Spanien kündigt ein sechsmonatiges Programm zur Überwachung der Olivenölqualität an
Im Rahmen einer Sonderkampagne mit Stichprobenkontrollen wird der spanische Olivenölsektor auf die Qualität und Rückverfolgbarkeit des Olivenöls überprüft.

Isabel García Tejerina
Die spanische Regierung gab gestern bekannt, dass bis Mai eine Sonderreihe von Stichprobenkontrollen im spanischen Olivenölsektor durchgeführt wird.
Die „außerordentliche“ Kampagne, die der Überprüfung der Olivenölqualität
und der Rückverfolgbarkeit
der Produkte dient, werde Olivenölmühlen, Abfüllbetriebe, Raffinerien und Vertriebszentren umfassen, sagte Isabel García Tejerina, Generalsekretärin für Landwirtschaft und Ernährung im Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt.
Bei einer Konferenz über spanisches Olivenöl in Madrid erklärte García Tejerina, die Qualität des spanischen Olivenöls und das Know-how bei der Herstellung hätten Spanien zu einem weltweit führenden Anbieter gemacht. Spanien sei nun der größte Olivenölexporteur und mache 51 Prozent der weltweiten Exporte gemessen am Volumen aus, gefolgt von Italien mit 22,4 Prozent und Griechenland mit 6,3 Prozent.
Es seien jedoch Anstrengungen erforderlich, um die Exportpreise zu verbessern, und die Qualität sei die Säule, auf der die Zukunft des Sektors aufbaue, sagte sie.
„Verbesserungen“ beim Panel-Test
Laut EFE erklärte García Tejerina, die Regierung prüfe Methoden und Instrumente, mit denen der Panel-Test für Olivenöl „verbessert“ werden könne. Zu den Methoden gehören ein „chemischer Sensor“, der den Panel-Test „gegebenenfalls“ ergänzen oder ersetzen könnte, sowie Magnetresonanz- und Gentests.
Es würden bereits Vergleiche zwischen den Ergebnissen von Panel-Tests des öffentlichen Sektors und privaten Panel-Tests angestellt, und Mitglieder der privaten Panels seien in die Panels des Ministeriums aufgenommen worden, sagte sie.
Grenzen der Verantwortung der Abfüller für die Qualitätsstandards
García Tejerina sprach auch davon, „Haftungsgrenzen“ für Abfüller in Bezug auf die Qualität festzulegen. Dies sei mittelfristig geplant und würde eine Änderung der für Pflanzenöle geltenden Norm beinhalten, sagte sie.
US-Vermarktungsverordnung unter Beobachtung
In Bezug auf die vorgeschlagene US-amerikanische Vermarktungsverordnung für Olivenöl – von der einige in der spanischen Olivenölbranche befürchten, dass sie als Handelsbarriere wirken könnte – sagte García Tejerina, die spanische Regierung verfolge die Entwicklungen und warte auf eine Gelegenheit, ihre Argumente darzulegen und zu versuchen, die USA dazu zu bewegen, sich stattdessen an die Empfehlungen des Internationalen Olivenrats zu halten.
Stunde der Wahrheit in Spanien
Olive Oil Times wurde mitgeteilt, dass García Tejerina heute für weitere Informationen nicht zur Verfügung stehe. Ihre Ankündigung erfolgte im Zuge erheblicher Turbulenzen im spanischen Olivenölsektor.
Nach drei Jahren mit Rekordernte – und einem Rekordbestand von 690.800 Tonnen an Überhangbeständen – steht nun eine miserable Ernte von knapp über 625.000 Tonnen bevor, während sich das Land gleichzeitig in einer Finanzkrise befindet und die Europäische Union eine Verschärfung ihrer Agrarsubventionen anstrebt.
Im vergangenen Monat gab eine spanische Verbraucherorganisation bekannt, dass ihre Tests ergeben hätten, dass fast jedes dritte untersuchte Olivenöl falsch etikettiert war, was die Debatte über Themen wie Qualitätskontrolle, die Zuverlässigkeit von Verkostungen und die Frage, wer verantwortlich gemacht werden sollte, wenn natives Olivenöl extra nach der Abfüllung verdirbt, neu entfachte.
Unterdessen wird die US-Vermarktungsverordnung – zu Recht oder zu Unrecht – als drohende Gefahr auf Spaniens wichtigstem Exportmarkt angesehen.