Italien stellt 100 Millionen Euro für die Modernisierung seiner Olivenmühlen bereit

Die Mittel werden zur Verbesserung der Qualität und der Energieeffizienz durch die Modernisierung der Mahlanlagen verwendet. Außerdem werden Mittel für Projekte im Bereich erneuerbare Energien bereitgestellt.

Die italienische Regierung hat ein Finanzpaket in Höhe von 100 Millionen Euro bewilligt, um die Infrastruktur von mehr als 4.000 Mühlen im Land zu modernisieren.

In seiner Ankündigung erklärte das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, die Mittel würden für bestehende Ölmühlen verwendet, deren Maschinen und Technologie modernisiert werden können, um umweltfreundlicher zu werden.

Das Ministerium wird einen Teil der Mittel einsetzen, um Mühlen bei der Entwicklung von Projekten zur Wiederverwendung von Betriebsabfällen zur Energieerzeugung, bei der Installation sauberer Energiequellen und bei der Modernisierung der Mühlen mit modernster Technologie zur Verbesserung der Olivenölqualität zu unterstützen.

Siehe auch: Neue Produktionstechnologie verbessert die Qualität von Olivenöl

Die neuen Mittel sind Teil einer umfassenderen Initiative „Landwirtschaft 4.0“, in deren Rahmen bis 2023 400 Millionen Euro in den Sektor investiert werden sollen. „Landwirtschaft 4.0“ umfasst die landesweite Einführung präziser landwirtschaftlicher Technologien, darunter eine stärkere Digitalisierung sowie gezielte Bewässerung, Düngung und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Nach Angaben von Olivenbauern und Ölmühlenbetreibern werden die neuen Mittel dringend von einem Sektor benötigt, der in den letzten Jahren durch die Folgen eines sich rasch wandelnden internationalen Marktes, die anhaltende Ausbreitung von Xylella fastidiosa, extreme Wetterereignisse und einen Trend zu sinkenden Erträgen im Land erschüttert wurde.

Savino Muraglia, Präsident der apulischen Zweigstelle des Bauernverbands Coldiretti, sagte, die neue Initiative sei „eine Chance für einen entscheidenden Sektor der Olivenöl-Produktkette, dessen Wert als Branche 3 Milliarden Euro übersteigt“.

Coldiretti erklärte, die Mittel würden einem Sektor zugutekommen, der unter steigenden Produktionskosten leidet, unter anderem aufgrund der steigenden Preise für Energie, Düngemittel und Verpackungen.

Apulien, Heimat von 893 Olivenölmühlen, ist Italiens größte Olivenöl produzierende Region. Laut Coldiretti werden 25 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in der Region für den Olivenanbau genutzt. Darüber hinaus befinden sich in Apulien fast ein Drittel aller italienischen Olivenhaine.

Der Verband fügte hinzu, dass mehr als 100 Ölmühlen in Apulien in den letzten fünf Jahren keinen einzigen Tag in Betrieb waren, wobei viele ihre Ausrüstung im Zuge der Ausbreitung von Xylella fastidiosa ins Ausland verkauften.

Nach Angaben des Ministeriums werden die regionalen Behörden in den kommenden Monaten die konkreten Verfahren festlegen, nach denen Olivenölmühlen Zugang zu den neuen Mitteln erhalten.