Kardiometabolische Vorteile der mediterranen Ernährung mit Olivenöl bei Typ-2-Diabetikern
Die Einhaltung einer mediterranen Ernährungsweise bietet eine Vielzahl nachhaltiger gesundheitlicher Vorteile hinsichtlich der Risikominderung und Behandlung von Typ-2-Diabetes.
Körpergewicht, Cholesterin, Blutdruck (BD), Glukose-/Insulinstatus und -funktion, oxidativer Stress und Entzündungen sind allesamt kardiometabolische Risikofaktoren, die durch die Wahl der Ernährungsweise des Einzelnen beeinflusst werden können. Die mediterrane Ernährung (MedDiet) gilt als eine der gesündesten Ernährungsweisen und zeichnet sich durch einen hohen Verzehr von Gemüse, Obst, Olivenöl, Nüssen, Samen, Fisch und Geflügel aus.
Derzeit ist weltweit eine epidemieartige Zunahme der Zahl der Menschen zu verzeichnen, bei denen Typ-2-Diabetes diagnostiziert wird. Typ-2-Diabetes ist in erster Linie eine Lebensstilkrankheit und eine Stoffwechselerkrankung, die mit vielen der oben genannten metabolischen Faktoren einhergeht, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich erhöht. Laut der American Heart Association „sterben mindestens 68 Prozent der Menschen im Alter von 65 Jahren oder älter mit Diabetes an einer Form von Herzerkrankung; 16 Prozent sterben an einem Schlaganfall.“
In den letzten Jahren hat ein wichtiger Fortschritt in der Ernährungswissenschaft gezeigt, dass die Ernährungsgewohnheiten eines Menschen wichtiger sind als einzelne Nährstoffe. Ein Ernährungsmuster mit vielen Kombinationen von Nährstoffen und Verbindungen, wie beispielsweise das Mittelmeerdiät-Muster, kann einen allgemeinen Synergieeffekt bewirken, der Gesundheitsrisiken erheblich verringern und positive gesundheitliche Vorteile bieten kann.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift „Endocrine“ untersuchte das Mittelmeerdiät-Muster im Zusammenhang mit einer Vielzahl kardiometabolischer Faktoren für das Risiko und die Behandlung von Typ-2-Diabetes und kam im Vergleich zu Kontrollernährungen zu folgenden Ergebnissen:
Zur Vorbeugung von Typ-2-Diabetes kann eine strengere Einhaltung des Mittelmeerdiät-Musters das Risiko für Typ-2-Diabetes um 18–40 Prozent senken. Bei Personen, die sich nach dem Mittelmeerdiät-Muster ernähren, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Remission des metabolischen Syndroms bei 34–74 Prozent. In Bezug auf die Blutzuckerkontrolle senkte die Mittelmeerdiät im Vergleich zu Kontrolldiäten den HbA1c-Wert um 0,30–0,47 Prozent. Bei einer Mittelmeerdiät mit einem Kohlenhydratanteil von unter 50 Prozent verzeichneten die Patienten eine höhere Rate an vollständiger Remission – 14,7 Prozent im ersten Jahr und 5 Prozent im sechsten Jahr –, verglichen mit 4 bzw. 0 Prozent bei einer fettarmen Diät.
In Bezug auf kardiovaskuläre Risikofaktoren zeigen die Studien insgesamt eine Verringerung des Taillenumfangs um 42 cm, eine Senkung des Gesamtcholesterins um 5,4 bis 8,9 mg/dl, eine Senkung der Triglyceride um 6,14 mg/dl, einen Anstieg des HDL-Cholesterins um 1,17 mg/dl, eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 2,35 mmHg sowie eine Senkung des diastolischen Blutdrucks um 1,5 mmHg. Die Einhaltung einer Mittelmeerdiät führt im Vergleich zu Kontrolldiäten zu einer Verringerung des Gesamtkörpergewichts um 0,29 bis 2,2 kg. Insgesamt weisen Personen, die über einen durchschnittlichen Zeitraum von 4,8 Jahren eine mediterrane Ernährung befolgen, ein um 28–30 Prozent verringertes Risiko für klinische kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod auf.
Als mögliche Mechanismen für die positiven Auswirkungen der Mittelmeerdiät auf die kardiometabolischen Risikofaktoren bei Typ-2-Diabetes werden die entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften dieses Ernährungsmusters angesehen. Die Umstellung von minderwertigen Nahrungsquellen wie raffiniertem Zucker, Stärke, Transfetten und kalorienreichen Lebensmitteln auf hochwertige Nahrungsquellen, die Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Polyphenole enthalten, wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus und reduziert oxidativen Stress sowie die Entzündungskaskade.
Entzündungen stehen im Zusammenhang mit einer erhöhten Insulinresistenz, die nicht nur eine Vorstufe zur Diagnose von Typ-2-Diabetes darstellt, sondern auch eine anhaltende Herausforderung für diejenigen ist, bei denen bereits Diabetes diagnostiziert wurde. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass der Kreislauf proinflammatorischer Moleküle bei Personen, die sich nach dem MedDiet-Muster ernähren, reduziert ist, was wiederum die Insulinsensitivität und die Endothelfunktion auf vaskulärer Ebene verbessern kann. Verbesserungen der Endothelfunktion wurden auch bei Diabetikern nachgewiesen, die sich nach dem MedDiet-Muster ernähren.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die bei Anhängern der Mittelmeerdiät erzielten Vorteile im Vergleich zu Personen, die Kontrolldiäten wie beispielsweise fettarmen Diäten folgen, offenbar von Dauer sind.