Die Entdeckung einer Seifenfabrik aus dem 9. Jahrhundert in Israel gibt Aufschluss über den Handel in der Antike
Die Seifenmanufaktur, in der Olivenölseife hergestellt wurde, wurde in der südlichen Stadt Rahat in einem vornehmen Wohnhaus aus dem 9. Jahrhundert entdeckt.
Die Israelische Altertumsbehörde (IAA) gab die Entdeckung einer 1.200 Jahre alten Seifenmanufaktur für Olivenöl in der Nähe von Rahat bekannt, einer Beduinenstadt im Süden Israels.
Es handelt sich um die älteste bekannte Seifenfabrik im heutigen Israel und um eines der weltweit frühesten Beispiele für die Herstellung fester Seife.
„Es ist das erste Mal, dass eine so alte Seifenwerkstatt entdeckt wurde, was es uns ermöglicht, den traditionellen Produktionsprozess der Seifenindustrie nachzuzeichnen.
Laut der IAA wurde die Manufaktur im Haus einer wohlhabenden Familie gefunden. Die Archäologen gehen davon aus, dass der Wohlstand der Familie auf den Verkauf der Olivenölseife zurückzuführen ist.
„Dies ist das erste Mal, dass eine so alte Seifenwerkstatt entdeckt wurde, was es uns ermöglicht, den traditionellen Produktionsprozess der Seifenindustrie nachzustellen. Aus diesem Grund ist sie ziemlich einzigartig“, sagte Elena Kogen Zehavi, die Ausgrabungsleiterin der IAA. „Wir kennen wichtige Seifenherstellungszentren aus einer viel späteren Zeit – der osmanischen Zeit. Diese wurden in Jerusalem, Nablus, Jaffa und Gaza entdeckt.“
Siehe auch: Unter den Opfern in Aleppo: Antike OlivenölseifeBei den Ausgrabungen gefundene Olivenkerne und chemische Analysen zeigen, dass diese Seifenfabrik aus dem 9. Jahrhundert Olivenöl als Grundlage verwendete. Das Olivenöl wurde mit Asche von Salzkrautpflanzen gemischt, die aus Kaliumsalzen und Wasser bestehen.
Laut der IAA wurde die entstandene Mischung sieben Tage lang gekocht, bevor sie weitere 10 Tage lang abkühlen und aushärten durfte. Nach dem Aushärten wurde die Seife in Stücke geschnitten und weitere zwei Monate lang trocknen gelassen.
Kogen Zehavi erklärte gegenüber der Times of Israel, dass diese Herstellungsmethode von Olivenölseifenproduzenten in Nablus noch immer angewendet wird. Die palästinensische Stadt ist seit mindestens dem 10. Jahrhundert ein Zentrum der Olivenölseifenproduktion.
Dieser Prozess dauerte eine Weile, aber sobald er abgeschlossen war, ließ sich die Olivenölseife leichter transportieren und verkaufen. Kogen Zehavi fügte hinzu, dass die Seife zu jener Zeit ein wertvolles Exportgut war. Von Ägypten bis Bagdad kauften wohlhabende Menschen die Seife, sobald die Seifenhersteller sie produzieren konnten.
Der Bürgermeister von Rahat, Fahiz Abu Saheeben, fügte hinzu, dass die Entdeckung der Fabrik aus dem 9. Jahrhundert die tiefen „islamischen Wurzeln“ der Stadt weiter unterstreiche.
Wissenschaftler gingen lange Zeit davon aus, dass das 9. Jahrhundert einen regionalen Niedergang in Kultur und Wirtschaft markierte. Die Seifenfabrik sowie andere jüngste Funde deuten jedoch darauf hin, dass Handel und Wirtschaft weiterhin florierten, wobei ein Großteil dieses Handels auf Oliven und Olivenölprodukte entfiel.
Nach der islamischen Eroberung verloren die Weinproduzenten größtenteils ihre Arbeit. Anhänger des Islam stehen Oliven und Olivenöl jedoch positiv gegenüber, und die regionale Produktion beider Produkte stieg erheblich an.
Irgendwann im 8. Jahrhundert gelang es islamischen Chemikern, die Herstellung von Hartseife zu perfektionieren. Zu dieser Zeit verwendete man in Europa fettige Seifenlotionen aus Schweineschmalz, um Kleidung und Böden zu reinigen. Anstelle von tierischem Fett verwendeten islamische Seifenhersteller Olivenöl. Diese neuen geruchsneutralen Seifen konnten auch für die Körperpflege verwendet werden.