„Digital Earth“ könnte dabei helfen, die Auswirkungen des Klimawandels vorherzusagen

Wissenschaftler erarbeiten ein digitales Modell der Erde, das als Informationssystem dienen soll, um die Entscheidungsfindung in Entwicklungs- und Umweltfragen innerhalb der Europäischen Union zu verbessern.

Ein Team aus Wissenschaftlern und Forschern der ETH Zürich hat ein hochpräzises virtuelles Modell der Erde erstellt, um die Auswirkungen des Klimawandels zu simulieren.

Der sogenannte digitale Zwilling des Planeten mit dem Namen „Destination Earth“ wird die Auswirkungen natürlicher und menschlicher Aktivitäten auf den Planeten modellieren.

Die Wissenschaftler planen, „Destination Earth“ mit Beobachtungsdaten zu füttern, die für Wettervorhersagen verwendet werden, und so viele auf dem Planeten ablaufende Prozesse wie möglich nachzubilden, einschließlich der Auswirkungen des Menschen auf Nahrungsmittel-, Wasser- und Energiesysteme.

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Letztendlich hoffen sie, zukünftige Ereignisse auf der Grundlage der auf dem Planeten auftretenden Klimaschwankungen vorhersagen zu können.

Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass das sich ständig wandelnde Klima für den Menschen lebensfeindliche Bedingungen schafft.

Laut der Organisation Germanwatch für Gerechtigkeit und den Erhalt von Lebensgrundlagen haben extreme Wetterereignisse in den letzten Jahrzehnten mehr als eine halbe Million Menschenleben gefordert.

Ein aktueller Bericht der Vereinten Nationen kam zudem zu dem Ergebnis, dass Katastrophen im Zusammenhang mit Extremwetterereignissen seit den 1980er Jahren exponentiell zugenommen haben.

Das digitale Modell der Erde wird als Informationssystem fungieren und Ergebnisse liefern, bevor extreme Wetterereignisse in der Realität eintreten.

Die Ergebnisse können dann von nationalen und lokalen Behörden genutzt werden, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern, und von Regierungen, um über künftige politische Maßnahmen zu entscheiden.

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Beispiele für solche Maßnahmen sind Entscheidungen darüber, wo in den kommenden Jahren Getreide angebaut werden soll, um bessere Erträge zu erzielen, oder die Auswahl geeigneter Standorte für den Bau von Windkraftanlagen.

Es wird erwartet, dass das System Informationen liefert, die über mehrere Jahrzehnte hinweg gültig bleiben.

„Wenn Sie in den Niederlanden einen zwei Meter hohen Deich planen, kann ich die Daten in meinem digitalen Zwilling durchgehen und prüfen, ob der Deich aller Wahrscheinlichkeit nach auch im Jahr 2050 noch vor den erwarteten Extremereignissen schützen wird“, sagte Peter Bauer, stellvertretender Forschungsdirektor am Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen und Mitentwickler von „Destination Earth“.

Die Umsetzung des digitalen Zwillings der Erde stellt auch Informatikexperten vor Herausforderungen, da unglaublich fortschrittliche Systeme und Algorithmen entwickelt werden müssen, um die komplexen Simulationen des Programms auszuführen.

Bis 2025 wollen die Forscher fünf funktionsfähige digitale Darstellungen des Planeten Erde erstellt haben und die gewonnenen Daten nutzen, um einen „vollständigen digitalen Zwilling der Erde“ zu bauen.

Das Projekt ist Teil des umfassenderen Plans der Europäischen Union, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Es soll dazu beitragen, Praktiken der nachhaltigen Entwicklung zu verbessern und bessere Umweltpolitiken innerhalb der Union zu etablieren.