Forscher identifizieren Xylella-Überträger auf den Balearen
Zwei Insektenarten wurden als Hauptüberträger des tödlichen Olivenbaum-Erregers auf den spanischen Inseln identifiziert.
Ein Forschungsteam der Universität der Balearen hat zwei Insektenarten als Hauptüberträger von Xylella fastidiosa auf dem Mittelmeerarchipel identifiziert.
Die Forscher der Forschungsgruppe für angewandte Zoologie und Naturschutz der Universität stellten fest, dass Philaenus spumarius und Neophilaenus campestris die beiden Hauptüberträger des tödlichen Olivenbaum-Erregers sind.
Die Studie ist die größte ihrer Art in Europa und wurde über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren auf den Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera durchgeführt.
Siehe auch: In der von Xylella heimgesuchten Region Apulien werden neue Olivenbäume gepflanztDas Vorkommen von Xylella fastidiosa wurde auf dem Archipel erstmals 2016 festgestellt, und nun scheint Formentera die einzige Insel zu sein, die nicht betroffen ist.
Seit Beginn des Projekts im Jahr 2017 waren 23 Prozent der auf den Balearen gefangenen Vektoren mit Xylella fastidiosa infiziert. Von den beiden identifizierten Hauptvektorarten weist Philaenus spumarius mit 23,8 Prozent die höchste Infektionsrate auf, während die von Neophilaenus campestris bei 21,3 Prozent liegt.
Auf Mallorca lag die Prävalenz infizierter Vektoren bei 24 Prozent, auf Menorca bei 21,5 Prozent und auf Ibiza bei 21 Prozent. Aufgrund der wirtschaftlichen Verwüstung, die das Bakterium in den letzten Jahren angerichtet hat, konzentrierte sich das Team vor allem auf drei Hauptkulturen: Olivenbäume, Mandelbäume und Weinreben.
Auf Mallorca wurden für die jährliche Überwachung jeweils drei Biobetriebe jeder Kultur ausgewählt. Auf den Inseln Menorca, Ibiza und Formentera wurden zweimal jährlich, im Sommer und im Herbst, Probenahmen durchgeführt. Auf Mallorca wurden alle zwei Wochen Insekten von jeder Parzelle gesammelt, wobei für adulte Tiere ein Fanggitter und für Larven ein Holzrahmen verwendet wurde.
Auf den anderen Inseln wurden nur ausgewachsene Tiere gesammelt, da zum Zeitpunkt der Probenahme keine Larven vorhanden waren. Insgesamt wiesen die in Mandelhainen gefangenen Insekten mit 25,7 Prozent die höchste Xylella-Infektionsrate auf, gefolgt von 22,8 Prozent in Olivenhainen und 21 Prozent in Weinbergen.
Siehe auch: Neue Projekte in Apulien legen den Schwerpunkt auf die Früherkennung von XylellaObwohl auf Formentera keine infizierten Exemplare der Vektorenarten entdeckt wurden, waren sowohl Philaenus spumarius als auch Neophilaenus campestris auf der Insel vorhanden, was die Frage aufwirft, warum sich die Krankheit dort noch nicht ausgebreitet hat.
Das Team beobachtete zudem den biologischen Zyklus der Vektoren. Es stellte fest, dass die Nymphen beider Arten, die nicht infektiös sind, Anfang März in der Bodenvegetation zu finden sind, wo ihr charakteristischer Schutzschaum zu beobachten ist. Sie durchlaufen dann fünf Nymphenstadien, bis Ende April die ersten adulten Tiere beobachtet werden.
Sobald die Bodenvegetation zu trocken geworden ist, wandern diese adulten Tiere zu nahegelegenen Bäumen und Reben. In diesem Stadium erfolgt die Infektion, wenn sie sich von Pflanzen ernähren, in denen Xylella fastidiosa bereits vorhanden ist. Von diesem Zeitpunkt an bleibt das Insekt für die Dauer seines Lebens infektiös, da sich das Bakterium in seinem Mundwerkzeug vermehrt.
Ende September kehrten die adulten Tiere zur Bodenvegetation zurück, wo sie ihre Eier ablegten, die im folgenden Jahr schlüpften, wodurch sich der Zyklus wiederholte.
Zusätzlich zu dieser Feldforschung wurde auf dem Versuchsgelände der Universität in Palma, Mallorca, ein einjähriger „Mikrokosmos“-Versuch durchgeführt. Dabei wurden das Verhalten und die Lebenszyklen der Vektorinsekten in 50 Käfigen beobachtet, die Rosmarin, Minze, Lavendel, Basilikum oder Mastix sowie Gras enthielten.
Da es noch keine Behandlung oder Heilung für Xylella fastidiosa gibt, sind die Forscher der Ansicht, dass das Verständnis des Verhaltens und der Rolle jeder Vektorart für die Entwicklung wirksamer Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen unerlässlich ist.