Schätzungsweise 33.000 Arbeitsplätze gingen in Apulien durch Xylella fastidiosa verloren

Behördenvertreter warnten davor, die Gefahr für die Wirtschaft der Region zu unterschätzen, die von der anhaltenden Ausbreitung der tödlichen Olivenbaumkrankheit ausgeht.

Im vergangenen Monat warnten drei Landwirtschaftsbeamte aus der süditalienischen Region Apulien, dass die Bedrohung des sozioökonomischen Wohlergehens der Region durch Xylella fastidiosa unterschätzt werde.

„Was Xylella fastidiosa betrifft, wird das Problem nach wie vor massiv unterschätzt, weil wir uns offensichtlich nicht das Ausmaß der wirtschaftlichen und sozialen Schäden vor Augen führen wollen, die dieses Phänomen verursacht“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Präsidenten von Confagricoltura Puglia, Confagricoltura Brindisi und Confagricoltura Lecce, Luca Lazzàro, Antonello Brun und Maurizio Cezzi.

Siehe auch: Apulien warnt Landwirte vor unwirksamen Mitteln gegen Xylella fastidiosa

Xylella fastidiosa wurde erstmals 2013 in Italien nachgewiesen. Seitdem hat es sich im gesamten Mittelmeerraum ausgebreitet. In Apulien ist eine Unterart von Xylella fastidiosa, der Stamm pauca De Donno, für eine schwere Krankheit verantwortlich, die zum Absterben und zur Zerstörung Tausender Olivenhaine führt.

Die durch die Unterart De Donno von Xylella fastidiosa verursachte Krankheit hat sich im Laufe der Jahre rasch ausgebreitet, was auf die hohe Population von Philaenus spumarius zurückzuführen ist, allgemein bekannt als Wiesen-Spuckwanze, ein Xylem-Saftfresser und Hauptüberträger des Bakteriums in der Region.

Zudem haben der großflächige Anbau von zwei anfälligen Olivensorten – Ogliarola salentina und Cellina di Nardò – sowie die hohe Dichte an mit Xylella fastidiosa infizierten Olivenbäumen in der Region das Problem weiter verschärft.

„Der erste offizielle Bericht über Ausbrüche stammt aus dem Oktober 2013 und betrifft Gallipoli und Alezio in der Gegend von Lecce“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. „In acht Jahren hat sich Xylella ausgebreitet und bis heute etwa 150.000 Hektar Olivenhaine in den Provinzen Lecce, Brindisi und einem Teil von Taranto befallen.“

Angesichts der durchschnittlichen Arbeitsstunden, die für die Pflege und Ernte von Olivenbäumen erforderlich sind, seien etwa 33.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, so die drei Beamten.

„Um diese Gebiete und das zerstörte Olivenanbaupotenzial wiederherzustellen, müssten der Staat und die Region Apulien 3,3 Milliarden Euro investieren, während bisher nur 300 Millionen Euro investiert wurden“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. „Dieser Betrag reicht nicht aus.“