In Italien wurden Überreste einer 2.500 Jahre alten Mühle entdeckt

Sie glauben, dass es sich um die älteste Olivenölmühle handelt, die in Magna Graecia gefunden wurde – einer Region, die den größten Teil der süditalienischen Küste umfasst und in die vor 3.500 Jahren antike griechische Kolonisten kamen.

Bei archäologischen Ausgrabungen in der Provinz Matera wurde eine antike Ölmühle aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. entdeckt.

Die Fundstelle befindet sich in der Region Basilikata in Süditalien. Die Archäologen bezeichneten den Fund aufgrund seiner Struktur und seines Alters als sensationell.

Auf diesem Pflaster aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. wurden einige Pflanzenmakrofossilien von Olea Europaea in ausgezeichnetem Zustand gefunden. – Archäologen, Universität der Basilikata

Sie glauben, dass es sich um die älteste Olivenölmühle handelt, die in Magna Graecia gefunden wurde, einer Region, die den größten Teil der süditalienischen Küste umfasst und in der vor 3.500 Jahren antike griechische Kolonisten ankamen.

Die Entdeckung wurde auf der Ausgrabungsstätte von Ferrandina gemacht, einer Stadt, die noch heute für ihr hochwertiges natives Olivenöl extra bekannt ist.

Siehe auch: Antikes Artefakt zur Olivenölherstellung in Gethsemane gefunden

Die Umgebung und die archäologische Vergangenheit sind für Forscher von großer Bedeutung, die nach Überresten antiker Gemeinschaften suchen, die sich bereits in der Eisenzeit in diesem Gebiet niedergelassen hatten.

In einer Pressemitteilung erklärten Wissenschaftler der Universität Basilicata und der regionalen archäologischen Behörde, dass zu den wichtigsten Funden an der Stätte ein aus Trockenmauern erbauter Olivenölbehälter gehört.

Von dort zweigen mehrere Kanäle ab und folgen dem natürlichen Gefälle zu Steinbecken, von denen Archäologen annehmen, dass sie zur Reinigung des Olivenöls dienten.

Den Forschern zufolge bildeten horizontale Balken mit beweglichen Gegengewichten die antike Presse, unter der ein rundes Auffangbecken platziert war, um das Olivenmark aufzufangen.

Agentur für Entwicklung und Innovation in der Landwirtschaft von Lucano

Agentur für Entwicklung und Innovation in der Landwirtschaft von Lucano

Die aktuellen Ausgrabungen wurden vor einigen Jahren aufgenommen, nachdem Archäologen zwei Pressfundamente entdeckt hatten, die sich derzeit im Museum von Metaponto, einer nahegelegenen Stadt, befinden. Die Forscher fanden zudem Spuren einer Presse mit Holzrahmen auf dem Lehmboden.

„Östlich und südlich der Ölzelle wurde ein großer offener Raum gefunden, mit einer gut verdichteten Lehmfläche, die für die Verarbeitung von Oliven bestimmt war“, so die Archäologen. „Dort, auf diesem Pflaster aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., wurden einige Pflanzenmakrofossilien von Olea europaea in ausgezeichnetem Zustand gefunden.“

Paläobotaniker werden die karpologischen Überreste der Oliven analysieren, um deren Herkunft besser zu verstehen und Aufschluss über die lokale antike Sorte Majatica zu geben, die in Ferrandina am häufigsten angebaut wurde.

Siehe auch: Neue Erkenntnisse über die älteste Flasche Olivenöl der Welt

Die Ausgrabungen werden fortgesetzt, da man davon ausgeht, dass an derselben Stelle wie die Ölmühle eine ganze Siedlung mit Wohnvierteln und Produktionsstätten entstanden ist. Die Forscher werden auch nach den Bereichen suchen, die der Pressung und Lagerung der Oliven dienten.

„Der Fund zeugt von der alten Tradition des Olivenanbaus im Gebiet von Ferrandina, das für sein hochwertiges Olivenöl bekannt ist“, sagten Lucrezia Digilio von „Donne in Campo“ und Paolo Colonna von der Organisation der Olivenölproduzenten aus dem Lucano, Oprol.

Sie sind der Ansicht, dass die Arbeit der Archäologen „die Marke ‚IGP Olio Lucano‘ weiter stärkt, eine Marke, die über die Qualität hinausgeht und auch die Geschichte, Tradition und Leidenschaft der Olivenbauern in unserem Gebiet würdigt.“

Erzeuger und Experten warten nun auf die Ergebnisse der paläobotanischen Analyse der freigelegten Olivenreste.

„Wie allgemein bekannt ist, ist die in Ferrandina am häufigsten angebaute Sorte die Majatica, deren Plantagen sich über 4.250 Hektar erstrecken“, sagten Digilio und Colonna. „Diese Entdeckung ermutigt uns, den Aufbau der interregionalen Olivenöl-Produktionskette fortzusetzen – eine Initiative, die den lokalen Erzeugern hilft, ihre Betriebe umzustrukturieren und auf dem Markt wettbewerbsfähiger zu werden.“