Die Ernte wird die geringen Lagerbestände in Spanien nicht ausgleichen können
Einem Bericht des Global Agricultural Information Network des US-Landwirtschaftsministeriums zufolge wird die diesjährige Ernte in Spanien die aufgebrauchten Vorräte nicht ausgleichen können.
Obwohl die spanische Olivenölproduktion für das Wirtschaftsjahr (WJ) 2015/2016 voraussichtlich von 836.000 Tonnen im WJ 2014/2015 auf 1,2 Millionen Tonnen steigen wird, geht ein kürzlich vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) im Rahmen des Global Agricultural Information Network veröffentlichter Bericht davon aus, dass dies nicht ausreichen wird, um die erschöpften Lagerbestände des Vorjahres auszugleichen.
Spanien wird das Wirtschaftsjahr 2015/2016 laut dem Bericht höchstwahrscheinlich mit „historisch niedrigen Lagerbeständen“ beginnen.
In der Saison 2014/2015 waren die Olivenölerträge in Spanien schlecht und sanken auf 836.000 Tonnen, nachdem im Wirtschaftsjahr 2013/2014 noch Rekordmengen von 1,7 Millionen Tonnen produziert worden waren. Eine schlechte Blüte und Fruchtbildung aufgrund ungünstiger Bedingungen im April und Mai, begleitet von einer verspäteten Ernte und einem Befall durch Fruchtfliegen, trugen zum Rückgang des Olivenölertrags im Wirtschaftsjahr 2014/2015 bei.
Spanien konnte jedoch seine gewohnt starken Olivenölexporte aufrechterhalten. Um seine Rolle als weltweit größter Olivenölexporteur weiterhin wahrzunehmen, griff Spanien auf seine Olivenölvorräte zurück und erhöhte die Olivenölimporte aus Nicht-EU-Ländern wie Tunesien und Marokko, um die internationale und nationale Nachfrage zu decken.
Dies hat zu einem Rekordtief bei den Olivenölvorräten in Spanien geführt. Nach Angaben der spanischen Agentur für Lebensmittelinformation und -kontrolle (AICA) liegen die Olivenölvorräte für das Wirtschaftsjahr 2015/2016 um 64 Prozent unter dem Niveau des Wirtschaftsjahres 2014/2015 und um etwa 47 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.
Zwar wird erwartet, dass die Olivenölproduktion im Wirtschaftsjahr 2015/2016 höher ausfällt als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr, doch reicht dies nicht aus, um die erschöpften Bestände wieder aufzufüllen.
Um den Olivenölsektor zu stabilisieren, leitet die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) neue Reformen ein, wie beispielsweise die Lagerung durch private Marktteilnehmer sowie die Stärkung der Verhandlungsmacht und eine gerechte Verteilung entlang der Lieferkette.
Eine weitere Maßnahme, die noch der endgültigen Genehmigung durch die Europäische Kommission bedarf und zur Stabilisierung der Olivenölvorräte beitragen würde, besteht darin, Tunesien zu gestatten, bis Ende 2017 zusätzlich zu den derzeitigen 56.700 Tonnen eine weitere jährliche Quote von 35.000 Tonnen Olivenöl zollfrei in die Europäische Union zu liefern.