Italien rechnet mit einem starken Rückgang der Olivenernte
Aufgrund einer Kombination aus ungewöhnlicher Hitze und Trockenheit wird die Ernte im olivenreichen Süditalien in diesem Jahr um 30 Prozent zurückgehen.
Wie im gesamten Mittelmeerraum hat auch der italienische Olivensektor in diesem Jahr eine Reihe von Rückschlägen erlebt, wobei hohe Temperaturen und Trockenheit nun die nächste Ernte zu gefährden drohen.
Erste Schätzungen des Bauernverbands Cia-Agricoltori Italiani gehen für das Erntejahr 2022/23 von einem Rückgang um 30 Prozent im Vergleich zur Vorjahresernte in den wichtigsten süditalienischen Olivenanbaugebieten Apulien, Kalabrien, Sizilien und Kampanien aus.
Auch wenn Olivenbäume sehr trockenheitsresistent sind, spielt Wasser in bestimmten Phasen des Lebenszyklus der Pflanze eine entscheidende Rolle.
Siehe auch: Aktuelles zur Ernte 2022Ungewöhnliche Hitze während der Blütezeit im Mai und Wassermangel während der Wachstumsphase im Juli haben zusammen zu einem für die Olivenproduktion sehr ungünstigen Jahr geführt.
Infolgedessen ist der Baum gezwungen, Teile seiner normalen biologischen Prozesse zu opfern, um zu überleben, und so verfügbare Ressourcen zu sparen.
Als besorgniserregendes Frühwarnzeichen melden einige Olivenhaine bereits das Auftreten trockener und verschrumpelter Früchte. Selbst wenn die Oliven normal zu wachsen scheinen, führt Wasserstress zu einer Austrocknung des Fruchtfleisches und beeinträchtigt dessen Entwicklung, wodurch die Ölbildung verringert wird.
Zu den klimatischen Problemen kommt die drohende Gefahr durch die Olivenfliege hinzu. In der Vorerntephase im Herbst könnte das Insekt die Menge und Qualität der Ernte weiter beeinträchtigen.
Laut Cia sind angesichts des zunehmenden klimatischen Ungleichgewichts die Modernisierung von Wasserreservoirs und der dazugehörigen Infrastruktur sowie eine bessere Bodenbewirtschaftung und Bewässerungstechniken zur Begrenzung des Wasserverlusts für die Zukunft des Olivenanbaus von entscheidender Bedeutung.
Der italienische Olivensektor ist derzeit einer der weltweit wichtigsten, mit einem Anteil von 15 Prozent an der Weltproduktion, womit Italien nach Spanien an zweiter Stelle steht.