wäre die Ernte in Jaén noch schwächer als die vor zwei Jahren verzeichnete.

„Selbst wenn es regnet, hängen keine Früchte an den Bäumen. Die Situation kann sich also eigentlich nicht verbessern, könnte sich aber verschlechtern“, sagte Agustín Rodríguez von der UPA.

Die vergangene Olivenölsaison brach mit einer Produktion von 1.773.000 MT alle Rekorde, hielt die Preise konstant niedrig und steigerte den Inlandsverbrauch um 18 Prozent auf 48.000 MT pro Monat. Gleichzeitig erreichten die Exporte historische Werte; im ersten Quartal 2014 exportierte Andalusien über 198.000 MT natives Olivenöl, was einem Anstieg von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Vertreter der Branche hoffen nun, dass die Preiserhöhungen dazu beitragen werden, den Absatz – insbesondere im Ausland – einzudämmen, und zwar hoffentlich in einem Maße, das den Druck durch die bevorstehende Ernte etwas mindert, die bei weitem nicht so ertragreich sein wird wie die vorherige.