Europa bittet die Öffentlichkeit um Beiträge zur Ausarbeitung eines Rahmens für geografische Angaben
Ziel ist es, neue Instrumente zu ermitteln, um das System der geschützten Ursprungsbezeichnungen für Lebensmittel zu stärken und Lebensmittelbetrug zu bekämpfen.
Bald wird ein neuer Rechtsrahmen traditionelle Spezialitäten und die besten lokalen Agrarprodukte der Europäischen Union schützen.
Im Rahmen der jüngsten öffentlichen Konsultation der Europäischen Kommission wurden Unternehmen, Institutionen und Bürger um Mithilfe bei der Neudefinition des Geltungsbereichs und der Rolle der geografischen Angaben (g. A.) gebeten, darunter Produkte mit geschützter geografischer Angabe (g. g. A.) und geschützter Ursprungsbezeichnung (g. U.).
Die Auswirkungen der Konsultation werden sich am stärksten auf Erzeuger und Landwirte auswirken, darunter auch Olivenbauern.
Siehe auch: Verbrauch und Export italienischer g.U.- und g.g.A.-Produkte steigen weiter„Die Kommission hat die Strategie ‚Vom Hof auf den Tisch‘ ins Leben gerufen, um den Rechtsrahmen für GI-Regelungen zu stärken, den Beitrag dieser Regelungen zur nachhaltigen Produktion zu verbessern und die Position von Landwirten und GI-Erzeugergruppen in der Lebensmittelversorgungskette zu stärken“, schrieb die Kommission.
Obwohl dies nicht immer mit GI-Produkten in Verbindung steht, wurde die Dynamik der Lebensmittelkette von Olivenbauern und Landwirtschaftsverbänden in der EU oft als einer der Gründe für niedrige Preise am Ursprungsort angeführt.
Nach Ansicht der Kommission sollte die Regelung den Erzeugern von Produkten mit geografischer Angabe Instrumente an die Hand geben, um „besser mit dem Druck in der Lebensmittelwertschöpfungskette umzugehen“, und es ihnen ermöglichen, „ihre Rechte auf dem Markt uneingeschränkt durchzusetzen und ihre geografische Angabe besser zu verwalten. Dies könnte eine faire Rendite für die Erzeuger aus dem Markt sowie deren wirtschaftliche Nachhaltigkeit sichern und steigern.“
Laut einer aktuellen Studie der Europäischen Kommission beläuft sich der Jahresumsatz mit g.U.- und g.g.A.-Produkten auf fast 75 Milliarden Euro.
Ziel der Konsultation ist es auch, neue Erzeuger für das System zu gewinnen. Das Ziel besteht laut Kommission darin, „die geografischen Angaben durch eine stärkere Nutzung in der gesamten EU zu stärken und gleichzeitig einen wirksamen Schutz dieser Rechte zu gewährleisten … Bei der Überarbeitung werden auch Vereinfachungen und der Abbau des Verwaltungsaufwands berücksichtigt.“
Siehe auch: Geografische Angaben im neuen Handelsabkommen zwischen China und der EU geschütztZu diesem Zweck listet die Kommission mehrere Themen auf, die von den beteiligten Interessengruppen in einer mit der Konsultation verbundenen Umfrage bewertet werden sollten, beispielsweise die Sicherstellung, dass GI-Erzeuger die Produktionsstandards zur Verhinderung von Betrug und Fälschungen von geografischen Angaben einhalten.
Die Kommission will zudem bewerten, wie schwierig es für interessierte Parteien ist, die entsprechenden Rechtsvorschriften zu verstehen und korrekt zu befolgen. Gleichzeitig bittet die Umfrage die Bürger, ihre Meinung zum gesamten System der geografischen Angaben zu äußern, und fragt sie, ob „traditionelle Produktnamen ein gemeinsames Erbe sind, das weder im Besitz registrierter Erzeuger sein noch auf rechtlich bindende Rezepturen beschränkt sein sollte“.
Die Europäische Kommission erklärte, sie plane, die im Rahmen der bis zum 9. April laufenden Konsultation gesammelten Informationen zur Reform des Systems zu nutzen.
Pläne für den EU-weiten Schutz geografischer Angaben für nichtlandwirtschaftliche Erzeugnisse wurden im vergangenen November angekündigt und kurz darauf im Dezember mit der Einführung der neuen Datenbank „GIView“ umgesetzt.