Papst Franziskus: Ein Vermächtnis des Friedens und des Engagements für die Umwelt
Papst Franziskus, ein Verfechter der Armen und Ausgegrenzten, bleibt wegen seines Engagements für den Frieden, den Klimaschutz und den interreligiösen Dialog in Erinnerung.
Papst Franziskus, geboren am 17. Dezember 1936 in Buenos Aires als Jorge Mario Bergoglio als Sohn italienischer Einwanderer, war vom 13. März 2013 bis zu seinem Tod infolge eines Schlaganfalls am 21. April 2025 Oberhaupt der katholischen Kirche und Staatsoberhaupt der Vatikanstadt.
Als Verteidiger der Armen und Ausgegrenzten, Verfechter des Klimaschutzes und Förderer des interreligiösen Dialogs, von vielen als Reformer gepriesen, löste sein Tod weltweit Trauer aus.
Papst Franziskus lehrte uns vor allem zu lieben. Aus der Liebe entspringt der Mut, Ungerechtigkeiten anzuprangern, und das Engagement, eine menschliche, solidarische und brüderliche Welt aufzubauen. –
Am 26. April nahmen zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Zehntausende Menschen an seiner Beisetzung auf dem Petersplatz im Vatikan teil, gefolgt von der Prozession zur Basilika Santa Maria Maggiore in Rom, wo er seine letzte Ruhe fand.
Unter den vielen Rekorden, die er aufstellte – darunter der als erster in Amerika Geborener – war er der erste Papst, der den Namen Franziskus wählte, wie der Heilige aus Assisi, der sich den Idealen der Armut, Demut und des Friedens verschrieben hatte.
Siehe auch: Beflügelt von Auszeichnungen blickt der offizielle Olivenölproduzent des Papstes der Ernte entgegenEin Auszug aus seiner letzten Erklärung vom 20. April, die von Erzbischof Diego Ravelli verlesen wurde, bevor er den Urbi-et-Orbi-Segen zu Ostern erteilte, umfasst die Grundwerte seines Pontifikats.
„Wie viel Verachtung wird manchmal gegenüber den Schwachen, den Ausgegrenzten und den Migranten geschürt“, schrieb Papst Franziskus. „An diesem Tag möchte ich, dass wir alle neue Hoffnung schöpfen und unser Vertrauen in andere wiederbeleben, auch in diejenigen, die anders sind als wir selbst oder die aus fernen Ländern kommen und ungewohnte Bräuche, Lebensweisen und Ideen mitbringen. Denn wir alle sind Kinder Gottes. Ich möchte, dass wir unsere Hoffnung erneuern, dass Frieden möglich ist.“
Franziskus’ Engagement für den Frieden wurde bald sehr deutlich. Am 9. Juni 2014, ein Jahr nach seiner Wahl, traf er sich mit dem israelischen Präsidenten Shimon Peres und dem palästinensischen Präsidenten Abu Mazen, um im Garten der Vatikanstadt einen Olivenbaum zu pflanzen und für Frieden im Heiligen Land zu beten.
Die beiden politischen Führer waren im Rahmen der apostolischen Reise des Papstes in den Nahen Osten im Vormonat eingeladen worden, als er Amman in Jordanien, Bethlehem in Palästina und Jerusalem in Israel besuchte.
Bereits bei dieser Gelgegebeheit pflanzte Franziskus nach einem Treffen mit Priestern und Gläubigen in der Kirche aller Nationen, auch bekannt als Basilika der Agonie, in Jerusalem einen Olivenbaum im Garten Gethsemane. Der Olivenbaum war ein Steckling von einem der acht 1.000 Jahre alten Bäume im Garten, um die Kontinuität des genetischen Erbes dieser majestätischen Pflanzen zu gewährleisten.
Einige Wochen später fand auf Initiative von Franziskus in den Vatikanischen Gärten die Veranstaltung „Gebet für den Frieden im Heiligen Land“ statt. Er begrüßte sowohl Peres als auch Präsident Mazen mit einer langen Umarmung. Dann begrüßten sich die beiden Präsidenten vor Papst Franziskus mit einer Umarmung.
Auch der Ökumenische Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel war bei dem Treffen anwesend, bei dem Gebete aus jüdischer, katholischer und islamischer Tradition vorgetragen wurden. Das Pflanzen eines jungen Olivenbaums bildete den Höhepunkt der Veranstaltung und sandte eine kraftvolle Friedensbotschaft aus.
