Die Olivenölproduktion in der Europäischen Union soll um ein Drittel steigen

Der Brüsseler Herbstausblick sagt schwankende Preise voraus.

Die jüngsten Prognosen der Europäischen Kommission deuten darauf hin, dass das Erntejahr 2024/25 nach zwei schwierigen Jahren wieder zu eher typischen Erträgen zurückkehren wird.

Laut dem kürzlich veröffentlichten kurzfristigen Agrarausblick aus Brüssel wird erwartet, dass die Olivenölproduktion in der gesamten Europäischen Union im Vergleich zur letzten Saison um 32 Prozent steigen wird.

Dieser Anstieg wird den geschätzten Gesamtertrag für die kommende Saison auf zwei Millionen Tonnen bringen. Im Gegensatz dazu sank die Produktion im Wirtschaftsjahr 2023/24 auf 1,53 Millionen Tonnen, während im Wirtschaftsjahr 2022/23 1,39 Millionen Tonnen verzeichnet wurden.

Siehe auch: Ernte-Updates 2024

Spanien dürfte mit einem prognostizierten Ertrag von 1,3 Millionen Tonnen den größten Beitrag leisten, obwohl Experten im Land davon ausgehen, dass die Produktion bis zu 1,45 Millionen Tonnen erreichen könnte.

Unterdessen wird erwartet, dass Portugal und Griechenland ihre Olivenölproduktion steigern werden.

Umgekehrt wird für Italien ein deutlicher Rückgang erwartet, wobei die Produktion voraussichtlich um ein Drittel sinken wird.

Die Anfangsbestände für 2023/24 sanken auf 410.000 Tonnen, nach 671.000 Tonnen im Vorjahr. Zu Beginn der neuen Saison sind die Lagerbestände auf 350.000 Tonnen gesunken.

Dennoch rechnet die EU damit, dass sich die Lagerbestände bis zum Saisonende auf über 600.000 Tonnen erholen und damit dem historischen Durchschnittsniveau entsprechen werden.

Der erwartete Anstieg des Olivenölangebots dürfte sich auf die Preise auswirken.

Die Olivenölpreise sind seit ihrem Höchststand im Januar 2024 nur leicht gesunken, was die Erwartungen einer reichhaltigen Ernte widerspiegelt.

So fielen beispielsweise laut der EU-Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung die Preise für natives Olivenöl extra in Spanien von 9,03 € pro Kilogramm auf 7,43 €.

Dennoch liegt dieser Preis weiterhin deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt von 5,05 € pro Kilogramm.

Die hohen Preise haben sich auch auf die Exporte ausgewirkt. Die Olivenölexporte der EU begannen im Zeitraum 2022/23 zu sinken und zeigten bis Ende 2023 nur leichte Anzeichen einer Erholung.

Zwischen Oktober 2023 und Juli 2024 gingen die Exporte im Vergleich zur vorangegangenen Saison um 1,3 Prozent zurück und lagen 26 Prozent unter dem Niveau von 2021/22. Für die neue Saison wird jedoch ein Anstieg der Exporte um zehn Prozent erwartet.

Die Importe hingegen dürften um sieben Prozent zurückgehen.

Trotzdem könnten solide Erträge und wettbewerbsfähige Preise in Tunesien und der Türkei die Aussichten im Laufe der Saison verändern. In der letzten Saison stiegen die Olivenölimporte der EU um 30 Prozent, wobei 62 Prozent aus Tunesien und 14 Prozent aus der Türkei stammten.

Der Kurzzeitprognosebericht hob zudem erhebliche Unsicherheiten auf dem Markt hervor, insbesondere hinsichtlich des Ausmaßes des Preisrückgangs und dessen Auswirkungen auf die Verbraucher.

Einige Verbraucher haben aufgrund der hohen Preise entweder ihren Olivenölverzehr reduziert oder den Kauf ganz eingestellt.

Nach Angaben der EU wird bei weiterhin hohen Preisen ein weiterer Rückgang des Olivenölverbrauchs um ein Prozent erwartet, womit dieser 23 Prozent unter dem Niveau von 2021/22 liegen würde.

Sollten die Preise am Ursprungsort jedoch weiter sinken und diese Senkungen an die Verbraucher weitergegeben werden, könnte der Gesamtverbrauch in der EU um bis zu sieben Prozent wieder ansteigen.

EU-Daten zeigen, dass der Ver­brauch in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland im Wirtschaftsjahr 2024/25 fast 987.000 Tonnen erreichen könnte, gegenüber 923.000 Tonnen im vor­herigen Wirtschaftsjahr.