Olivenölmarkt in der EU: Stabiler kurzfristiger Ausblick

Trotz des Krieges in der Ukraine dürften die Olivenölpreise stabil bleiben. Die Produktion und der Verbrauch in der EU werden steigen. Die Exporte werden zurückgehen.

Laut dem jüngsten kurzfristigen Agrarausblick der Europäischen Union wird die Verfügbarkeit von Lebensmitteln, Tierfutter und Düngemitteln in der EU trotz der anhaltenden russischen Invasion in der Ukraine nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

Infolgedessen dürften die Olivenölpreise auf dem aktuellen Niveau bleiben, während die Vermarktungskosten und die Nachfrage steigen. Dem Bericht zufolge ist die EU bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln weitgehend autark und verzeichnet einen massiven Handelsüberschuss im Agrar- und Lebensmittelbereich.

Der Bericht räumte jedoch ein, dass die Ukraine eine entscheidende Rolle auf den Getreide- und Ölsaatenmärkten spielt, und warnte davor, dass der Krieg die globalen Lieferketten weiter belastet, die bereits vor Ausbruch des Krieges mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen hatten.

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Zu den Folgen der geopolitischen Spannungen gehört ein Anstieg der Rohstoffpreise, darunter Energie, Düngemittel, Weizen und Sojabohnen. Experten erwarten, dass diese Preise weiter steigen werden, was sich möglicherweise auf die Fähigkeit der Landwirte auswirkt, Düngemittel und Futtermittel zu kaufen sowie ihre Energiekosten zu bezahlen.

Dem Bericht zufolge sind die Aussichten für den Olivenölsektor der Union stabil. Im Erntejahr 2021/22 wird die Olivenölproduktion der EU voraussichtlich 2,3 Millionen Tonnen erreichen, was einem Anstieg von 10 Prozent gegenüber der vorangegangenen Saison entspricht.

Die Olivenölpreise, die in den letzten Monaten auf den drei Referenzmärkten stetig gestiegen sind, dürften auf dem aktuellen Niveau bleiben. Dies wird in erster Linie auf steigende Kosten für Verpackung und Transport zurückzuführen sein.

Die Olivenölpreise werden zudem durch die höhere Nachfrage nach dem Produkt als Ersatz für andere Pflanzenöle beeinflusst, deren Preise aufgrund des Krieges in der Ukraine in die Höhe schnellen.

Angesichts dieses Szenarios gehen EU-Experten davon aus, dass der Olivenölverbrauch innerhalb der Europäischen Union im Vergleich zum vorangegangenen Erntejahr um 7 Prozent steigen könnte. Teilweise als Folge davon wird ein leichter Rückgang der Exporte um 3 Prozent geschätzt.

In ihrem jüngsten Bericht zur Marktsituation im Olivenölsektor erklärte die Gemeinsame Marktorganisation der Europäischen Union, dass die weltweite Olivenölproduktion 3,378 Millionen Tonnen erreichen dürfte, gegenüber 3,010 Millionen Tonnen in der vorangegangenen Saison.

Betrachtet man den Fünfjahres-Produktionsdurchschnitt, so stieg die Olivenölproduktion der EU im Erntejahr 2021/22 um 11 Prozent.

Spanien wird in der laufenden Saison voraussichtlich 66 Prozent der Erträge mit 1,49 Millionen Tonnen beitragen, gefolgt von Italien mit 15 Prozent (328.000 Tonnen) und Griechenland mit 10 Prozent (215.000 Tonnen).

Während der Großteil der weltweiten Produktion aus EU-Mitgliedstaaten stammt, hob der Ausschuss auch die weltweite Erholung der Olivenölproduktion in Nicht-EU-Ländern hervor, die voraussichtlich 1,125 Millionen Tonnen erreichen wird, gegenüber 959.000 Tonnen im vorangegangenen Erntejahr.

Der Bericht stellte fest, dass diese Zahlen dazu führen dürften, dass die Ergebnisse der aktuellen Saison 1 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt der Nicht-EU-Erzeugerländer liegen.