Der Absatz von nativem Olivenöl extra ging in Spanien im Jahr 2023 um 40 Prozent zurück

Der stark gestiegene Verkaufspreis für natives Olivenöl extra hat dazu geführt, dass sich viele Familien diese wichtige Zutat nicht mehr leisten können.

Die Inflation, die in erster Linie durch gestiegene Produktionskosten und schlechte Ernten angeheizt wird, hat sich erheblich auf die Lebenshaltungskosten und das Ausgabeverhalten der spanischen Bevölkerung ausgewirkt.

Obwohl die Verbraucher sparen, Preise aktiv vergleichen und nach Sonderangeboten suchen, ist der durchschnittliche jährliche Warenkorb der Haushalte laut einer Studie von Nielsen IQ im vergangenen Jahr um 800 € gestiegen.

Der Olivenölsektor, insbeson­detes extra ver­gin Olivenöl, ver­zeichnete er­hebliche Preissteigerungen mit Anstiegen von 79 Pro­zent, 69 Pro­zent und 60 Pro­zent für extra ver­gin, ver­gin und nicht-ver­gin Olivenöl.

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Infolgedessen sank die Nachfrage nach diesen Ölen erheblich: um 41 Prozent bei nativem Olivenöl extra, um 14 Prozent bei Olivenöl und um 11 Prozent bei nativem Olivenöl. Diese Zahlen stellen schätzungsweise den bedeutendsten anhaltenden Nachfragerückgang seit den Unruhen des Spanischen Bürgerkriegs in den 1930er Jahren dar.

Die Verkäufe verlagerten sich auf Alternativen wie Sonnenblumenöl, bei dem die Nachfrage um 16 Prozent stieg, während der Preis im Vergleich zum November 2022 um 36 Prozent sank.

Die Nachfrage nach Oliventresteröl stieg jedoch trotz eines Preisanstiegs von 18 Prozent um 70 Prozent, was auf eine starke Zurückhaltung hindeutet, diese ikonische Ölfamilie gänzlich aufzugeben.

Im November 2023 stiegen die Umsätze mit spanischen Konsumgütern um acht Prozent, und die Durchschnittspreise stiegen um sechs Prozent, was laut Daten von Nielsen IQ die geringsten Schwankungen des Jahres darstellte.

Trotz eines insgesamt positiven Wachstums von etwas mehr als einem Prozent verzeichneten die drei Hauptsektoren eine Verlangsamung des Umsatzwachstums, wobei der Lebensmittelbereich bei den Ausgaben führend war mit einem Umsatzanstieg von acht Prozent, der etwas unter dem vorherigen zweistelligen Wachstum lag.

Dies ging einher mit einem Anstieg der Durchschnittspreise um sieben Prozent und einem geringfügigen Anstieg des Absatzvolumens um ein Prozent.

Javier Ferrer, ein Einwohner von Valencia, sagte, dass seine ältere Mutter die gestiegenen Lebensmittelkosten besonders schwer zu ertragen finde.

„Ich mache mir Sorgen um ihre Gesundheit“, sagte er, „sie hat die Covid-19-Pandemie überlebt, aber sie ist alt und nicht sehr kräftig. Jetzt ist ihre Ernährung schlechter, weil alles so teuer ist, und ich kann ihr nicht viel helfen, da ich selbst mittlerweile fast mittellos bin.“

Solche Sorgen waren bereits weit verbreitet. In einer groß angelegten Studie aus dem Jahr 2022 warnte Save the Children, dass die Ernährungsqualität in Spanien einen beispiellosen Rückgang erfuhr, was zum Teil auf die komplexen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zurückzuführen war, vor allem aber auf sozioökonomische Faktoren, die durch die galoppierende Infl­a­tion in den Jahren 2022 und 2023 noch verschärft wurden.

Bestimmte Branchen, die im Vorfeld der Weihnachtszeit üblicherweise starke Umsatzsteigerungen verzeichnen, wie Drogerien, Parfümerien und Getränke, meldeten lediglich moderate Umsatzzuwächse von jeweils sieben Prozent.

Die Nachfragedaten zeigten in diesen Kategorien ähnliche Muster: Bei Getränken, Drogerieartikeln und Parfümerieprodukten stieg das Verkaufsvolumen um ein Prozent, während die Durchschnittspreise jeweils um etwa sechs Prozent zunahmen.

Unter den von der Infl­a­tion im November am stärksten betroffenen Waren führten Drogerieartikel die Liste mit einem Anstieg von 23 Prozent an, gefolgt von Öl mit 23 Prozent, Babynahrung mit 20 Prozent sowie Oliven und Eingelegtem mit 15 Prozent.

Produkte wie geriebener Käse verzeichneten einen Preisrückgang von acht Prozent, gefolgt von Waschzubehör mit sieben Prozent sowie Küchen- und Toilettenpapier mit sechs Prozent.

Eigenmarken legten bis Ende November wertmäßig um fast 11 Prozent zu und übertrafen damit den Anstieg von fünf Prozent bei Handelsmarken. Der Absatz stieg bei Eigenmarken um fünf Prozent, ging bei Handelsmarken jedoch um drei Prozent zurück.

Insgesamt zeichnet das komplexe Zusammenspiel aus steigenden Preisen, sich ändernden Verbraucherpräferenzen und wirtschaftlichen Herausforderungen ein differenziertes Bild des spanischen Konsumgütermarktes in den letzten Wochen des Jahres.