Hunde und Drohnen: Neue Projekte in Apulien setzen auf Früherkennung im Kampf gegen Xylella
Mithilfe von Wärmesensoren und der ausgeprägten Geruchssinne von Hunden verstärken die Behörden in Apulien ihre Bemühungen, die jüngsten Ausbrüche von Xylella fastidiosa zu erkennen, noch bevor Symptome auftreten.
Der Kampf gegen Xylella fastidiosa erfordert die Entwicklung immer präziserer und zuverlässigerer Systeme zur Prävention und Früherkennung.
Von Drohnen bis hin zu Spürhunden entwickelt Italien neue Mittel, um den tödlichen Erreger der Olivenbäume einzudämmen und auszurotten.
Das Ziel des Redox-Projekts ist die Entwicklung einer großflächig anwendbaren Methode zur Identifizierung von Olivenbäumen, die mit Xylella infiziert sind, aber noch keine offensichtlichen Symptome zeigen.
Bis heute hat das Bakterium 21 Millionen Olivenbäume in Apulien befallen und breitet sich gefährlich in anderen Regionen aus.
Die Behörden sind der Ansicht, dass die Fähigkeit, infizierte Pflanzen frühzeitig zu identifizieren, ein entscheidendes strategisches Element und eine wesentliche Voraussetzung darstellt, um dem Vormarsch wirksam entgegenzuwirken und die Ausbreitung des Bakteriums in bisher nicht betroffene Gebiete zu verhindern.
Siehe auch: Schätzungsweise 33.000 Arbeitsplätze durch Xylella fastidiosa in Apulien verlorenIm Rahmen des Redox-Projekts (Remote Early Detection of Xylella) werden Drohnen eingesetzt, um neue Ausbrüche von Xylella fastidiosa bereits im Frühstadium zu erkennen. Dies verbessert die Wirksamkeit der Eindämmungsmaßnahmen und reduziert den Zeit- und Kostenaufwand für die Erkennung, Überwachung und Probenahme von Pflanzen.
Finanziert vom italienischen Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung setzen die Behörden unbemannte Fluggeräte ein, die mit Wärmesensoren ausgestattet sind, um ausgedehnte Gebiete genau zu überwachen.
„Das Ziel des Redox-Projekts ist es, eine auf große Flächen anwendbare Methodik zu entwickeln, um Olivenbäume zu identifizieren, die mit Xylella infiziert sind, aber noch keine offensichtlichen Symptome zeigen“, sagte Vincenzo Barbieri, Chief Marketing Officer von Planetek, das für das Projekt die Verarbeitung von Luft- und Drohnendaten übernimmt.
Laut den Forschern lässt sich ein von Xylella fastidiosa befallener Baum bereits vor dem charakteristischen Absterben seiner Blätter anhand fast unmerklicher physiologischer Veränderungen, wie beispielsweise der Farbe, erkennen.
Die an den Drohnen montierten hyperspektralen Sensoren sollen diese geringfügigen Veränderungen aufdecken und so eine frühzeitige Diagnose ermöglichen, wodurch der Ausbruch möglicherweise gestoppt werden kann, bevor er sich ausbreitet.
„Mit diesen Techniken versuchen wir, die Infektion so weit wie möglich einzudämmen, zumindest bis die Genforschung eine neue Generation von Pflanzen hervorbringt, die gegen das Bakterium resistent sind und die traditionellen Pflanzen ersetzen können“, sagte Barbieri.
Die ersten Versuche des Projekts laufen derzeit in Monopoli in der Provinz Bari. Eine vom italienischen Luft- und Raumfahrttechnologie-Distrikt bereitgestellte Langstrecken-Drohne wurde mit Sensoren und einer radiometrischen Wärmebildkamera ausgestattet, um Fernerkundungsdaten zu erfassen. Diese Daten können dann mit Probedaten aus anderen Gebieten verglichen werden.
Neben den Tests in Monopoli sind im Rahmen des italienischen nationalen Aktionsplans gegen das Bakterium bereits zwei weitere Flüge für April und August 2022 geplant.
Ebenfalls in Apulien wurde offiziell die erste Einsatzgruppe mit Xylella-Spürhunden vorgestellt, die das Bakterium mithilfe ihres extrem empfindlichen Geruchssinns aufspüren sollen.

Jack-Russell-Terrier
Die Einheit besteht aus sechs Hunden: zwei Jack Russells, einem Belgischen Schäferhund, einem Bluthund, einem Labrador Retriever und einem Springer Spaniel. Die Hunde werden in Baumschulen und an Orten eingesetzt, an denen Pflanzen importiert werden – Häfen und Flughäfen –, um infizierte Pflanzen zu identifizieren, bevor erkennbare Symptome auftreten.
Die Einheit nahm im Juni 2021 mit Hunden ihre Arbeit auf, die bereits erfahrene Spürhunde waren.
„Das Training war sehr intensiv: Es dauerte Monate, den Hunden Hunderte von Proben mit Pflanzengerüchen vorzusetzen, um eine möglichst genaue Vorstellung vom Geruch der infizierten Pflanzen zu bekommen“, sagte Hundetrainerin Serena Donnini.
„Die Hunde wurden aufgrund ihrer besonderen Eignung für die Geruchsforschung ausgewählt: Mittlerweile stehen acht Xylella-Spürhundeteams einsatzbereit“, fügte sie hinzu.