Neuer Bericht zeigt Anstieg der Produktion italienischer Olivenöle mit g.U. und g.g.A.

Schätzungsweise 23.500 Erzeuger produzierten im Jahr 2022 13.500 Tonnen natives Olivenöl extra mit geografischer Angabe, doch ihr Exportwert blieb mit 62 Millionen Euro stabil.

Der jüngste Bericht des italienischen Instituts für Dienstleistungen für den Agrar- und Lebensmittelmarkt (Ismea) und der Stiftung Qualivita zeigt einen Anstieg der Produktion von italienischem nativem Olivenöl extra mit geografischer Angabe (g.A.) um 3,6 Prozent.

Die beiden Organisationen hoben hervor, dass der italienische Agrar- und Lebensmittelsektor mit geografischer Angabe trotz eines von der Energie- und Klimakrise geprägten makroökonomischen Szenarios Rekordwerte erreichte und erstmals einen Produktionswert von über 20 Milliarden Euro verzeichnete.

Dem Bericht zufolge erreichten native Olivenöle extra mit den Zertifizierungen „geschützte Ursprungsbezeichnung“ (g.U.) und „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.) ein Volumen von fast 13.500 Tonnen (ein Anstieg um 3,6 Prozent).

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Gleichzeitig verzeichnete ihr Exportwert einen leichten Rückgang um 0,3 Prozent und sank bis Ende 2022 auf 62 Millionen Euro.

Diese Zahlen spiegeln eine Olivenölsaison wider, die durch eine reichliche Ernte in den südlichen Regionen und geringere Mengen in Mittel- und Norditalien gekennzeichnet war, was zu einer schlechten Verfügbarkeit einiger g.U.- und g.g.A.-Produkte führte“, sagte Tiziana Sarnari, Marktanalystin bei Ismea, gegenüber Olive Oil Times.

Insbesondere der Rückgang der Produktion des Toscano g.g.A., das zu den Produkten mit geschützter geografischer Angabe mit den höchsten Preisen zählt, führte zu einem leichten Rückgang des Produktionswerts und des Verbraucherwerts des gesamten Segments, die 85 Millionen Euro (ein Rückgang um vier Prozent) bzw. 142 Millionen Euro (ein Rückgang um 5,7 Prozent)“, fügte sie hinzu.

Dennoch ist der Sektor in guter Verfassung, was auf die starke Leistung der sizilianischen Produkte zurückzuführen ist“, fuhr Sarnari fort. Die g.g.A. Sicilia ist weiter gewachsen und hat sich zur drittgrößten geografischen Angabe nach Wert entwickelt, während sich die Exporte der g.U. Valli Trapanesi verdoppelt haben.“

Italien verfügt über 42 g.U.- und acht g.g.A.-Olivenöle extra vergine mit fast 23.500 in der Branche tätigen Betrieben, die ein Jahrzehnt lang stetiges Wachstum verzeichneten und nur einen vorübergehenden Rückschlag aufgrund der Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie erlitten, wie aus früheren Berichten von Ismea und Qualivita hervorgeht.

Derzeit sind die fünf führenden nativen Olivenöle extra mit geografischer Angabe des Landes Terra di Bari g.U. (24 Mio. €), das den größten Anteil am Wert des gesamten Agrar- und Lebensmittelsektors mit geografischer Angabe der Region Apulien ausmacht; Toscano g.g.A. (17 Mio. €); Sicilia g.g.A. (10 Mio. €); Val di Mazara DOP (8,3 Mio. €) und Riviera Ligure DOP (4 Mio. €).

Zusammen machen diese fünf DOP- und IGP-Produkte 75 Prozent des Gesamtwerts der nativen Olivenöle extra mit geschützter Ursprungsbezeichnung aus. Allein Terra di Bari DOP und Toscana IGP machen 49 Prozent des Gesamtwerts aus.

Das System der geschützten Ursprungsbezeichnungen und geschützten geografischen Angaben wurde geschaffen, um die Qualitätsstandards und Produktionsmethoden von Agrar- und Lebensmittelprodukten zu schützen und den Verbrauchern gleichzeitig eine bessere Herkunftsgarantie zu bieten.

Eingeführt in der EU mit der Verordnung 2081/1992 und später ersetzt durch die Verordnung 510/2006, hat sich die Gesetzgebung zur Definition und zum Schutz von geografischen Angaben weiterentwickelt und verbessert.

In den ersten Monaten des Jahres 2024 wird ein neues europäisches Gesetz in Kraft treten, um den Schutz von Produkten mit geografischer Angabe zu stärken.

Zu den Neuerungen, die der Rechtsrahmen mit sich bringt, gehören ein wirksamerer Schutz von geografischen Angaben, die online verkauft und als Zutaten in verarbeiteten Erzeugnissen verwendet werden, sowie eine verbesserte Rückverfolgbarkeit der Erzeuger.

Darüber hinaus zielt das Gesetz darauf ab, die Funktion der Schutzkonsortien zu stärken, deren Rolle in Italien parallel zum Wachstum des Sektors gewachsen ist.

Derzeit gibt es 24 Konsortien zum Schutz der g.U.- und g.g.A.-Olivenöle extra vergine des Landes, die sich immer stärker für den Schutz der Produkte und ihrer Anbaugebiete sowie für die Förderung kultureller und touristischer Routen engagieren.