Studie zeigt: Der Verzehr von nativem Olivenöl extra führt zu einem höheren Polyphenolgehalt in der Muttermilch
Der Studie zufolge handelt es sich um die erste Untersuchung, die die mögliche vertikale Übertragung von Polyphenolen auf die Nachkommen von Laborratten untersucht, denen während der Trächtigkeit und Stillzeit natives Olivenöl extra verabreicht wurde.
Eine Ernährung mit nativem Olivenöl extra könnte den Phenolgehalt der Muttermilch erhöhen und so potenzielle gesundheitliche Vorteile an das Kind weitergeben, wie die Ergebnisse einer neuen Studie nahelegen.
Die von einem Team spanischer Forscher in der Fachzeitschrift „Food Chemistry“ veröffentlichte Studie ist Berichten zufolge die erste, die die mögliche vertikale Übertragung von Polyphenolen auf die Nachkommen von Laborratten untersucht, die während der Schwangerschaft und Stillzeit mit nativem Olivenöl extra gefüttert wurden.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass enzymatische und mikrobielle Metaboliten von Hydroxytyrosol im Plasma der Mutter und der Nachkommen sowie im Molken-Serum nachgewiesen wurden.
Siehe auch: ForschungsnachrichtenHydroxytyrosol ist eine phenolische Verbindung und ein starkes Antioxidans. Sein regelmäßiger Verzehr wird mit entzündungshemmenden und krebsvorbeugenden Eigenschaften in Verbindung gebracht, er kann aber auch eine Rolle bei der Vorbeugung von Augen- und Hauterkrankungen spielen.
Die Wissenschaftler erklärten, dass die Zusammensetzung der Muttermilch während der Stillzeit erheblich variieren kann. Während etwa 87 Prozent der Muttermilch aus Wasser bestehen, enthalten die restlichen 13 Prozent Hormone, Enzyme, Immunfaktoren und nützliche Mikroorganismen.
Zuvor hatten Forscher herausgefunden, dass die mediterrane Ernährung aufgrund der ungesättigten Fette in nativem Olivenöl extra die Lipidzusammensetzung der Muttermilch beeinflussen kann. Darüber hinaus stellten die Autoren der Studie fest, dass sich der Verzehr von Olivenöl während der Schwangerschaft als vorteilhaft für die Vorbeugung von Atemnot im frühen Kindesalter erwiesen hat.
Anhand von Laborratten stellten die Forscher die Hypothese auf, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Olivenölkonsum der Mutter und der Gesundheit des Säuglings bestehen könnte.
„Die Konzentration und Anzahl der Hydroxytyrosol-Derivate waren höher als die von Tyrosol, und die mikrobiellen Metaboliten wurden in der höchsten Konzentration gefunden“, schrieben die Forscher.
„Die beobachtete vertikale Übertragung von Phenolverbindungen aus nativem Olivenöl extra, deren gesundheitliche Vorteile weithin bekannt sind, untermauert die Bedeutung der Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit“, fügten sie hinzu.
Die Ergebnisse bestätigen frühere Beobachtungen und Forschungsergebnisse zu den Vorteilen der mediterranen Ernährung und des Konsums von nativem Olivenöl extra für Neugeborene.
Eine Ernährung, die während der Schwangerschaft reich an einfach ungesättigten Fetten ist, „macht das Gehirn plastischer, dynamischer und damit wahrscheinlich widerstandsfähiger gegenüber negativen Umweltstressoren im Erwachsenenalter“, erklärte Marco Andrea Riva, Neuropsychologe an der Universität Mailand, in einem Interview mit Olive Oil Times im Jahr 2015.
Andere Studien haben einen möglichen Zusammenhang zwischen der mediterranen Ernährung während der Schwangerschaft und einem verringerten Risiko für Neugeborene, an Fettleibigkeit zu erkranken, aufgezeigt.
Anderen Studien zufolge könnte dieselbe Ernährung Säuglinge auch vor der Erkrankung „Small for Gestational Age“ (SGA) schützen, einer der Hauptursachen für die Sterblichkeit bei Neugeborenen. Darüber hinaus hat sich der Verzehr von Olivenöl auch als vorteilhaft für Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht erwiesen.
Mehrere frühere Studien deuteten darauf hin, dass natives Olivenöl extra aufgrund seines Gehalts an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren und seiner Rolle bei der Aufnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel für Neugeborene verwendet werden kann, die keine Muttermilch trinken können.