Studie belegt die Bedeutung von Phenolen in der Frühschwangerschaft

Forscher wiesen die antioxidative Wirkung von Oleuropein auf Zellen nach, die sich in der ersten Schwangerschaftsphase gebildet hatten, ohne dass dabei Nebenwirkungen auftraten.

Oleuropein, eine phenolische Verbindung, die in Olivenöl, Früchten und Blättern vorkommt, ist für ihre antioxidativen, entzündungshemmenden und neuroprotektiven Wirkungen bekannt.

Zwar haben zahlreiche Studien die Vorteile einer olivenölreichen Ernährung während der Schwangerschaft aufgezeigt, doch gab es bislang keine Studien am Menschen zur Rolle von Olivenphenolen oder Polyphenolen bei der Einnistung und Entwicklung des Embryos.

Eine neue Studie, die in einer Sonderausgabe der Fachzeitschrift „Antioxidants“ veröffentlicht wurde, hat versucht, diese Lücke zu schließen, indem sie die Auswirkungen von Oleuropein auf den oxidativen Stress in menschlichen Trophoblasten untersuchte: Zellen, die in der ersten Phase der Schwangerschaft gebildet werden und den Embryo mit Nährstoffen versorgen.

Siehe auch: Studie zeigt: Der Verzehr von nativem Olivenöl extra führt zu mehr Polyphenolen in der Muttermilch

In-vitro-Experimente des Forschungsteams ergaben, dass Oleuropein oxidative Schäden signifikant reduzierte und die antioxidative Funktion in Trophoblasten wiederherstellte, die Wasserstoffperoxid ausgesetzt waren, das zur Simulation von oxidativem Stress verwendet wurde.

Polyphenole in Olivenöl

Polyphenole sind eine Gruppe natürlicher Verbindungen, die häufig in pflanzlichen Lebensmitteln und Getränken, darunter auch Olivenöl, vorkommen. Sie besitzen starke antioxidative Eigenschaften und sollen gesundheitliche Vorteile bieten, wie beispielsweise die Senkung des Risikos für bestimmte chronische Erkrankungen. Olivenöl ist besonders reich an Hydroxytyrosol, Tyrosol und Oleuropein, beides Arten von Polyphenolen.

Oleuropein verbesserte nicht nur den Antioxidationsstatus und verhinderte Protein- und Lipidschäden, sondern senkte auch die iNOS-Werte, deren übermäßige Produktion mit einem gestörten Embryotransport und einer Eileiterschwangerschaft in Verbindung gebracht wurde.

Reaktive Sauerstoffspezies, eine Form freier Radikale, spielen eine entscheidende Rolle bei einer normalen Schwangerschaft. Ein Überschuss davon verursacht jedoch bekanntermaßen oxidativen Stress, was zu schwerwiegenden Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie oder sogar zum Verlust des Fötus führen kann.

Das Potenzial von Antioxidantien zur Vorbeugung und Behandlung solcher Störungen findet zunehmend Beachtung. Bislang haben jedoch nur sehr wenige antioxidative Wirkstoffe signifikante Auswirkungen auf Schwangerschaftsstörungen gezeigt.

Die gängigsten Antioxidantien-Nahrungsergänzungsmittel, wie Vitamin C und Vitamin E, haben sich nicht nur als unwirksam bei der Verringerung des Komplikationsrisikos erwiesen, sondern wurden sogar mit einem Anstieg der Totgeburten in Verbindung gebracht.

Die Forscher stellten fest, dass bestehende Studien zur Einnahme von Olivenöl vor der Empfängnis und während der Schwangerschaft gezeigt haben, dass eine Supplementierung die Parameter der Embryoqualität bei der In-vitro-Entwicklung menschlicher Embryonen verbessern könnte.

Sie betonten zudem, dass durch die Zugabe von Oleuropein keine Anzeichen für nachteilige Auswirkungen auf die Trophoblastenzellen beobachtet wurden, was den Weg für weitere Forschung ebnet.