Am 8. Juni 2024 gedachte der Papst dem historischen Treffen anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums mit einer Feier. Vor jenem Olivenbaum, der inzwischen gewachsen ist und prächtig gedeiht, betete er für den Frieden in Palästina und Israel.
Franziskus richtete den letzten seiner unzähligen Appelle für den Frieden im Nahen Osten in der oben erwähnten Osterbotschaft, in der er auch zu Frieden, Versöhnung und der Wiederherstellung der Gerechtigkeit in ganz Europa, dem Nahen Osten und Afrika aufrief.
Da er soziale Gerechtigkeit als eng mit Klimagerechtigkeit verbunden betrachtete, war Franziskus auch der erste Papst, der sich für den Klimaschutz einsetzte.
Sein zweites Rundschreiben „Laudato si’“ (Gelobt seist du), benannt nach dem Sonnengesang, auch bekannt als Lobgesang der Geschöpfe, der 1224 vom heiligen Franziskus verfasst wurde, ist das erste, das jemals von einem Papst zum Thema Umwelt geschrieben wurde.
Das wegweisende Dokument mit dem Untertitel „Über die Sorge für unser gemeinsames Haus“, führt das Konzept der „integralen Ökologie“ ein und betont, „wie untrennbar die Verbindung zwischen der Sorge um die Natur, der Gerechtigkeit für die Armen, dem Engagement für die Gesellschaft und dem inneren Frieden ist“.
Daher startete Franziskus am 2. Februar 2023 in seiner Residenz in Castel Gandolfo bei Rom das Projekt „Borgo Laudato Si’“, um die in der Enzyklika beschriebenen Prinzipien zu fördern.

Papst Franziskus wird bei einem kürzlichen öffentlichen Auftritt im Papamobil von einer Menge Gläubiger begrüßt. (Foto: Riccardo De Luca)
Das Anwesen „Borgo Laudato Si’“ erstreckt sich über 55 Hektar, bestehend aus 35 Hektar Gärten und 20 Hektar Ackerland, Gewächshäusern und Nebengebäuden.
Olivenbäume gehören zu den sieben Hauptbaumarten, die als Symbole des Projekts ausgewählt wurden, zusammen mit Zeder, Zitrone, Buchsbaum, Zypresse, Steineiche und Magnolie.
Basierend auf den drei Grundsätzen der integralen Ökologie-Bildung – einer zirkulären und generativen Wirtschaft sowie ökologischer Nachhaltigkeit — bietet Borgo Laudato si’ Berufsausbildungen und Bildungskurse, Seminare sowie kulturelle Veranstaltungen an. Das Anwesen ist auch für Besucher geöffnet.
Zu den Obstgärten gehören Bäume der Sorten Pendolino, Frantoio, Rosciola und Vernina, aus denen natives Olivenöl extra gewonnen wird.
Auf dem Anwesen sind weitere Olivensorten zu finden, darunter Pigeon Egg, Taggiasca und ein Baum aus dem Garten von Gethsemane, der Papst Paul VI. von König Hussein von Jordanien geschenkt wurde.
Im Jahr 2021 widmete die Tageszeitung der Vatikanstadt, L’Osservatore Romano, dem Olivenzweig einen Artikel, den Papst Franziskus nach der Feier der Palmsonntagsmesse im Petersdom Papst Franziskus mit in die Casa Santa Marta brachte (das Gästehaus, das er als seine Unterkunft dem luxuriöseren Apostolischen Palast vorzog, der eigentlich die offizielle päpstliche Residenz sein soll).
In diesem Olivenzweig liegen die Erwartungen und Ängste der Menschheit, schreibt die Tageszeitung, „aber gerade diese unendlich kleinen Olivenblätter, Symbole des wahren Friedens, sind in den Händen des Nachfolgers Petri ein Zeichen einer Hoffnung, die nicht stirbt. Ein Zeichen der Auferstehung.“
Pater Mattia Ferrari, Kaplan an Bord des von der zivilgesellschaftlichen Plattform Mediterranea Saving Humans betriebenen Migrantenrettungsschiffs, stand dem verstorbenen Papst aufgrund seines Engagements für Migranten und Flüchtlinge sehr nahe.
„Papst Franziskus hat uns vor allem gelehrt, zu lieben“, sagte Ferrari gegenüber Olive Oil Times. „Aus der Liebe erwächst der Mut, Ungerechtigkeiten anzuprangern, und das Engagement, eine menschliche, solidarische und brüderliche Welt aufzubauen. Wir müssen von ihm lernen zu lieben, und mit dieser Liebe werden wir in der Lage sein, den Weg fortzusetzen, den er eingeschlagen hat, um einander zu retten.“