Lack an Lkw-Fahrern und Lohnsteigerungen belasten den US-Olivenölmarkt
Ein starker Anstieg der Löhne für Lkw-Fahrer hat zu einem sprunghaften Anstieg der Olivenölpreise geführt.
Berichten zufolge sind die Preise für Olivenöl in den Vereinigten Staaten aufgrund starker Lohnerhöhungen für Lkw-Fahrer – und eines Mangels an diesen – um 30 Prozent gestiegen.
Diese schockierende Statistik wurde kürzlich in der New York Post von Christopher Pappas, dem CEO von Chefs’ Warehouse, einem Lieferanten für Lebensmittelunternehmen im ganzen Land, veröffentlicht.
Der Großteil des Anstiegs wird aufgrund steigender Transport- und Lieferkosten von den Verbrauchern getragen.
Bereits vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie herrschte ein Mangel an Fahrern, und im April 2020, in der Anfangsphase der Pandemie, gingen rund 88.300 Arbeitsplätze im Lkw-Fahrerbereich verloren.
Ein starker Anstieg des Online-Shoppings infolge des Coronavirus-Ausbruchs trieb jedoch die Nachfrage nach Lkw-Fahrern in die Höhe und führte zu einem besorgniserregenden Mangel an diesen Arbeitskräften. Im April dieses Jahres gab es 63.000 offene Stellen für Lkw-Fahrer.
Laut Business Insider führte die gestiegene Nachfrage zu einem starken Lohnanstieg für die Fahrer, was ihnen einen Anreiz bot, weniger Zeit auf der Straße und mehr Zeit zu Hause zu verbringen. Dies verschärfte den Fahrermangel zusätzlich.
Neben der Notwendigkeit, die jüngsten Lohnerhöhungen zu bezahlen, mussten Lebensmittelhändler zudem Vermittler für die Anwerbung von Fahrern bezahlen, was ihre Ausgaben noch weiter in die Höhe trieb. Dies hat dazu geführt, dass sowohl Verbraucher als auch Produzenten die Zeche zahlen müssen.
„Der Großteil des Anstiegs wird aufgrund steigender Versand- und Lieferkosten von den Verbrauchern getragen“, erklärte Cathy Bernell, Präsidentin der Texas Association of Olive Oil, gegenüber Olive Oil Times. „Auch Einzel- und Großhandelskäufer tragen diese zusätzlichen Kosten, doch letztendlich werden sie an den Verbraucher weitergegeben.“
„Eine informelle Umfrage unter texanischen Olivenproduzenten zeigt, dass die Produzenten keinen Aufschlag auf ihre Versandkosten erheben, sondern den Verbrauchern denselben Preis berechnen, den die Versandunternehmen verlangen. Daher war die Resonanz zwar von Frustration geprägt, aber dennoch von Verständnis“, fügte sie hinzu.
Siehe auch: Nachrichten aus der Olivenölbranche„Aus Sicht der Branche werden wir die Auswirkungen dieser Preiserhöhungen weiterhin beobachten und dabei das Feedback und die Rückmeldungen unserer texanischen Olivenbauern berücksichtigen“, fuhr Bernell fort.
Laut Bernell hat der Preisanstieg jedoch den Verkauf von Olivenöl in Texas nicht gebremst.
„Angesichts der aktuellen Umstände auf den sich wandelnden Lebensmittelmärkten und der Kaufpräferenzen der Verbraucher ist texanisches Olivenöl nach wie vor ein dynamisches und begehrtes Lebensmittel“, sagte sie.
Joseph R. Profaci, Geschäftsführer der North American Olive Oil Association (NAOOA), erklärte gegenüber Olive Oil Times, dass viele NAOOA-Mitglieder Bedenken hinsichtlich der Transportkosten geäußert hätten.
Im Gegensatz zu Bernell sagte er jedoch, dass Rückmeldungen von den Mitgliedern seines Verbandes zeigten, dass Produzenten und Händler die Preiserhöhung selbst tragen mussten.
„Meine Mitglieder berichten, dass laut nationalen Daten der letzten 24 Wochen die Verbraucherpreise für Olivenöl tatsächlich um etwa vier Prozent gesunken sind, was zum Teil auf verstärkte Werbeaktivitäten im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen ist“, sagte Profaci.
„Trotz all dieser zusätzlichen Kosten waren Olivenölproduzenten und -händler also gezwungen, den Großteil, wenn nicht sogar die gesamten gestiegenen Kosten zu tragen“, fügte er hinzu.
Profaci erklärte, ein Grund dafür sei, dass viele Einzelhändler „unter diesen Umständen keine Preiserhöhungen von mehr als 10 Prozent akzeptieren, aus Angst, der Preisabzocke bezichtigt zu werden“.
Profaci fügte hinzu, dass für die NAOOA-Mitglieder „die Marktbedingungen von Angebot und Nachfrage“ eine größere Sorge darstellten als die gestiegenen Transportkosten, was zu „Kostensteigerungen von 30 Prozent oder mehr bei den Rohstoffen für Olivenöl“ geführt habe.
Er sagte, die inländische und weltweite Nachfrage nach Olivenöl sei im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen, da die Verbraucher zu Hause „in einem seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenen Ausmaß“ gekocht hätten und ihre Einkaufsentscheidungen stark von einem Interesse an Gesundheit beeinflusst worden seien.
Er fügte jedoch hinzu, dass die weltweite Olivenölproduktion „relativ stabil“ geblieben sei.
„Zwar ist der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf dem Höhepunkt der Pandemie um neun Prozent gesunken, im Vergleich zum Vorvorjahreszeitraum liegt er jedoch immer noch im zweistelligen Plus“, sagte Profaci.