Die Grundwasservorkommen füllen sich schneller wieder auf als bisher angenommen

Die Forschung liefert Erkenntnisse über die Grundwasserneubildungsrate, was wichtige Auswirkungen auf die nachhaltige Nutzung unterirdischer Grundwasservorkommen hat.

Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“ veröffentlicht wurde, beleuchtet den Zusammenhang zwischen Grundwasser- und Oberflächenwasserströmen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Grundwasservorkommen deutlich schneller auffüllen als bisher angenommen.

Die Erkenntnisse deuten zudem auf die bedeutende Rolle hin, die Grundwasservorkommen bei der Evapotranspiration und dem Abfluss spielen. Dieses Wissen dürfte die aktuelle und zukünftige Grundwasserbewertung verbessern.

Grundwasserressourcen spielen weltweit eine entscheidende Rolle für die Aufrechterhaltung landwirtschaftlicher Aktivitäten und die Verfügbarkeit von Trinkwasser.

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Das Team aus amerikanischen und europäischen Wissenschaftlern stellte fest, dass die Geschwindigkeit, mit der Niederschläge die Grundwasserspeicher auffüllen, einen direkten Einfluss auf die nachhaltige Nutzung des Grundwassers hat.

„Grundwasser ist eine unschätzbare globale Ressource, doch seine langfristige Verfügbarkeit als Ressource für den Verbrauch, die Landwirtschaft und Ökosysteme hängt davon ab, dass Niederschläge die Grundwasserleiter auffüllen. Wie viel Niederschlag das Grundwasser auffüllt, variiert enorm über die Erdoberfläche hinweg, doch die Auffüllraten bleiben oft ungewiss“, schrieben die Forscher.

Um die Auffüllraten der Grundwasserressourcen zu messen, entwickelten die Forscher ein Berechnungsmodell auf der Grundlage verfügbarer regionaler Grundwassermessdaten aus sechs Kontinenten. Dieses Modell zeigte, wie das Klima die Grundwasserauffüllraten bestimmt, insbesondere Trockenheit und Niederschlag.

Anhand des Klimaparameters Trockenheit stellten die Wissenschaftler fest, dass die globale Auffüllrate der Grundwasserressourcen doppelt so schnell erfolgt wie bisher angenommen.

Die Autoren der Studie erklärten, dass ihre Ergebnisse einen höheren als den geschätzten Prozentsatz an Grundwasser zeigen, das über den Flusslauf an die Oberfläche zurückkehrt oder von der Vegetation genutzt wird.

Die höheren Neubildungsraten deuten darauf hin, dass natürliche Phänomene wie Evapotranspiration und Abfluss viel stärker vom Grundwasser abhängen als bisher angenommen. Dieses Ergebnis wird besonders deutlich im Vergleich zum Beitrag anderer Oberflächenflüsse, wie Oberflächenabfluss, flacher unterirdischer Strömungen und der durch Bodenfeuchte gespeisten Evapotranspiration.

Zu den Konsequenzen der Studie könnte die Möglichkeit gehören, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Grundwasserneubildung zu bewerten, die als höchst ungewiss gilt und von aktuellen Modellen weltweit noch nicht quantifiziert wurde.

„Die Stärkung des Zusammenhangs zwischen Grundwasser und Oberflächenflüssen in diesen Modellen ist unerlässlich, da Modelle die Grundlage für unser Verständnis unseres Planeten bilden und die heutige Umweltwissenschaft und Politikgestaltung untermauern“, schrieben die Autoren.

Abschließend wiesen die Wissenschaftler darauf hin, dass ihre Ergebnisse das derzeitige Verständnis der Grundwasserverschwendung und das damit verbundene Risiko für die globale Wasserversorgungssicherheit nicht außer Acht lassen. „Die Übernutzung des Grundwassers führt zu einer Erschöpfung der Speicher und sinkenden Wasserständen, was in (…) Trockengebieten weltweit eindeutig dokumentiert wurde“, schrieben sie.