Wichtige Nebeninhaltsstoffe im Olivenöl

Die wichtigsten sekundären Inhaltsstoffe der Olive kommen zwar nur in geringen Konzentrationen vor, haben jedoch einen erheblichen positiven Einfluss auf die menschliche Gesundheit.

Olivenöl gilt aus ernährungswissenschaftlicher Sicht als die beste Quelle für Fettsäuren. Es wird zudem wegen seiner positiven Wirkung auf die menschliche Gesundheit sowie seines hervorragenden Geschmacks und Aromas sehr geschätzt. Warum ist Olivenöl für die menschliche Gesundheit vorteilhafter als Samenöle oder gesättigte Fette wie Butter?

Die kürzeste Antwort lautet: Olivenöl verfügt über die perfekte Fettsäurezusammensetzung, die hauptsächlich aus einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFA) besteht.

Diese Säuren sind im Gegensatz zu den in Samenölen enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) oxidationsbeständiger, wodurch die Bildung von Peroxiden und freien Radikalen, die mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht werden, gehemmt wird. Die Fettsäurezusammensetzung beeinflusst auch den LDL-Cholesterinspiegel (d. h. das „schlechte“ Cholesterin), der für Arteriosklerose (Verdickung der Arterienwand) verantwortlich ist und bekanntermaßen mit Herzerkrankungen in Verbindung steht. Es wurde festgestellt, dass MUFA und PUFA den LDL-Cholesterinspiegel senken; Olivenöl mit einem hohen Gehalt an MUFA ist eindeutig vorteilhaft für unsere Gesundheit.

Obwohl man sich auf die Fettsäurezusammensetzung konzentriert, werden oft einige geringfügige, aber ebenfalls wichtige Bestandteile des Olivenöls übersehen. Diese geringfügigen Verbindungen, die in Olivenöl in geringer Konzentration vorkommen, haben tatsächlich erhebliche gesundheitliche Vorteile, da sie wichtige biologische Funktionen im Körper erfüllen. Sie können auch als wirksame Fingerabdrücke (d. h. Biomarker) zur Bewertung der Qualität und Echtheit von Olivenölen dienen. Die wichtigsten Nebenbestandteile von Olivenöl sind Polyphenole/Tocopherole (einschließlich Vitamin E), Sterole und Squalen.

Polyphenole wie Oleuropein, Tyrosol, Hydroxytyrosol, Oleocanthal und Oleacein, die in Olivenöl vorkommen, sind extrem starke Antioxidantien. Ihre antioxidative Wirkung ist vergleichbar mit der von künstlichen Antioxidantien wie Butylhydroxyanisol (BHA) und Butylhydroxytoluol (BHT), und es ist bekannt, dass sie vielfältige positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Polyphenole stärken das Immunsystem, schützen uns vor Herzerkrankungen und zeigen krebshemmende Wirkung, da sie als Radikalfänger fungieren. Sie schützen Olivenöl vor oxidativen Schäden und tragen zu seiner überragenden Oxidationsstabilität im Vergleich zu anderen Speiseölen bei. Sie beeinflussen auch seinen Geschmack, insbesondere durch einen charakteristischen bitteren Geschmack. Die Konzentration an Polyphenolen im Olivenöl liegt zwischen 100 und 1000 mg/kg.

Sterole gelten als wichtige Bestandteile für die menschliche Ernährung und Gesundheit. Klinische Studien haben gezeigt, dass die Aufnahme von Phytosterolen über die Nahrung den Cholesterinspiegel im Blut senkt und wahrscheinlich dessen Resorption im Dünndarm hemmt. Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass Sterole entzündungshemmend, antibakteriell, antimykotisch, gegen Geschwüre wirkend, antioxidativ und tumorhemmend wirken. Der Gesamtgehalt an Sterolen im Olivenöl liegt zwischen 1.000 und 2.200 mg/kg.

Es wird angenommen, dass Squalen positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat, da es bei einigen Krebsarten eine chemopräventive Wirkung haben kann und für Patienten mit Herzerkrankungen und Diabetes von Vorteil ist. Olivenöl weist im Vergleich zu anderen Speiseölen die höchste Squalenkonzentration auf. Seine Konzentration in Olivenöl liegt zwischen 1.000 und 7.500 mg/kg, während sie beispielsweise in Maisöl zwischen 190 und 360 mg/kg liegt.

Weitere Nebenbestandteile, die die Qualität des Olivenöls beeinflussen und sich auf unsere Gesundheit auswirken, sind Phospholipide, die dafür bekannt sind, die Phosphorverbindungen im Gehirn und im Gewebe zu stärken und entzündungshemmend zu wirken, sowie Diglyceride, Glycerin, Wasser, β-Carotin, Triterpensäuren wie Maslinsäure und Oleanolsäure und Triterpenalkohole wie Erythrodiol und Uvaol.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Olivenöl im Vergleich zu anderen Speiseölen einen überlegenen Nährwert aufweist, nicht nur aufgrund seiner Fettsäurezusammensetzung, sondern auch wegen des Vorhandenseins vieler wichtiger Nebenverbindungen, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken.



Emmanuel Hatzakis ist Direktor für Kernspinresonanzspektroskopie am Fachbereich Chemie der Penn State University.