Mauretanien strebt Beitritt zum Olivenrat an
Das westafrikanische Land und das IOC werden gemeinsam daran arbeiten, den Olivenanbau und den Olivenölkonsum zu fördern sowie Maßnahmen zur Qualitätskontrolle einzuführen.
Das nordwestafrikanische Land Mauretanien strebt an, das neunzehnte Mitglied des Internationalen Olivenrats (IOC) zu werden.
Exekutivdirektor Abdellatif Ghedira traf sich letzten Monat in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott mit dem Minister für ländliche Entwicklung des Landes, Dy Ould Zein, um den Beitritt des Landes zu der zwischenstaatlichen Organisation zu erleichtern.
Siehe auch: Olivenrat will globale Verbrauchstrends untersuchenDie beiden besprachen zudem Pläne zur Steigerung der Oliven- und Olivenölproduktion in Mauretanien, zur Förderung des Olivenölkonsums in der lokalen Bevölkerung und zur Sicherstellung von Qualitätskontrollmaßnahmen.
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums ist der Olivenanbau in dem westafrikanischen Land derzeit vernachlässigbar, da in den letzten Jahren keine nennenswerte Oliven- oder Olivenölproduktion stattfand.
Allerdings hat die Vorliebe der Mauretanier für Olivenöl in den letzten zehn Jahren rapide zugenommen. Nach Angaben des Observatory for Economic Complexity hat sich der Wert der Olivenölimporte nach Mauretanien zwischen 2013 und 2018 (dem letzten Jahr, für das Daten vorliegen) fast verdoppelt und stieg von 370.000 auf 720.000 US-Dollar.
Neben Ghedira besuchte auch Abdelkrim Adi, Leiter der Abteilung für Technologie und Umwelt des IOC, Mauretanien, um eine Vorstudie darüber zu beginnen, welche Olivensorten unter den klimatischen Bedingungen des Landes am besten gedeihen würden.
Der größte Teil Mauretaniens ist von der Sahara und der Sahelzone, halbtrockenen Graslandschaften, bedeckt. Das Land verfügt jedoch auch über eine 750 Kilometer lange Küstenlinie am Atlantik.
In diesem schmalen Küstenstreifen bringen Passatwinde aus dem Norden feuchte Luft und sorgen für ein gemäßigtes Klima.
Daher findet der Großteil der landwirtschaftlichen Produktion des Landes in dieser Küstenzone statt. Zu den beliebtesten Baumkulturen in Mauretanien zählen Datteln, die in Gebieten gut gedeihen, die sich auch für den Olivenanbau eignen.
Seit dem Staatsstreich von 2008 zählt Mauretanien weiterhin zu den gefährlichsten Ländern der Welt, und ein Besuch des Landes gilt für Westler als unsicher.
Nach Angaben des US-Außenministeriums gehören zu den Menschenrechtsverletzungen im Land unter anderem die Misshandlung von Häftlingen, willkürliche Verhaftungen, Einschränkungen der Presse- und Versammlungsfreiheit sowie Sklaverei und Kinderarbeit.