Olivenölexporte aus Spanien erreichen Rekordhoch und trotzen Produktionsschwierigkeiten
Die Exporteure verzeichneten einen Umsatzanstieg von mehr als 50 Prozent, obwohl sie durchschnittliche Mengen lieferten.
Die spanischen Olivenölexporte überstiegen im Erntejahr 2023/24 6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 54 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Erntejahr entspricht.
Dieser bedetende Wertansteigung erfand sich, obwohl Spanien 742.500 Tonnen exportierte, was nur 3.600 Tonnen mehr Olivenöl ist, als das Land im Erntejahr 2022/23 ins Ausland verschiftete.
Beamte gaben an, dass die hohen Olivenölpreise der Hauptgrund für den deutlichen Anstieg der Exporteinnahmen waren.
Siehe auch: Vorwurf des weitverbreiteten Betrugs löst Kontroverse in Spanien ausNach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung lag der Durchschnittspreis für Olivenöl-Exporte bei 8 € pro Kilogramm und damit 57 Prozent über dem Durchschnittspreis des vorangegangenen Erntejahres. Die Exportpreise erreichten im März einen Höchststand von 8,75 €.
Italien blieb das führende Ziel für spanische Olivenölexporte, gefolgt von den Vereinigten Staaten, wo die Exporte erstmals 1 Milliarde Euro überstiegen, sowie Frankreich und Portugal.
Nach Angaben des Ministeriums machten natives und extra natives Olivenöl 69 Prozent der Exporte aus, während raffiniertes Olivenöl 29 Prozent und Lampante die restlichen zwei Prozent ausmachten.
Die Nachricht vom Umsatzanstieg kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Erntejahr 2024/25 in die heiße Phase geht. Laut einer kürzlich abgehaltenen Sitzung des Olivenöl-Sektorausschusses wird die Produktion voraussichtlich 1,29 Millionen Tonnen erreichen, was einen deutlichen Anstieg gegenüber 854.500 Tonnen im Jahr 2023/24 und 666.000 Tonnen im Jahr 2022/23 darstellt.
Der Olivenöl-Sektorausschuss führte den Produktionsanstieg auf „gute Erntebedingungen in vielen Anbaugebieten zurück, dank der Regenfälle der letzten Wochen“.
Allerdings liegt sie deutlich unter früheren Schätzungen, da die Erzeuger noch im Oktober von einer Ernte zwischen 1,4 und 1,5 Millionen Tonnen ausgegangen waren – nach einer früheren, noch optimistischerer Prognose von 1,65 Million Tonnen.
Produzenten und Behördenvertreter führten den Rückgang darauf zurück, dass einige Produzenten geringere Ölerträge und Arbeitskräfteengpässe in einigen traditionellen und steilen Hängen meldeten.
Infolge der seit Jahren anhaltenden Ertragsschwäche stiegen auch die Olivenölimporte nach Spanien, um den Abfüllern zu helfen, die Nachfrage zu decken; sie stiegen um 12 Prozent nach Menge und um 65 Prozent nach Wert.
Spanien importierte Olivenöl im Wert von 1,6 Milliarden Euro und zahlte dafür einen Durchschnittspreis von 6,60 Euro pro Liter. Portugal war mit 105.876 Tonnen der führende Lieferant des Landes, was einem Anstieg von 41 Prozent gegenüber 2022/23 entspricht, gefolgt von Tunesien mit 54.172 Tonnen und der Türkei mit 21.935 Tonnen, was einem Anstieg von 13 Prozent entspricht.
Was den inheimischen Markt betrifft, so gab der Rat für den Olivenölsektor an, dass die Olivenölpreise am Ursprungsort seit Anfang Oktober um mehr als 25 Prozent gesunken sind, nachdem sie in den letzten beiden Erntejahren Rekordhöhen erreicht hatten.
Laut der Preisbeobachtungsstelle von Infaoliva sind die Preise für natives Olivenöl extra am Ursprungsort auf 4,40 € pro Kilogramm gefallen, was einem Rückgang von 51 Prozent gegenüber den Rekordhöhen im Januar entspricht. Die Preise für natives und Lampantöl sind etwas weniger stark gesunken und liegen nun bei 4,35 € bzw. 4,30 €.
Die Kombination aus sinkenden Preisen und größerer Verfügbarkeit bedeutet, dass der Verbrauch steigen wird. Der Olivenöl-Sektorausschuss prognostizierte für die aktuelle Saison einen Olivenölverbrauch von 480.000 Tonnen, was einem Anstieg von 17 Prozent gegenüber 2023/24 entspricht.