Olivenpolyphenole erweisen sich als vielversprechender Bestandteil von Aquakulturfutter

Eine neue Studie belegt die Vorteile von Polyphenolen aus Abfällen der Olivenindustrie in Futtermitteln für die Aquakultur.

Italienische Forscher haben herausgefunden, dass die Zugabe eines 0,08-prozentigen Polyphenolextrakts zum Futter von Seebrassen die Futterverwertungsrate um 30 Prozent verbesserte. Zudem wurden entzündungshemmende und immunstärkende Wirkungen festgestellt.

Die betreffenden Polyphenole, Hydroxytyrosol und Tyrosol, wurden aus Abfällen der Olivenölgewinnung extrahiert, was die Studie zu einem weiteren Beispiel für die Möglichkeiten der Olivenindustrie macht, zur Kreislaufwirtschaft beizutragen und die Nachhaltigkeit zu steigern.

Die Studie, die von Forschern des Zooprophylaktischen Versuchsinstituts von Umbrien und den Marken sowie der Abteilung für Veterinärmedizin der Universität Perugia, wurde konzipiert, um das Pot­en­zial von Abfällen aus der Olivenindustrie als Nahrungs­ergänzungs­mittel für die Aquakultur im Kon­text globaler Umwelt­belange und des Europäischen Green Deal zu be­ur­teilen.

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Das Experiment wurde an 600 Goldbrassen durchgeführt, die zufällig zwei Futtergruppen zu je 300 Fischen zugeordnet wurden. Jede Gruppe wurde dann in drei Untergruppen zu je 100 Fischen aufgeteilt, die in separaten Innenbecken untergebracht wurden.

Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten die Fische, die mit der Versuchsdiät gefüttert wurden, in der Zwischenphase eine Tendenz zur Gewichtszunahme (117 Prozent Gewichtszunahme im Vergleich zu 82 Prozent), und am Ende des Experiments wurde eine höhere Gewichtszunahme verzeichnet (177 Prozent im Vergleich zu 125 Prozent).

Zudem wurde eine signifikante Verbesserung der Futterverwertungsrate verzeichnet (1,85 im Vergleich zu 1,45).

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Nahrungsergänzung mit aus Oliven gewonnenen Polyphenolen das Wachstum fördern kann, während die allgemeine Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden der Fische erhalten bleiben.

Darüber hinaus zeigten genetische Analysen, dass bei Fischen, die mit dem polyphenolbasierten Ergänzungsfutter gefüttert wurden, die Genexpression von Biomarkern im Zusammenhang mit Immunität und Stoffwechsel verbessert war.

Die Forscher stellten insbesondere eine Verringerung der Expression des proinflammatorischen Gens Interleukin 12 beta sowie eine erhöhte Expression des antiinflammatorischen Gens Interleukin 10 fest.

Diese Ergebnisse stimmen mit früheren Studien überein, die zeigen, dass eine auf pflanzlichem Eiweiß basierende Ernährung die Expression verschiedener proinflammatorischer Marker und anderer Gene senkt, die mit der Immunabwehr in Verbindung stehen.

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Im Gegensatz dazu führen tierproteinhaltige Diäten, wie beispielsweise Fischmehl, zu einer erhöhten Genexpression im Zusammenhang mit Entzündungsmediatoren, die an der Regulierung von Entzündungen und der Aktivierung der natürlichen Immunantwort auf Infektionen beteiligt sind.

Die Autoren stellen fest, dass in der Europäischen Union jährlich etwa 88 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle anfallen, deren geschätzte Kosten sich auf 143 Milliarden Euro belaufen, wobei der Großteil aus der Lebensmittelindustrie und nicht von den Verbrauchern stammt.

Diese Abfallkategorie ist für acht bis zehn Prozent der weltweiten Emissionen und etwa sechs Prozent der Treibhausgasemissionen, der Umweltverschmutzung und des Abfallaufkommens in der EU verantwortlich.

Daher versuchten sie, die Konzepte der Kreislauf-Bioökonomie und der nachhaltigen Landwirtschaft auf die Aquakultur anzuwenden.

Umfangreiche Forschungsarbeiten haben die positiven Auswirkungen des Fischkonsums aufgrund seines Nährstoffprofils aufgezeigt, das reich an Eiweiß, mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3 und Vitaminen wie B2 und B6 ist. Fisch ist ein fester Bestandteil der mediterranen Ernährung und anderer Ernährungsweisen, die mit Gesundheit und Langlebigkeit in Verbindung gebracht werden.

Die Aquakultur wird als nachhaltiges Mittel der Fischproduktion diskutiert. Sie wird oft positiv im Gegensatz zur traditionellen Fischerei und deren damit verbundenen Umweltauswirkungen dargestellt, insbesondere Überfischung, Störungen des Nahrungsnetzes und Beifang – der unbeabsichtigte Fang von Nicht-Zielarten wie Delfinen, Meeresschildkröten und Seevögeln.

Jüngste Studien haben jedoch Bedenken hinsichtlich potenziell schädlicher Praktiken innerhalb der Industrie aufkommen lassen.

Zu den wichtigsten genannten Faktoren zählen die Zusammensetzung, die Herkunft und die Leistungsfähigkeit von Futtermitteln. Die Verbesserung der Nachhaltigkeit in diesem Bereich wird daher als Schlüssel zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der gesamten Branche angesehen.