Die Eintragung von Kalamata-Oliven als geistiges Eigentum lässt die Kontroverse in Griechenland wieder aufflammen

Die Eintragung der g.U. „Kalamata“ für Tafeloliven aus Messenien bei der WIPO wird die Verwendung dieses Begriffs durch Tafelolivenproduzenten in Griechenland einschränken und damit eine seit Langem andauernde Debatte erneut entfachen.

Kalamata-Tafeloliven mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) genießen internationalen Schutz des geistigen Eigentums, nachdem sie bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) unter ihrem griechischen Namen „Elia Kalamatas“ registriert wurden.

Kalamata-Tafeloliven mit g.U. stammen von der einheimischen griechischen Sorte Kalamon, die in der Präfektur Messenien im südlichen Peloponnes angebaut wird.

Die WIPO, ein rechtsverbindliches internationales Register für Ursprungsbezeichnungen (AO) und geografische Angaben (GI), wird die Tafeloliven mit der g.U. „Kalamata“ in 76 Ländern weltweit vor Nachahmungen und Fälschungen schützen.

Siehe auch: Europa stärkt den Schutz geografischer Angaben

Kalamata-Oliven aus Messenien tragen seit 1996 zudem eine geschützte geografische Angabe der Europäischen Union.

Wir setzen unsere Bemühungen zur Verteidigung und zum Schutz der weltberühmten geschützten Ursprungsbezeichnung unerschütterlich fort, trotz derjenigen, die mit allen Mitteln versuchen, sie abzuschaffen“, erklärte der Verband der Landwirtschaftsverbände von Messenien, der den WIPO-Antrag für Kalamata-Oliven initiiert und begleitet hatte, in einer Stellungnahme.

Wir stärken und investieren in ikonische g.U.-Bezeichnungen mit Weitblick, Planung, wissenschaftlicher Kompetenz und Ernsthaftigkeit“, fügten sie hinzu.

Der griechische nationale Branchenverband für Tafeloliven (Doepel) widersprach jedoch der Erklärung des Verbandes und bezeichnete sie als unzutreffend und verdächtig.

Es ist klar, wie wir schon oft betont haben, dass niemand gegen die g.U. Elia Kalamatas ist oder versucht, sie abzuschaffen“, erklärte der Branchenverband. „Es sollte jedoch angemerkt werden, dass die [g.U. Kalamata-Tafeloliven] keinerlei Exportpotenzial aufweisen. Insbesondere hat die größte seit 1996 exportierte Menge … 247 Tonnen nicht überschritten – 0,30 Prozent der griechischen Exporte der Sorte Kalamon/Kalamata.“

Der Streit zwischen dem Verband von Messenien und dem nationalen Branchenverband zeigt, dass die begehrte Herkunftsbezeichnung „Kalamata“, die dem Produkt weltweite Anerkennung verleiht, den griechischen Tafelolivensektor weiterhin spaltet.

Die in Messenien ansässigen Erzeuger von Kalamon-Oliven behaupten, dass der Name „Kalamata“ ein Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) bezeichnet und daher ausschließlich für in dieser Region erzeugte Oliven reserviert sein sollte.

Kalamon-Erzeuger in anderen Regionen argumentieren hingegen, dass der Name „Kalamata“ in ganz Griechenland frei verwendet werden sollte, da die Oliven von derselben Sorte stammen.

Auch der griechische Staat und der Oberste Gerichtshof des Landes wurden in den Streit hineingezogen, was die Kluft zwischen den Erzeugern unterstreicht.

Im September 2022 erließ die griechische Regierung einen Ministerialerlass, der es allen Erzeugern von Kalamon-Tafeloliven im Land erlaubt, den Markennamen „Kalamata“ zu verwenden.

Die Entscheidung von 2022, Kalamata-Oliven erneut in die nationale Liste der Pflanzensorten aufzunehmen, wodurch Produzenten in ganz Griechenland die Verwendung des Namens gestattet wurde, war ein Versuch, eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs aufzuheben, die den Ministerialerlass von 2018 gekippt hatte, mit dem Kalamata-Oliven ursprünglich in die Liste aufgenommen worden waren.

Die Freigabe des Markennamens „Kalamata“ kurbelte den Export von Kalamon-Oliven aus Griechenland erheblich an, die als „Kalamata“ oder – bei den in Messenien produzierten, die die Anforderungen für eine g.U. erfüllen – als „Kalamata g.U.“ vermarktet werden.

Allerdings ermöglichte es Olivenproduzenten in anderen Ländern, ihre Kalamon-Oliven als Kalamata zu vermarkten und damit direkt mit griechischen Produzenten zu konkurrieren.

Die mesenischen Tafelolivenproduzenten haben erneut beim griechischen Staatsrat gegen den Ministerialerlass von 2022 Berufung eingelegt, und die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs steht noch aus.

In ertragreichen Jahren kann die Produktion von Kalamon-/Kalamata-Oliven in Griechenland 100.000 Tonnen übersteigen. Rund 80 Prozent der Produktion sind für den Export auf internationale Märkte bestimmt, mit einem Exportwert von mehr als 200 Millionen Euro.